Aktuell breitet sich das Virus rasant aus

Hantavirus weiter auf dem Vormarsch

26. September 2019 - 16:19 Uhr

Besonders betroffen: Bayern und Baden-Württemberg

Aktuell häufen sich in Deutschland die Erkrankungen durch Hantaviren. Besonders betroffen sind Bayern und Baden-Württemberg. Kopfschmerzen, Verspannungen und Fieber sind die ersten Anzeichen einer Infektion. Gerade bei Arbeiten im Schuppen oder im Garten ist die Ansteckungsgefahr bei Arbeiten besonders hoch.

Emily Iversen wurde von dem Virus infiziert. Im Video erzählt Sie uns, wie sie die Infektion erlebt hat.

Hantavirus breitet sich rasant aus

Bis Ende August sind laut Angaben des Robert-Koch-Instituts bundesweit bereits 1.184 Fälle Erkrankungen gemeldet worden. Im Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es nur 123. In Bayern und Baden-Württemberg traten zwei Drittel aller gemeldeten Infektionen mit Hantaviren auf. Fokus der Infektionen sind zum Beispiel die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald, Unterfranken und der Spessart. Weitere Brennpunkte sind das Münsterland und die Region Osnabrück.

Schuld ist die Rötelmaus

Besonders in Regionen mit einem hohen Anteil an Buchenwäldern sind Hantaviren weit verbreitet. Denn dort ist die Rötelmaus -auch Waldwühlmaus genannt- zu Hause. Ihre Gattung überträgt das Virus. Hier gibt es die idealen Lebensbedingungen für sie, denn die Waldwühlmäuse ernähren sich besonders gern von Bucheckern. Da die Mäuse in diesem Jahr leichter durch den Winter kamen als sonst, gibt es momentan besonders viele und das Infektionsrisiko ist so hoch wie lange nicht mehr.

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So wird das Hantavirus übertragen

  • Das Hantavirus kann durch den Speichel, den Urin oder den Kot der Mäuse übertragen werden.
  • Menschen können sich über den Biss einer infizierten Maus infizieren.
  • Sehr viel häufiger ist jedoch, dass sich Menschen durch Staub, der getrockneten Kot oder Urin der Nager enthält, infizieren. So kann der Virus etwa beim Fegen von Garage oder Keller in die Atemwege gelangen und so zur Infektion führen.
  • Von Mensch zu Mensch ist eine Übertragung eher unwahrscheinlich.

Wie schützen Sie sich?

Um sich zu schützen, sollten Menschen nach Expertenangaben, besonders in Gebieten mit viel Buchenwald den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagern vermeiden - beispielsweise bei Holzarbeiten in Wald und Garten und bei der Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen.

Bei notwendigen Arbeiten im Schuppen oder im Garten sollten Sie einen Mundschutz und Handschuhe tragen.

Außerdem hilft es, bei Reinigungsarbeiten die Flächen zu befeuchten, um den Staub zu binden, bevor man beginnt, zu kehren.

Hantavirus: Symptome wie bei der Grippe

Bei den meisten mit dem Hanta-Virus Infizierten verläuft die Infektion unbemerkt. Die  Symptome gleichen zunächst erstmal denen einer Grippe, sodass die Krankheit oft erst viel zu spät diagnostiziert wird. 

Das sind die Symptome einer Hantavirus-Infektion im Überblick:

  • hohes Fieber

  • Myalgien (Muskelschmerzen)

  • Kopfschmerz

  • Beschwerden wie Durchfall und Magenschmerzen

  • akutes Nierenversagen

Wann zum Arzt gehen?

Auch wenn sich die Infektion mit dem Hantavirus mit grippeähnlichen Symptomen äußert, müssen Sie nicht bei jedem Schnupfen gleich Verdacht schöpfen. Denn nur etwa jede zehnte Infektion mit Hantaviren führt tatsächlich zu grippeähnlichen Symptomen. Wenn die Erkältungssymptome jedoch länger als zwei oder drei Wochen anhalten und Nierenprobleme dazu kommen, dann sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

Wie wichtig es ist, sich rechtzeitig in medizinische Obhut zu begeben, zeigt der Fall von Emily Iversen. Sie hat tagelang nicht geahnt, in welcher Gefahr sie schwebt. Sehen Sie Ihre Geschichte im Video!