Nach Tod in Polizeigewahrsam

Fall Mahsa Amini: Ex-Bayern-Star Ali Karimi unterstützt Proteste im Iran

Ali Karimi (kleines Foto), Mahsa Amini
Ali Karimi (kleines Foto), Mahsa Amini
Sven Simon / unbekannt /Collage: rtl.de, rtl.de, picture alliance

Im Iran sind wieder Tausende Menschen bei Protesten nach dem Tod einer jungen Frau in Polizeigewahrsam auf die Straßen gegangen. In der Nacht zum Donnerstag gab es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Auf Videos, die nicht verifiziert werden konnten, wird auch von Schüssen mit scharfer Munition auf die Proteste berichtet. Mit dem ehemaligen Bayern-München-Profi Ali Karimi erhielt die Protestbewegung prominente Unterstützung.

"Keine Angst vor starken Frauen. Vielleicht kommt der Tag, an dem sie deine einzige Armee sind“

21.09.2022, Libanon, Beirut: Kurdische Frauen halten Bilder von der verstorbenen Iranerin Mahasa Amini.Auslöser der Proteste ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Sie war vor gut einer Woche von der Sittenpolizei wegen ihres «unislamischen Outfits
Protest gegen den Tod von Mahasa Amini auch in Beirut (Libanon)
DV alf, dpa, Marwan Naamani

„Hab keine Angst vor starken Frauen. Vielleicht kommt der Tag, an dem sie deine einzige Armee sind“, schrieb er auf Twitter. Der Ex-Fußballstar erhielt dafür Zuspruch vieler Iranerinnen und Iraner. Karimi lebt selbst im Iran.

Das Internet im Land ist massiv eingeschränkt und insbesondere mobile Netzwerke sind weitgehend abgeschaltet. Auch Instagram als eines der letzten freien sozialen Netzwerke wurde gesperrt.

Video: Tote bei Protesten im Iran

Tote bei Protesten im Iran Nach dem Tod von Mahsa Amini
02:12 min
Nach dem Tod von Mahsa Amini
Tote bei Protesten im Iran

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Auslöser der Proteste ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Sie war vor gut einer Woche von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die strenge islamische Kleiderordnung festgenommen worden. Was genau mit Amini nach ihrer Festnahme geschah ist unklar, jedenfalls fiel sie ins Koma und starb am Freitag in einem Krankenhaus.

Lesetipp: Junge Frau (22) stirbt im Polizeigewahrsam – soll ein Fake-Video die Wahrheit vertuschen?

Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei weist die Vorwürfe zurück. Seitdem demonstrieren landesweit Tausende Menschen gegen den repressiven Kurs der Regierung.

Mahsas Schicksal berührt viele Menschen über die Landesgrenzen hinaus. Frauen schneiden sich aus Protest unverhüllt die Haare ab und setzen ihre Kopftücher in Flammen. (dpa/uvo)