Iranerin stirbt nach Verhaftung durch Sittenpolizei

Nach Tod der Iranerin Mahsa Amini: Frauen schneiden sich aus Protest Haare ab

An undated picture obtained from social media shows Mahsa Amini. IranWire/via REUTERS  THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. NO RESALES. NO ARCHIVES.
Undatierte Aufnahme von Mahsa Amini aus den sozialen Medien
IranWire via REUTERS, IRANWIRE

Der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Teheran schlägt weiter hohe Wellen der Empörung. Aus Protest haben bekannte Iranerinnen ihre Haare abgeschnitten. Mit den im Internet geteilten Videos und Fotos wollten die Frauen ihre Solidarität mit der jungen Frau ausdrücken, die im Iran nach ihrer Verhaftung durch die Moralpolizei ins Koma gefallen und gestorben war. Unter ihnen ist beispielsweise die bekannte Schauspielerin Anahita Hemmati.

Polizeichef: "Was sie zu Hause tragen ist ihre Sache, aber nicht in der Öffentlichkeit“

Mahsa A. Iran
Diese Szene aus einem Video soll zeigen, wie Mahsa Amini zusammenbricht.
CNN

Amini war am Dienstag vergangener Woche durch die Religionspolizei wegen ihres „unislamischen“ Outfits festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht worden. Nach Polizeiangaben bekam sie dort Herzprobleme. Drei Tage später starb sie. Ihr Fall hatte über die Landesgrenzen hinaus Empörung und Trauer ausgelöst. Zahlreiche Kritiker warfen der Polizei vor, Amini geschlagen zu haben, was schließlich zum Tod führte. Die Polizei wies diese Darstellung zurück.

Die Klinik, in der die 22-Jährige behandelt wurde, hatte nach ihrem Tod auf einem inzwischen gelöschten Post bei Instagram geschrieben, dass Amini bereits bei der Aufnahme am Dienstag hirntot gewesen sei.

Polizei bestreitet Vorwürfe

Die Polizei sei stets bemüht, dass solche Fälle nicht vorkommen, sagte Teherans Polizeichef Hossein Rahimi. „Es ist gesetzlich nun mal unsere Aufgabe, Frauen an die Kleidervorschriften zu erinnern. Was sie zu Hause tragen ist ihre Sache, aber nicht in der Öffentlichkeit.“

Solidarität mit Mahsa Amini

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Seit der Islamischen Revolution von 1979 gelten im Iran strenge Kleidungsvorschriften für Frauen. Seitdem werden sie von Frauen, insbesondere in den Metropolen, ignoriert. Die Regierung in Teheran und die Hardliner im Parlament versuchen seit langem, die islamischen Gesetze strenger umzusetzen. (dpa/uvo)