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Charité-Experten Christian Drosten und Leif Erik Sander im Online-Talk

Impfstoff-Forscher: AstraZeneca ist „sehr, sehr wertvoll“

Prof. Dr. Christian Drosten hat in einer Online-Informationsrunde unter anderem über den Impfstoff AstraZeneca gesprochen.
Prof. Dr. Christian Drosten hat in einer Online-Informationsrunde unter anderem über den Impfstoff AstraZeneca gesprochen.
© dpa, Michael Kappeler, mkx cul

03. März 2021 - 10:26 Uhr

Online-Informationsrunde der Berliner Charité rund ums Impfen

Der Impfstoff des Herstellers AstraZeneca ist in der letzten Zeit unter anderem wegen starker Impfreaktionen und der Sorge um einen verminderten Schutz vor einer Corona-Infektion kritisiert worden. Manche wollen den Impfstoff deshalb nicht. Aber wie begründet sind diese Sorgen wirklich?

Bei einer digitalen Informationsrunde der Berliner Charité, bei der Prof. Dr. Christian Drosten und Impfstoff-Forscher Prof. Dr. Leif Erik Sander neben weiteren Experten Fragen beantworteten, gingen sie auch auf die Befürchtungen ein, die viele Menschen im Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung gerade bewegen.

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Verminderte AstraZeneca-Wirkung in Südafrika nicht auf Deutschland übertragbar

Daten aus einer Studie zur AstraZeneca-Impfung sprechen dafür, dass diese gegen die südafrikanische Virus-Mutante eine reduzierte Schutzwirkung hat. Die südafrikanische Regierung beschloss daraufhin, die Einführung des Impfstoffs von AstraZeneca zu stoppen. Eine Entscheidung, die laut Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Berliner Charité, nicht auf Deutschland übertragbar ist: "Wir können im Moment gar nicht sagen, ob überhaupt damit zu rechnen ist, dass die südafrikanische Mutante sich hier in relevantem Maße ausbreitet", sagte er im Info-Talk.

Für jemanden, der sich in Deutschland impfen lassen will, spiele dieser Aspekt also keine Rolle. Eine verminderte Wirksamkeit gegen die südafrikanische Virus-Mutante müsse und könne man so gar nicht auf Deutschland übertragen – "auch nicht mit der Dringlichkeit, mit der das in den Medien wiedergegeben wurde", so Drosten.

Impfstoff-Forscher: So sicher ist die AstraZeneca-Impfung

Auch Drostens Charité-Kollege Prof. Dr. Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie, ist von der Wirkung des AstraZeneca-Vakzins überzeugt: Wie die Varianten von Biontech/Pfizer und Moderna ist auch AstraZeneca laut dem Impfstoff-Forscher "insgesamt ein sehr sicherer Impfstoff".

Zwar gebe es einen hohen Prozentsatz an Probanden, die eine Impfreaktion haben. Das liege auch an der sehr hohen Menge an Adenoviren, die injiziert werde und auf die das Immunsystem reagiere – in vielen Fällen mit Abgeschlagenheit, Schüttelfrost oder Fieber, ähnlich wie beim Biontech/Pfizer-Impfstoff. Es habe bisher aber nur sehr wenige schwere Impfreaktionen gegeben.

LESE-TIPP: Die Impfstoffe von Biontech, Moderna und AstraZeneca im Vergleich

Keine schweren Covid-19-Verläufe nach AstraZeneca-Impfung

 A health professional holds a vial with the vaccine against COVID-19 from AstraZeneca, in the Pavilion 3 of the Public Hospital Enfermera Isabel Zendal, in Madrid, Spain, on February 23, 2021. This Tuesday begins the vaccination in the pavilion 3 of
Der AstraZeneca-Impfstoff ist laut dem Experten "sehr, sehr wertvoll".
© imago images/Lagencia, LagenciaEP PRESS/M.FERNÃNDEZ. POOL via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Auf Basis der bisherigen Datenlage gebe es nach der AstraZeneca-Impfung noch einige milde und moderate Corona-Infektionen, es gab bisher aber keine schweren Covid-19-Infektionen mit Krankenhauseinweisungen oder gar Todesfälle. Steckt man sich trotz Impfung an, verlaufe die Infektion in den meisten Fällen asymptomatisch oder mit nur sehr milden Symptomen: "Insgesamt ist dieser Impfstoff sehr, sehr wertvoll und kann uns helfen, aus dieser Situation herauszukommen, in der wir ständig mit den Kontaktbeschränkungen leben müssen", so Prof. Dr. Sander.

LESE-TIPP: RTL-Reporter will unbeliebteren AstraZeneca-Impfstoff

Neue Datenlage zeigt: Großer Impf-Abstand erhöht die Wirkung

Neue Erkenntnisse gebe es auch darüber, was den empfohlenen Abstand zwischen zwei Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin angeht. Das zeigte Prof. Dr. Sander im Info-Talk auf Basis von neuen Daten. Verlängere man den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung, erhöhe sich die Wirksamkeit des Impfstoffs insgesamt: "Bei denen, die einen Abstand von mehr als zwölf Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfung hatten, lag die Wirksamkeit bei über 80 Prozent."

Je länger man bis zur zweiten Impfung warte, desto höher die Zahl der Antikörper, die sich in der Zwischenzeit bilden. Es sei also sinnvoll, den Impf-Abstand möglichst weit zu wählen. Nach der ersten Impfdosis bestehe ab dem 22. Tag bereits ein guter Schutz (ca. 76 Prozent) gegen eine Corona-Infektion, nach zwölf Wochen erhöhe dieser sich auf etwa 82 Prozent.

Dritte Corona-Welle nach Ostern? Das sagt Christian Drosten

Gerade wird viel darüber spekuliert, wie lange uns das Coronavirus noch begleiten wird. Im Fokus steht auch eine Frage: Wird es eine dritte Welle geben? Angesichts der schwankenden Infektionszahlen sei das kein abwegiger Gedanke, so Prof. Dr. Drosten im Talk: "Das hängt stark davon ab, wie die Impfungen in der Bevölkerung fortschreitet", erläuterte er in seiner Videoschalte.

Zudem sei es wichtig, dass in den nächsten Wochen weiterhin penibel auf die Einhaltung der Maßnahmen geachtet werde. Ansonsten könne uns nach den Osterfeiertagen tatsächlich eine weitere Infektionswelle erreichen.

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