Nach 31 JahrenMord endlich gelöst? Festnahme im Cold Case Amy Lopez

Gibt es nach 31 Jahren endlich Gerechtigkeit?
Im September 1994 wurde die amerikanische Studentin Amy Lopez bei einem Ausflug auf die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz sexuell missbraucht und ermordet. Der Täter blieb unerkannt. Bis jetzt. Nun spricht die Staatsanwaltschaft in Rheinland-Pfalz von einem Durchbruch: Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen.
Studentin Amy Lopez wurde ermordet – ihre Leiche wurde von Kindern entdeckt
Der Tatablauf schockiert auch 31 Jahre später noch immer: „Am Morgen des 26. September 1994 wollte die 24-jährige amerikanische Studentin Amy Lopez die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz über den Felsenweg besteigen“, erklärt die Polizei. „Zuletzt gesehen wurde sie dort um 8:50 Uhr.“ Nur 85 Minuten später wird ihre Leiche entdeckt – ausgerechnet von spielenden Kindern. „ Das Opfer war weitgehend entkleidet und wies schwere Kopfverletzungen, mehrere Messerstiche am Oberkörper und Strangulationsmerkmale auf.“ 2024 teilten die Ermittler mit, dass bei der Überarbeitung des Falls durch moderne Methoden männliche DNA-Spuren an Asservaten gefunden worden seien.

Der Täter hat gleich mehrere Gegenstände von Amy Lopez mitgenommen. Darunter eine Brille, ein silbernes Armkettchen, eine silberfarbene Digitaluhr, weiße Nike-Sportschuhe sowie eine weiße Bauchtasche. Die Polizei ermittelte fieberhaft. Jedoch lange Zeit ohne Erfolg. Mehr als 30 Jahre nach der Tat war der Fall Teil der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy ... ungelöst“. Im Zuge der Sendungen sind zahlreiche Hinweise eingegangen. Doch zu einer Festnahme kam es erst jetzt.
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Anzeige:Festnahme im Mordfall „Amy Lopez“: 81-Jähriger ist Tatverdächtiger
„Am 23.02.2026 wurde nun ein inzwischen 81-jähriger Deutscher in seiner Wohnung in der Nähe von Koblenz wegen des dringenden Verdachts, seinerzeit Amy Lopez getötet zu haben, festgenommen”, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Es wurde ein Haftbefehl beantragt. Der Mann befindet sich nun in U-Haft. Weitere Details zum Tatverdächtigen nennt die Staatsanwaltschaft derzeit nicht. Auch Hintergründe, wie der 81-Jährige in den Fokus der Ermittler geraten ist, sind nicht bekannt.
Immerhin passt der Mann aufgrund seines Alters nicht zu dem zuvor veröffentlichten Täterprofil. Noch im September 2025 hieß es unter anderem: „Der Mann war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Einzeltäter zwischen 18 und 35 Jahren, ohne persönlichen Bezug zum Opfer, aber mit Vorerkenntnissen in Gewalt- oder Sexualdelikten.” Zumindest das Alter passt zu dem nun festgenommenen Mann nicht. Er war zur Tatzeit ungefähr 50 Jahre alt und damit deutlich älter. Inwiefern er bereits mit Gewalt- oder Sexualdelikten der Polizei bekannt gewesen ist, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft Koblenz kündigt an, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (25. Februar) über den Fall zu informieren.
Verwendete Quellen: Staatsanwaltschaft Koblenz und dpa


