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Kann ich gekündigt werden, wenn ich den Corona-Test auf der Arbeit verweigere?

Testpflicht, Quarantäne, Lohnfortzahlung und Kündigung

Kann ich gekündigt werden, wenn ich den Corona-Test auf der Arbeit verweigere?

Mitarbeiter mit Maske sitzt frustriert vor Bildschirm
Corona am Arbeitsplatz: Welche Regeln jetzt im Job gelten.
Andrey Popov, iStockphoto

von Ron Perduss

Seit März 2020 schlagen wir uns mit Corona herum. Unser Leben hat sich komplett verändert. Und noch immer – fast zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie – gelten in all unseren Lebensbereichen Regeln, an die wir uns halten müssen.

Seit November 2021 müssen wir uns zum Beispiel am Arbeitsplatz an die 3G – Regel halten . Zutritt zur Firma haben also nur die Mitarbeitenden, die entweder vollständig geimpft, genesen oder getestet sind.

Wer nicht geimpft ist oder eine Corona-Infektion überstanden hat, muss sich täglich testen lassen. Dafür gibt es nach wie vor die Schnelltestzentren , viele Firmen bieten aber auch einen beaufsichtigten Schnelltest an.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Was droht mir, wenn ich den Test verweigere?

Es ist so, dass jede Arbeitnehmerin, jeder Arbeitnehmer nach der aktuellen Gesetzeslage verpflichtet ist, sich diesen 3G-Regeln zu unterwerfen. Wer also nur mit einem aktuellen Test an den Arbeitsplatz kann, muss diesen Test auch machen. Wird der Test verweigert, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Lese-Tipp: Die Coronavirus-Infektionen häufen sich: Covid-19-Erkrankung per Schnelltest erkennen

Kann Chef die Lohnzahlung einstellen?

Ein klares Ja - das wäre eine mögliche Konsequenz aus der Verweigerung, einen täglichen Schnelltest zu absolvieren. Der Arbeitgeber bekommt in diesem Falle ja nicht die bezahlte Arbeitsleistung zur Verfügung gestellt. Also kann er auch die Lohnfortzahlung einstellen.

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Kann der Chef mich kündigen?

Auch hier ein recht klares Ja: Da die vertraglich vereinbarte Leistung nicht erbracht wird, kann der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag kündigen. Deutschlandweit gibt es bereits viele eingereichte Klagen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die versuchen gegen eine solche Kündigung vorzugehen. Juristen gehen aber in den meisten Fällen jedoch davon aus, dass diese Klagen keinen Erfolg haben werden.

Lese-Tipp: Kündigung wegen Corona-Test-Verweigerung: Arbeitsgericht

Gibt es Ausnahmen?

Wenn die Arbeit auch im Homeoffice erledigt werden kann, so muss der Chef diese Option – wenn dem keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen - in der Regel einräumen. Bedeutet, dass eine Abmahnung oder eine Kündigung unter dieser Voraussetzung nicht verhältnismäßig wäre.

Lese-Tipp: Anspruch auf Homeoffice soll auch nach Corona bleiben

Muss ich zur Arbeit, wenn ich befürchte mich angesteckt zu haben?

Krankschreibung , Health11.10.2014Bild: Krankmeldung, Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung,GesundheitskarteFeaturebild, Symbolbild, Themenbild
Wenn man mit Symptomen flach liegt, braucht man eine entsprechende Krankschreibung.
picture alliance / Eibner-Presse, Eibner-Pressefoto

Generell sollen Arbeitgeber ihre Beschäftigten derzeit wieder ins Homeoffice schicken. Ist dies nicht möglich, so müssen die Mitarbeitenden auch vor Ort erscheinen. Das gilt auch, wenn man befürchtet, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben und sich noch nicht in Quarantäne befindet.

Wer eine Infektion befürchtet, sollte das dem Arbeitgeber offen kommunizieren – in der Regel zeigen sich diese verständnisvoll, da eine weitere Eindämmung der Pandemie auch in ihrem Interesse liegt.

Lese-Tipp: Home-Office: Ist Arbeiten von Zuhause eine gute Möglichkeit?

Wie sehen die Regeln aus, wenn ich mich infiziert habe?

Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss sich in behördlich angeordnete Quarantäne begeben. Dies ist auch dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen. Hat der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin keine Symptome , so kann der Arbeitgeber verlangen, dass von zu Hause aus weitergearbeitet werden.

Das gilt natürlich nicht, wenn man mit Symptomen flach liegt und eine entsprechende Krankschreibung hat. Diese lässt sich übrigens vorübergehend auch telefonisch ohne Arztbesuch bekommen.

Lese-Tipp: Gericht entscheidet über Lohn-Entschädigung

Wichtig: Wer sich gegen eine Corona-Impfung entschieden hat, erhält seit dem 1. November 2021 keine Entschädigung mehr, wenn er aufgrund einer Quarantäne-Anordnung einen Verdienstausfall hat.

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