US-Präsident rudert plötzlich zurückTrump droht Iran mit Angriffen – will aber kein Ultimatum

Das US-Militär setzt im Nahen Osten die Blockade gegen iranische Häfen durch - und stoppt nun auf gewaltsame Weise einen Öltanker. Bei den angedrohten Angriffen auf Brücken rudert Trump dagegen leicht zurück.
US-Präsident Donald Trump hat Teheran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur gedroht, sollte die iranische Führung nicht zurück an den Verhandlungstisch kommen. Doch auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginne, äußerte sich Trump wenige Stunden später nur schmallippig: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“
Der US-Präsident bekräftigte die Absicht, zivile Infrastruktur im Iran zu zerstören, ehe er wenig später wieder versöhnlichere Töne anschlug: Der Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte Trump auf Truth Social mit. „Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Irans zu schätzen!“ Details zu der Frau nannte Trump nicht. Er schrieb nur, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei.
Am Dienstag hatte Trump noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News in Richtung Teheran. Trump kündigte zudem in den kommenden Nächten weitere Attacken an.
Die US-Armee griff daraufhin die fünfte Nacht in Folge Ziele im Iran an. Damit sollten iranische Fähigkeiten ausgeschaltet werden, welche die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohten, erklärte das Regionalkommando Centcom bei X. Später meldete das US-Militär zudem, dass ein US-Kampfflugzeug auf einen unbeladenen Öltanker geschossen und ihn außer Gefecht gesetzt habe, als dieser versucht habe, die US-Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.
Das US-Kampfflugzeug habe „Hellfire-Raketen in den Schornstein des Schiffs abgefeuert“, teilte Centcom mit. „Das Schiff ist nicht länger auf dem Weg in den Iran.“ Bei dem Tanker habe es sich um die unter der Flagge von Curaçao fahrende „M/T Belma“ gehandelt. Es war das erste Mal, dass die US-Armee seit der Wiedereinsetzung der Blockade iranischer Häfen ein Schiff gewaltsam stoppte. In der Nacht konterte der Iran mit Attacken auf Kuwait und Bahrain. Die kuwaitische Armee teilte bei X mit, dass die Luftabwehr des Landes Drohnenangriffe bekämpfe. Diese kämen vom „ruchlosen iranischen Aggressor“.
Das US-Militär ist seit Dienstag wieder dazu übergegangen, Schiffe, die iranische Häfen oder Küstengebiete ansteuern oder von dort wegfahren, zu blockieren. Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Trotz der jüngsten Eskalation dauern die Vermittlungsbemühungen an. Trump erklärte die Waffenruhe in der vergangenen Woche für beendet.
Verwendete Quellen: bho/AFP/dpa


