Augenzeuge filmt Gewaltakt in Wien

Tote Impfärztin Kellermayr: Hier zerstört eine Frau ihre Gedenkstätte

Hier zerstört eine Frau ihre Gedenkstätte Tote Impfärztin Kellermayr
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Tote Impfärztin Kellermayr
Hier zerstört eine Frau ihre Gedenkstätte

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Vor dem Stephansdom in Wien liegen Kerzen und Blumen zum Gedenken an die von Impfgegnern bedrohte Ärztin Lisa-Maria Kellermayr. Sie hatte sich das Leben genommen. Jetzt hat eine Frau das Andenken buchstäblich mit Füßen getreten. Ein Augenzeuge hat den verstörenden Moment zufällig festgehalten – im Video.

Ärztin Kellermayr: Frau zerstört Gedenkstätte in Wien

Gedenkveranstaltung der Initiative #YesWeCare für die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr
Gedenkveranstaltung der Initiative #YESWECARE für die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr
jh, action press, ActionPress

Gegen 6 Uhr am Morgen läuft die Frau an den Blumen, Kerzen und Fotos für die tote Medizinerin vorbei. Plötzlich nimmt sie Anlauf, holt aus und tritt gleich mehrfach zu. Einige Kerzen fliegen meterweit durch die Luft. Die Bezirksregierung hat das Zeugenvideo jetzt veröffentlicht. Die Hintergründe sind Medienberichten zufolge noch völlig unklar. Ebenso, ob es sich bei der Täterin möglicherweise um eine Corona-Leugnerin oder Impfgegnerin handelt. Die Behörden ermitteln.

Der Suizid der 36-Jährigen hatte bereits vor wenigen Tagen die Debatte über Hass im Netz neu angefacht. Österreichs Justiz und Sicherheitsbehörden sollen als Reaktion besser gerüstet werden. Justizministerin Alma Zadic (Grüne) kündigte an, dass sie gemeinsam mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) daran arbeiten werde, jeder Polizeidienstelle und Staatsanwaltschaft die nötigen Ressourcen und Werkzeuge zu geben, um alle Opfer ernst zu nehmen und Täter zeitnah zur Rechenschaft zu ziehen. „Diese Ausforschung dauert oft zu lange, was für Betroffene natürlich extrem belastend ist“, sagte sie.

Ermittlungen nach Suizid von Ärztin Lisa-Maria Kellermayr

Diese Gedenkstätte für Lisa-Maria Kellermayr in Wien wurde jetzt geschändet.
Diese Gedenkstätte für Lisa-Maria Kellermayr in Wien wurde jetzt geschändet.
www.imago-images.de, IMAGO/Wolfgang Simlinger

Lisa-Maria Kellermayr war am 29. Juli tot in ihrer Praxis im oberösterreichischen Seewalchen am Attersee gefunden worden. Die 39-Jährige hinterließ drei Abschiedsbriefe, in denen sie unter anderem schilderte, wie sie von Impfgegnern bedroht und von den Behörden ihrer Meinung nach im Stich gelassen wurde. Kellermayr hatte sich im Kampf gegen Corona engagiert und war in sozialen Medien monatelang zum Ziel von Hass-Postings und Drohschreiben geworden.

Seit dem Suizid der 36-jährigen Medizinerin sind Österreichs Behörden mit dem Vorwurf konfrontiert, sich zu wenig um den Fall gekümmert zu haben. Ermittlungen laufen inzwischen auch in Deutschland. Am Freitag wurde in Oberbayern die Wohnung eines 59-jährigen Mannes durchsucht, dem vorgeworfen wird, er habe Kellermayr bedroht und nachgestellt . (dpa / sbl)

Hier finden Sie Hilfe in schwierigen Situationen

Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Hier finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote.

  • Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.