Krankenschwester füllte Spritzen bei Corona-Schutzimpfungen falsch

Mögliche Injektion von Kochsalzlösung: Betroffene erhalten Entschädigung

In einem Impfzentrum in Friesland verwendete eine Krankenschwester Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff.
In einem Impfzentrum in Friesland verwendete eine Krankenschwester Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff.
© dpa, Mohssen Assanimoghaddam, ass sab len sb sto

17. September 2021 - 16:22 Uhr

10.000 Menschen werden entschädigt

Nach möglichen Impfungen mit Kochsalzlösungen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland den über 10.000 Betroffenen eine Entschädigung an. Eine Aufwandsentschädigung von 35 Euro erhielten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen. 50 Euro erhalte, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis Friesland online bekannt.

+++ Alle aktuellen Corona-Entwicklungen finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker +++

Betroffene müssen Antrag aus Entschädigung stellen

Dafür müsse ein Antrag gestellt werden, das Antragsformular stehe auf der Homepage des Landkreises zum Herunterladen bereit. Das Formular müsse ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben werden und könne per E-Mail oder Post beim Landkreis eingereicht werden. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Land Niedersachsen übernimmt Kosten

Alternativ könne der Vordruck auch bei den Städten und Gemeinden abgeholt werden, teilte der Landkreis weiter mit. Derzeit werde an einem Online-Formular gearbeitet, das von Ende kommender Woche an zur Verfügung stehen solle. Der Nachweis über die Nachholimpfung müsse dem Antrag beigefügt werden. Die Kosten übernehme das Land, die Auszahlung erfolge über den Landkreis. "Ich möchte ausdrücklich dem Land Niedersachsen danken, dass wir gemeinsam diese unbürokratische Lösung anbieten können", sagte Landrat Sven Ambrosy.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Krankenschwester verwendete Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff

Eine Krankenschwester hatte zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen hatte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden. (dpa/bst)