Ex-Freundin, ihren Freund und ihre Familie erschossen

Kitzbühel Morde: Anklage gegen Andreas E. zeichnet Exekution von Nadine H.'s Familie nach

Der mutmaßlicher Killer von Kitzbühel Andreas E. soll Mitglied der FPÖ gewesen sein.
Der mutmaßlicher Killer von Kitzbühel Andreas E. soll Mitglied der FPÖ gewesen sein.
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16. Mai 2020 - 15:24 Uhr

Staatsanwaltschaft Kitzbühel: Angeklagter nahm sich vor, alle zu töten

Im Oktober 2019 starben in Kitzbühel fünf Menschen, alle durch Kopfschüsse getötet. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen fünffachen Mordes gegen Andreas E. erhoben. Die Anklageschrift zeichnet das Geschehen am frühen Morgen des 6. Oktober 2019 nach: Der zur Tatzeit 25-Jährige habe den Entschluss gefasst, alle zu töten, so die Staatsanwaltschaft. Alle, das waren seine 19-jährige Ex-Freundin Nadine H., ihr Freund, der Eishockey-Goalie Florian J., und ihre Eltern sowie ihr Bruder. Die fünf starben durch Kopfschüsse, nach denen sich Andreas E. stellte und bei der Polizei gestand, Familie H. und Florian J. (24) getötet zu haben.

Andreas E. soll zuvor mehrfach zum Elternhaus der Ex-Freundin gefahren sein

Laut Ermittlungen wollte sich der Angeklagte nicht damit abfinden, dass die junge Frau die mehrjährige Beziehung beendet hatte. Die Mutter von Andreas E. erklärte im RTL-Interview, die beiden hätten zuvor Pläne gehabt, zu heiraten. Kurz vor der Tat hatte der 26-Jährige laut Behörden mehrfach versucht, seine Ex-Freundin in ihrem Elternhaus zu sprechen. Er war aber vom Vater und vom Bruder jeweils nach Hause geschickt worden.

Daraufhin habe der Angeklagte den Entschluss gefasst, alle zu töten, so die Staatsanwaltschaft. Er habe den Safe seines verreisten Bruders geöffnet und daraus eine Pistole samt Munition genommen. "Mit der Pistole, zwei vollen Magazinen und einem Baseballschläger fuhr er mit seinem PKW wieder zum Haus seiner ehemaligen Freundin", teilte die Anklagebehörde mit.

Anklage schildert das Geschehen detailliert

Als der Vater die Tür öffnete, habe ihm der Angeklagte sofort zweimal in den Kopf geschossen. Dann tötete er den Angaben zufolge den im Bett liegenden Bruder mit fünf Schüssen. Auch die Mutter, seine Ex-Freundin und deren neuer Freund seien mit Kopfschüssen getötet worden. Laut einem psychiatrischen Gutachten war der Angeklagte allenfalls "alkoholbedingt enthemmt", aber zurechnungsfähig. Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest.