Fachanwalt für Arbeitsrecht klärt auf

Können Elternteile sich gegenseitig Kinderkrankentage übertragen?

Eltern können sich gegenseitig Kinderkrankentage überschreiben, sofern der Arbeitgeber mitspielt. Einen Anspruch gibt es nicht. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Eltern können sich gegenseitig Kinderkrankentage überschreiben, sofern der Arbeitgeber mitspielt. Einen Anspruch gibt es nicht. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
© deutsche presse agentur

03. Februar 2022 - 9:56 Uhr

Die hohen Infektionszahlen stellen viele Eltern derzeit wieder vor Herausforderungen. Immer öfter müssen Kitas schließen oder die Kleinen selbst als Kontaktpersonen in Quarantäne. Das erschwert die Kinderbetreuung für Berufstätige immens. Da sollen die sogenannten Kinderkrankentage weiterhelfen. Was aber, wenn ein Elternteil seinen Anspruch bereits ausgeschöpft hat? Kann der Partner oder die Partnerin offene Tage übertragen?

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Überschreibung möglich - unter bestimmten Voraussetzungen

Müssen Eltern ihr Kind zu Hause betreuen, können sie für diese Tage auf Antrag 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts von der Krankenkasse erstattet bekommen. Laut Bundesfamilienministerium können gesetzlich krankenversicherte Eltern im Jahr 2022 jeweils an 30 Arbeitstagen Kinderkrankengeld beantragen. Voraussetzung ist, dass auch das Kind gesetzlich versichert und nicht älter als 12 Jahre alt ist. Bei mehreren Kindern besteht der Anspruch je Elternteil für nicht mehr als 65 Arbeitstage, für Alleinerziehende für nicht mehr als 130 Arbeitstage.

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Doch was, wenn ein Elternteil seine Tage bereits aufgebracht hat, das andere jedoch nicht? Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Übertragung von Kinderkrankentagen auf den Partner gibt es nicht, sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Gütersloh. Eine flexible Überschreibung zwischen den Elternteilen ist aber auf freiwilliger Basis möglich. Dazu muss laut Schipp allerdings der Arbeitgeber des Elternteils, der die Kinderkrankentage bereits ausgeschöpft hat, der Übertragung zustimmen. (dpa/dhe)

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