Tiere empfinden Freude, Leid und Schmerz

Härtere Strafen für Tierquäler: Die Gefühle von Wirbeltieren werden in Großbritannien jetzt zum Gesetz!

Wirbeltiere haben Gefühle. Großbritannien will das jetzt gesetzlich verankern.
Wirbeltiere haben Gefühle. Großbritannien will das jetzt gesetzlich verankern.
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10. Mai 2021 - 15:46 Uhr

Tierquäler kommen meist mit relativ milden Konsequenzen davon

Wirbeltiere haben Gefühle. Sie empfinden Freude, Leid, Angst oder Schmerz. Dennoch werden Haustiere oft auf grausame Art gequält. Und die Täter? Die kommen in Deutschland meist mit relativ milden Konsequenzen davon. In Großbritannien sollen Tierquälern bald härtere Strafen drohen: Die britische Regierung will die Gefühle von Wirbeltieren jetzt nämlich sogar gesetzlich verankern.

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Wirbeltiere haben Gefühle – das will Großbritannien gesetzlich verankern

Empfindungsvermögen gelte für Wirbeltiere, "alle, die ein Rückenmark haben", sagte Umweltminister George Eustice der Zeitung "Sunday Telegraph". Das Gesetz soll an diesem Dienstag von Queen Elizabeth II. in ihrer traditionellen Regierungserklärung angekündigt werden. Darin wird betont, dass Tiere sich ihrer Gefühle und Emotionen bewusst sind und Freude und Vergnügen, sowie Leiden und Schmerz empfinden können.

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Das Strafgesetzbuch stuft Tiere noch immer als Sache ein

Im deutschen Recht wird Tierquälerei als Straftat eingestuft. Wird ein Wirbeltier grundlos getötet, gequält oder misshandelt, sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. So die Theorie. In der Realität aber kommt es selten vor, dass ein Tierquäler wirklich hinter Gitter kommt.

Eine versuchte oder eine fahrlässige Tierquälerei oder -misshandlung wird in Deutschland als Ordnungswidrigkeit eingestuft. Dem Täter droht dann höchstens eine Geldbuße bis zu 25.000 Euro. Meist liegen die Strafen aber eher im dreistelligen Bereich. Und: Handelt es sich um ein fremdes Tier, kann die Tat sogar als Sachbeschädigung durchgehen. Denn das Strafgesetzbuch stuft Tiere im Wesentlichen noch immer als Sache ein.

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Die Strafen für Tierquälerei sollen in Großbritannien auf bis zu fünf Jahre Haft steigen

Mit dem neuen Gesetz will die britische Regierung das Land zum Vorreiter bei Tierrechten machen, das Gesetz gilt als Herzstück der Strategie. Die Strafen für Tierquälerei sollen von sechs Monaten auf maximal fünf Jahre Haft steigen.

Weitere Gesetzentwürfe verbieten den Import von Jagdtrophäen, den Export von lebenden Tieren sowie die Haltung von Primaten als Haustiere. Zur Tierwohlstrategie gehört zudem, dass die Regierung ein Verbot von Pelzimporten sowie eine Pflicht für Mikrochips bei Hauskatzen anpeilt. Auch die Tötung von Schweinen durch Vergasung mit Kohlendioxid soll beendet werden.

Britischer Umweltminister George Eustice: "Wichtiges Signal an die Welt"

Minister Eustice nannte das Vorhaben ein "wichtiges Signal an die Welt". Viele dieser Änderungen, wie das Exportverbot für lebende Tiere, seien erst durch den Austritt Großbritanniens aus der EU möglich geworden, behauptete er. Boris Johnson sei der erste Premierminister, der Tierwohl in der Regierungspolitik verankere, sagte Eustice. Kritiker sind der Ansicht, dass Johnson sich vor allem wegen persönlicher Ansichten seiner Verlobten Carrie Symonds für Tierrechte stark mache. Symonds, ehemalige Sprecherin von Johnsons Konservativer Partei, sei genauso "leidenschaftlich" bei dem Thema wie Johnson oder er selbst, sagte Eustice dazu.

(dpa/sli)

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