Kanzlerin Merkel zu Besuch in Schuld

Warum trägt im Katastrophen-Gebiet fast niemand eine Corona-Maske?

20. Juli 2021 - 11:14 Uhr

Merkel besucht Hochwassergebiet Schuld

Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt im Eifeldorf Schuld an, um sich vor Ort ein Bild von Lage im Hochwassergebiet zu machen. Der hohe Besuch ist umringt von einer Menschentraube: Helfer, Rettungskräfte, Polizeibeamte. Corona-Abstände und Hygiene-Maßnahmen scheinen vergessen. Trotz Pandemie trägt fast niemand eine Maske, auch die Kanzlerin und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer nicht – im Video erklärt RTL-Reporter Castern Lueb, warum das so ist.

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Angela Merkel in Schuld
Angela Merkel schaut sich im vom Hochwasser zerstörten Schuld um.
© Screenshot

Reporter beobachtet: Kaum jemand trägt im Katastrophengebiet Maske

Viele Menschen in dem Ort haben alles verloren. "Wenn Sie um ihr Leben rennen müssen – wirklich buchstäblich – und dann nach dem Schock mühsam anfangen, mit den Händen, mit Schaufeln sich wieder aus dem Schlamm, aus dem Matsch rauszubaggern, dann denken Sie an alles, aber nicht an eine Maske", meint der Reporter. Er hätte in den vergangenen Tagen, die er im Katastrophen-Gebiet verbracht hat, "so gut wie gar keine" Masken gesehen.

Vielen seien die Masken wohl schlicht auch zusammen mit allem anderen Hab und Gut weg geschwemmt worden. Der Ort ist nach dem Unglück schlecht erreichbar. Die Rettungskräfte haben Mühe, die Bewohner vor Ort mit dem Nötigsten zu versorgen. Das Hochwasser hat eine Schneise der Verwüstung angerichtet: Empfang, Strom, sauberes Wasser – all das ist plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Menschen würden ums Überleben kämpfen, da hätten sie andere Sorgen, als sich eine Maske aufzusetzen, meint der Reporter.

Wie schlimm die Lage für viele Anwohner in Schuld ist, lesen Sie hier.

Eifel-Dorf Schuld ist schwer vom Hochwasser betroffen

Das Eifel-Dorf Schuld war von der Hochwasserkatastrophe besonders schwer betroffen. Häuser wurden weggespült, Straßen stehen unter Wasser. Nachdem sich die Fluten aus vielen Gebieten zurückgezogen haben, wird in den Trümmern weiter nach Todesopfern und Verletzten gesucht. Die Opferzahl in den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat sich auf mehr als 150 erhöht. Allein der Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz meldete am Sonntagmorgen 110 Tote und 670 Verletzte. Auch im benachbarten Nordrhein-Westfalen kamen Dutzende Menschen ums Leben. (dpa/jgr)