Trauer und Entsetzen über Tod von Lisa-Maria Kellermayr

Österreichische Impf-Ärztin hinterlässt Abschiedsbriefe: "Ich kann nicht mehr"

Impfgegner bedrohen Ärztin - jetzt ist sie tot "Ich kann nicht mehr"
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"Ich kann nicht mehr"
Impfgegner bedrohen Ärztin - jetzt ist sie tot

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Der Tod von Lisa-Marie Kellermayr schockiert die Menschen weit über die Grenzen ihrer österreichischen Heimat hinaus. Die Ärztin, eine engagierte Befürworterin von Corona-Impfungen und Schutzmaßnahmen, hinterlässt drei Abschiedsbriefe, die zeigen, dass sie sich auch von den Behörden im Stich gelassen fühlte. Die Leiche der Medizinerin war am Freitag gefunden worden, Anzeichen für ein Fremdverschulden an ihrem Tod gibt es nicht.

Kellermayr klagt, "dass sehr viel geredet wurde, aber keiner etwas getan hat"

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Schon vor einigen Wochen hatte die Ärztin ihre Praxis geschlossen
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„Ich verwünsche die Landespolizeidirektion Oberösterreich!“ So dramatisch endet einer der drei Abschiedsbriefe der Ärztin laut der „Kronen-Zeitung“. Lisa-Maria Kellermayr hat sich nach monatelangen Morddrohungen von Impfgegnern das Leben genommen.

Vor Wochen hatte sie ihre Praxis geschlossen, eine Reaktion auf die dauernden Drohungen und Anfeindungen von Corona-Leugnern und anderen Radikalen. „Ich kann nicht mehr“, habe sie in einem ihrer Abschiedsbriefe geschrieben, berichtet die Zeitung weiter.

Abschiedsbriefe von Lisa-Maria Kellermayr sind auch Abrechnung mit Behörden

Die Briefe sind eine deutliche Abrechnung mit Polizei und Ärztekammer. Sie habe keine Hilfe bekommen, hatte die Ärztin schon zuvor öfter geklagt. In ihren Briefen schreibt sie, "dass sehr viel geredet wurde, aber keiner etwas getan hat".

Lisa-Maria Kellermayr hatte in ihrem Twitter-Kanal öffentlich gemacht, dass sie monatelang attackiert worden sei. Sie veröffentlichte einige besonders widerliche Nachrichten, die sie erhalten hat. In einer wird sie als „dummes Stück Sch***e“ bezeichnet. Darin wird nicht nur sie mit dem Tod gedroht. Wörtlich heißt es: „Wenn ich schon mal dabei bin, werde ich aber selbstverständlich alle anderen Mitarbeiter deiner Praxis auch abschlachten.“ In dem verstörenden Schreiben wurde detailliert beschrieben, wie Kellermayr getötet werden sollte.

Wegen der massiven Bedrohungen schloss sie im Juli ihre Praxis. Am Freitag wurde die Leiche der Frau gefunden, deren großer Traum es immer war, als Ärztin anderen zu helfen. Heute Abend findet in Wien eine Trauerfeier zu ihren Ehren statt. (uvo)

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