Verdacht der fahrlässigen Tötung

Oldenburg: Frühchen-Tod in Klinik - Ermittlungen gegen Ärztin

Frühchen in Klinik (Motivbild)
Frühchen in Klinik (Motivbild)
© picture alliance / dpa, Britta Pedersen

07. Oktober 2021 - 9:06 Uhr

Klinik in Oldenburg: Baby starb wegen verunreinigter Milchpulvernahrung

Verunreinigte Milchpulvernahrung hat im Juni im Klinikum Oldenburg zum Tod eines frühgeborenen Babys geführt. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen eine Ärztin, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Dienstag sagte. Weitere Beschuldigte gebe es derzeit nicht. Die Frau habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, so der Staatsanwalt. "Es werden weiter Zeugen vernommen." Wann die Ermittlungen abgeschlossen sind, ist demnach unklar.

Im Video: Bericht über gestorbenes Baby aus dem Juni

Weiteres Baby war durch Umweltkeim Cronobacter erkrankt

Der frühgeborene Säugling war nach Klinik-Angaben am 7. Juni auf der Intensivstation gestorben. Untersuchungen ergaben, dass die Nahrung, die das Baby am 3. Juni - einen Tag nach seiner Geburt - bekam, mit einem Keim belastet war. Ein weiteres Frühchen, das wegen der verunreinigten Milch schwer erkrankte, erholte sich. Zunächst war unklar, ob Folgeschäden bleiben. Ab Mitte Juni ermittelte dann die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Klinikpersonal.

Der Umweltkeim Cronobacter wurde auch bei drei weiteren Babys nachgewiesen, die keine Krankheitszeichen zeigten. Der Keim kann dem Krankenhaus zufolge im Staub, auf dem Boden, im Ab- und Trinkwasser und auf Oberflächen vorkommen. Wie er in die Milchpulvernahrung kam, ist bislang unbekannt. (dpa/ swi)