Virologe Klaus Stöhr appelliert an Impfskeptiker

"Die Langzeitnebenwirkungen sind alle jetzt sehr gut bekannt"

03. Dezember 2021 - 9:27 Uhr

Reduzierte Wirksamkeit schütze auch vor schweren Verläufen

Die neue Omikron-Variante ist in Deutschland angekommen. Das große Problem der vierten Welle ist aber immer noch die die Delta-Variante des Coronavirus. Sie dominiert das Infektionsgeschehen deutlich. Trotzdem stellen sich viele die Frage. ob die Impfstoffe noch gut wirken, auch gegen Omikron.

Der Virologe Professor Klaus Stöhr weiß darauf eine eindeutige Antwort: "Das ist ja kein Schalter, den man da umlegt und dann wirken die gegenwärtigen Impfstoffe nicht mehr." Selbst eine reduzierte Wirksamkeit würde immer noch vor schweren Verläufen schützen.

Was er zur Erforschung der Nebenwirkungen von Impfstoffen sagt und wie es sich auf die Belegung der Intensivstationen auswirkt, wenn Menschen gar nicht oder nicht ausreichend immunisiert sind, erklärt er im Corona Talk mit RTL-Reporterin Nele Balgo.

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Virologe Stöhr: Neue Impfstoffe könnten im Frühjahr kommen

Der Impfstoffhersteller Moderna hat bereits Thanksgiving, also am 25.11.2021, mit der Anpassung seines Impfstoffs begonnen. Auch Biontech prüft den Schutz gegenüber der Omikron-Variante.

Virologe Klaus Stöhr geht davon aus, dass die klinischen Daten dazu in den nächsten zehn bis vierzehn Tagen vorliegen und man im Januar mit der Produktion beginnen könnte. "Mit größeren Mengen kann man dann sicherlich im März, April rechnen", schätzt er die Impfstoffentwicklung ein.

Viele ungeimpfte Infizierte repräsentieren eine kleine Gruppe Ungeimpfter in der Bevölkerung

Mehr als 4.500 Menschen in Deutschland liegen momentan mit dem Coronavirus auf einer Intensivstation. Mehr als die Hälfte von ihnen wird beatmet. Der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr mahnt, dass die Mehrheit ungeimpft ist.

Geimpfte Intensivpatienten seien vor allem Menschen über 60 Jahre ohne Boosterimpfung. "Diese 60 Prozent Ungeimpfte, das ist ein großer Anteil, der kommt aus einer sehr kleinen Gruppe von Ungeimpften insgesamt aus der Bevölkerung. Also weniger Ungeimpfte stellen einen großen Anteil dar derjenigen, die schwer betroffen sind", so Stöhr.

Deswegen appelliert er, sich schnell impfen oder boostern zu lassen. Zweifel an den Impfstoffen hält er für unbegründet. "Sowas hat es noch nie gegeben in der Menschheitsgeschichte, dass so viele Impfdosen in so kurzer Zeit mit so hoher Aufmerksamkeit auf Nebenwirkungen benutzt wurden. Und die Langzeitnebenwirkungen, die sind alle jetzt sehr gut bekannt", erklärt Stöhr. (nba)

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