Tödliches VersagenZahlreiche Notrufe, keine Rettung! Der grausame Tod von Jennifer Cronin

Jennifer Cronin wurde von ihrem Schwiegersohn angezündet.
Jennifer Cronin wurde von ihrem Schwiegersohn angezündet.
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Es ist das grausame Ende einer jahrelangen Geschichte aus Gewalt, Angst und Nachstellungen!
Am 13. März 2018 verschafft sich Kieran Lynch Zugang zum Grundstück seiner Schwiegermutter Jennifer Cronin (72). Dort übergießt er die Seniorin und sich selbst mit Benzin und setzt beide in Brand. Wie konnte es so weit kommen, obwohl Kierans Ex-Frau Susan mehrfach die Polizei um Hilfe gebeten hat?

Susan schweigt lange über die Gewalt in ihrer Ehe

Jahrelang soll Kieran Lynch seiner Familie das Leben zur Hölle gemacht haben. In der True-Crime-Serie „Familien: Mord und Totschlag“ (jederzeit auf RTL+ streamen) erinnert sich Susan an körperliche Übergriffe ihres damaligen Mannes: „Er setzte sich auf meine Brust oder drückte mir die Kehle zu.“

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Am nächsten Tag habe ihm sein Verhalten immer leidgetan. Susan wiederum habe sich geschämt und zunächst weder ihrer Mutter noch der Polizei erzählt, was hinter verschlossenen Türen passierte. „Ich nahm es einfach hin“, sagt sie rückblickend.

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Auch Tochter Matilda bekam mit, dass etwas nicht stimmte. Sie erinnert sich an „Geschrei und klirrendes Geschirr“ und daran, wie angespannt das Familienleben gewesen sei: „Manchmal gingen wir in seiner Nähe wie auf Eierschalen. Er verunsicherte uns.“

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Nach der Trennung eskaliert die Situation

Irgendwann entscheidet Susan aber, dass es so nicht weitergehen kann. „Ich musste meine Töchter schützen. Also trennten wir uns. Er zog zu seinen Eltern.“

Zunächst fühlt sich Susan nach eigener Aussage frei und unbeschwert. Doch die Ruhe hält nicht lange. Eines Abends taucht Kieran mit einem Vorschlaghammer vor ihrem Haus auf. Sie verständigt die Polizei, er wird zunächst wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung, Waffenbesitz und Androhung von Mord in Gewahrsam genommen. Angeklagt wird er laut der Doku schließlich aber nur wegen Sachbeschädigung.

Stephen Jennings, leitender Ermittler für Stalking und Belästigung bei der Essex Police, war damals nicht persönlich mit dem Fall betraut, ordnet das Vorgehen der Polizei für die Dokumentation aber rückblickend ein. Kieran sei nicht vorbestraft gewesen und der Vorfall damals als häuslicher Streit bewertet worden.

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Kieran wünscht Susan den Tod – und die Polizei unternimmt nichts

Dabei bleibt es nicht bei diesem einen Vorfall. Susan berichtet, sie habe die Polizei mehrfach wegen ihres Ex-Mannes alarmiert: „Wir haben sie gerufen und immer wieder um Hilfe gebeten und nichts ist passiert.“

Auch eine Nachricht, in der Kieran seiner Ex-Frau den Tod gewünscht haben soll, habe sie den Beamten gezeigt. Laut Jennings sei die Äußerung damals jedoch als hypothetisch bewertet worden.

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Zwar habe es Kautionsauflagen gegeben, die Kieran den Kontakt zu Susan untersagten, doch nach ihren Angaben habe er sich immer wieder bei ihr gemeldet. Ein anderes Mal soll er sich Zugang zur Garage verschafft und die Stromversorgung des Hauses unterbrochen haben. Wieder ruft Susan die Polizei, zu einer Festnahme kommt es laut der Dokumentation jedoch nicht.

Tage vor der Tat beginnt der Telefonterror

Kurz vor dem tödlichen Angriff verschärft sich die Situation noch einmal. Tagelang soll Kieran Susan immer wieder angerufen haben. „Ich hatte panische Angst, doch die Polizei unternahm nichts“, sagt sie rückblickend.

Jennings erklärt, warum damals niemand geschickt worden sei. Kieran habe keine direkten Drohungen ausgesprochen und offenbar nicht vorgehabt, zum Haus der Familie zu fahren. Die einzelnen Vorfälle seien isoliert betrachtet und die Gefahr entsprechend geringer eingeschätzt worden.

Heute bewertet der Ermittler das anders: „Rückblickend würde ich sagen, dass wir die Situation falsch eingeschätzt haben. Diese zwanghafte Fixierung und die ständige Nachstellerei – das war Stalking.“

Am 13. März 2018 kommt es zur Katastrophe

Nach zwei weiteren Anrufen bei der Polizei durch Susans Tochter kommt es am 13. März 2018 schließlich zum Äußersten. Kieran gelangt auf das Grundstück von Susans Mutter. Dort überschüttet er Jennifer Cronin und sich selbst mit Benzin und setzt beide in Brand.

Kieran stirbt, nachdem 98 Prozent seiner Haut verbrannt worden waren. Auch Jennifer überlebt den Angriff nicht. Bei ihr hatten 30 Prozent der Haut Verbrennungen dritten Grades erlitten. Susan musste damals mitansehen, wie ihre Mutter in ihrem eigenen Garten verbrennt.

„Wir hätten mehr tun können“

Für Stephen Jennings steht rückblickend fest: „Ich denke, wir hätten mehr tun können.“ Die Polizei habe die Situation „offensichtlich nicht ernst genug genommen“. Für Jennings zeigt der Fall auch, wie gefährlich es sein kann, Stalking als eine Reihe voneinander unabhängiger Ereignisse zu betrachten. Erst im Gesamtbild werde sichtbar, wie sich Kontrolle, Fixierung und Nachstellungen immer weiter zuspitzen können.

Spätere Untersuchungen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass im Fall Jennifer Cronin Fehler auf fünf Ebenen zu deren Tod beigetragen hätten. Man habe daraus Konsequenzen gezogen und die Maßnahmen im Umgang mit häuslicher Gewalt und Stalking verändert worden, erklärt Jennings.

Verwendete Quelle: RTL+