Spektakulärer Ermittlungserfolg! Festnahme in Cold Case„Der Täter ist eine sehr kranke Person” – Bruder von Mordopfer Amy Lopez im RTL-Interview

Am Morgen des 26. September 1994 wollte die 24-jährige amerikanische Studentin Amy Lopez die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz über den Felsenweg besteigen – stattdessen wurde sie ermordet.
Am Morgen des 26. September 1994 will die 24-jährige amerikanische Studentin Amy Lopez die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz über den Felsenweg besteigen – später wird sie ermordet aufgefunden (Archivbild)
Staatsanwaltschaft Koblenz

Nach 31 Jahren kann die Familie endlich abschließen.
Die amerikanische Touristin Amy Lopez wird am 26. September 1994 ermordet in Koblenz gefunden. Ein Täter kann zunächst nicht ermittelt werden. Die jahrelange Ungewissheit, wer ihnen das Liebste genommen hat, quält Vater und Bruder der damals 24-Jährigen, wie sie zwei Jahre nach der brutalen Tat im RTL-Interview schildern.

Festnahme im Cold Case Amy Lopez

Ihr Vater Walter schenkt Amy Lopez einen Urlaub zum bestandenen Schulabschluss. „Das war ihre einzige Chance, eine Reise zu unternehmen, bevor das Medizinstudium begann”, erinnert er sich 1996 im Gespräch mit RTL. So sei die junge Amerikanerin von Houston im US-Bundesstaat Texas nach Koblenz gekommen, „in diese schöne Stadt. Sie wusste, es ist sehr friedlich hier und wirklich romantisch.” Doch die damals 24-Jährige wird den harmonisch wirkenden Ort nicht mehr lebend verlassen.

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Zwei Jahre nach dem Verbrechen an Amy Lopez kehren Robert und Walter Rimbo an den Tatort zurück
Zwei Jahre nach dem Verbrechen kehren Robert und Walter Rimbau an den Tatort zurück
RTL

Zum zweiten Todestag kehren Walter Rimbau und sein Sohn Robert zur Festung Ehrenbreitstein zurück. Hier kämpft Amy im Gewölbe gegen einen unbekannten Täter um ihr Leben – vergeblich. „Ich hätte gedacht, dass so etwas in meiner Heimat, einer sehr großen Stadt passieren kann. Aber niemals in Koblenz”, so Vater Walter. Bruder Robert ist sich sicher, dass der Täter den Kontakt zu Amy aufgenommen hat, nicht umgekehrt: „Ich glaube, sie wurde getäuscht, als sie hierher gebracht wurde.“

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Amy Lopez wird Opfer eines Sexualverbrechens

Täter und Opfer seien zufällig aufeinander getroffen, heißt es vom Staatsanwalt im Gespräch mit RTL 1996. Bitter für ihre Familie: „Amy war ganz einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“ Spielende Kinder finden die Tote schließlich. „Das Opfer war weitgehend entkleidet und wies schwere Kopfverletzungen, mehrere Messerstiche am Oberkörper und Strangulationsmerkmale auf”, erklärt die Staatsanwaltschaft und bestätigt, dass Amy Lopez Opfer eines Sexualverbrechens geworden ist.

Cold Case Amy Lopez in Koblenz
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Thomas Frey/dpa

Zwei Jahre nach dem grausamen Tod seiner Schwester hofft Robert Rimbau, dass ihr Mörder geschnappt wird, und appelliert an Zeugen: „Vielleicht kann sich irgendjemand an etwas erinnern oder er hat etwas gehört. Vielleicht hat der Täter mit irgendjemandem geredet. Vielleicht erinnert sich derjenige daran und gibt der Polizei einen guten Tipp.“ Doch es wird Jahrzehnte dauern, bis ein Tatverdächtiger in den Fokus von Polizei und Staatsanwaltschaft gerät. 2024 teilen die Ermittler mit, dass bei der Überarbeitung des Falls durch moderne Methoden männliche DNA-Spuren an Asservaten gefunden worden seien.

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Polizei nimmt Tatverdächtigen im Cold Case Amy Lopez fest

Am Montag (23. Februar) wird ein 81-Jähriger in seiner Wohnung in der Nähe von Koblenz festgenommen, so die Staatsanwaltschaft Koblenz. Der Deutsche stehe unter dem dringenden Verdacht, die damals 24-Jährige getötet zu haben. Zuvor sei ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen worden. Weitere Details zu ihm sind bislang nicht bekannt.

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Bereits 1996 wünscht sich Amy Lopez Familie nichts mehr, als dass der Täter vor Gericht gestellt wird, wie Bruder Robert im RTL-Interview erklärt. Amy sei ein wunderbarer Mensch gewesen. „Ich glaube, der Täter ist eine sehr kranke Person, ein Feigling, ein Mensch ohne Gewissen”, sagt Robert Rimbau. Mit dem Durchbruch in dem 31 Jahre alten Cold Case hat die Familie nun hoffentlich Gewissheit und bekommt hoffentlich im Laufe eines Verfahrens vom Tatverdächtigen Antworten auf die Fragen, die sie jahrzehntelang gequält haben. (lha)

Verwendete Quellen: RTL-eigene Recherche, dpa, Staatsanwaltschaft Koblenz