Vulkanausbruch auf La Palma

Neuer Lavastrom: RTL-Reporter flieht vor Ascheregen

03. Oktober 2021 - 9:41 Uhr

Deutscher auf La Palma hat alles verloren

Vulkanausbruch mitten in Europa! Es sind Bilder, die spektakulär und beängstigend zugleich sind. Der Vulkanausbruch in der Cumbre Vieja (zu deutsch: alter Berggipfel), vor knapp zwei Wochen hat die kanarische Insel La Palma hart getroffen. Noch immer ist völlig unklar, wie sich die Lage dort weiter entwickelt. Um sich ein persönliches Bild vom Ausmaß der Zerstörung machen zu können, ist RTL-Reporter Dominique Fleckinger vor Ort. Bisher sind über 700 Gebäude zerstört worden und etwa 6.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch dem Deutschen Rüdiger Singer ist nicht viel geblieben.

Deutscher auf La Palma: "Wie wenn ein Stück Leben aus dem Herzen gerissen wird"

Rüdinger Singer lebt seit 20 Jahren in Spanien.
Rüdiger Singer lebt seit 20 Jahren auf La Palma. Sein Haus von der Lava verschlungen.
© RTL

Rüdiger Singer kämpft mit den Tränen, als er RTL-Reporter Dominique Fleckinger zeigt, wie sein Haus von der Lava verschlungen wird, sein Lebenstraum buchstäblich zu Asche zerfällt. Denn Rüdiger Singer hat auf der kanarischen Insel seine Existenz aufgebaut. Er lebt seit knapp zwanzig Jahren auf La Palma, ist mit einer Spanierin verheiratet und hat eine zehnjährige Tochter. "Das ist wie wenn ein Stück Leben aus dem Herzen gerissen wird. Und das schlimmste: Meine Tochter hat das Haus verloren, in dem sie groß geworden ist", erklärt er dem RTL-Reporter.

Wo früher das Haus der Familie stand, hat sich wieder ein neuer Schlot ein Ventil gesucht. Die Lava wälzt sich über bisher verschontes Terrain den Hang hinab ins Meer.

Und nicht nur das: In der Stunde der höchsten Not versperrt ihm die Lava-Walze den Zugang zu seinem Laden, einer Pizzeria. Nach dem Vulkanausbruch auf der spanischen Insel fürchtet der Deutsche nun auch noch sein Restaurant zu verlieren.

Wegen Ascheregen auf La Palma: RTL-Reporter muss Dreharbeiten abbrechen

Die Gefahr ist nämlich noch lange nicht vorüber. Während auf der ganzen Insel die ohrenbetäubenden Eruptionen zu hören sind, ergießt sich eine weitere Gefahr auf die Menschen von La Palma. Der allgegenwärtige Ascheregen reizt Haut und Augen und erschwert das Atem. Deshalb tragen die Menschen auf der ganzen Insel Schirm und Schutzbrille. Wie gefährlich diese Gase sind, musste auch RTL-Reporter Dominique Fleckinger am eigenen Leibe erleben. Während der Dreharbeiten am Rande einer Schutzzone müssen er und sein Kameramann fliehen. "Man hört den Vulkan, man sieht den Vulkan – näher dran zu gehen, wäre viel zu gefährlich. Wir machen jetzt Schluss", spricht der RTL-Reporter in sein Mikrofon eher der Rückzug angetreten wird.

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La Palma ist im Augenblick ganz sicher nicht der Place to be. Das berichtet uns auch eine deutsche Urlauberin, die sich an die RTL-Urlaubsretter wendete. Gleichzeitig zieht diese zerstörerische Naturgewalt auch die Menschen in ihren Bann. Und schaulustige Vulkan-Touristen begeben sich in Lebensgefahr.

Hoffnungsschimmer: Ausgangssperre aufgehoben

Und dennoch gibt es knapp zwei Wochen nach dem Ausbruch langsam kleine Schimmer von Hoffnung. Denn rund 3.800 Bewohner von unmittelbar betroffenen Gebieten dürfen ihre Häuser wieder verlassen. Wegen einer Verbesserung der Luftqualität seien mehrere in den vergangenen Tagen über die Ortschaften Los Llanos, Tazacorte und El Paso im Süden von La Palma verhängte Ausgangssperren am Samstag aufgehoben worden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die zuständigen Behörden der spanischen Insel im Atlantik vor der Westküste Afrikas.

Und: Tote und Verletzte gibt es bis jetzt noch nicht. Vielleicht mit ein Grund, dass hier die wenigsten ans Aufgeben denken. Auch nicht Rüdiger Singer. Er will stark bleiben, für seine Tochter und für alle anderen in der Familie. (fha/kra)