Weiteres Kind ist schwer erkrankt

Frühchen stirbt im Klinikum Oldenburg - Milch verunreinigt!

23. Juni 2021 - 11:16 Uhr

Im Video: Was bisher bekannt ist - das sagt der Klinikdirektor

Ein Frühgeborenes ist am 7. Juni im Klinikum Oldenburg an mit Keimen belasteter Milchpulvernahrung gestorben. Ein weiteres Kind, das ebenfalls mit der belasteten Milch gefüttert wurde, sei schwer erkrankt. Das teilte der Vorstand des Klinikums am Dienstag mit. Der Zustand des schwer erkrankten Kindes habe sich laut Krankenhaussprecherin Sigrid Jürgensmann inzwischen stabilisiert. Ob Folgeschäden bleiben, ist allerdings noch nicht absehbar. Auch bei drei weiteren Kindern, die die Milch getrunken hatten, wurde der Umweltkeim nachgewiesen, sie zeigten jedoch keine Krankheitssymptome.

Frühchen wurde nur wenige Tage alt

Das gestorbene Frühgeborene war in der 33. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen. Genau so wie die anderen Säuglinge hatte es die verunreinigte Milch am 3. Juni – einen Tag nach der Geburt – getrunken. "Der Vorfall ist in der ersten Lebenswoche des verstorbenen Kindes geschehen. Es ist davon auszugehen, dass das Frühgeborene deswegen noch nicht das Immunsystem hatte, das es hätte schützen können", so der Klinikdirektor Professor Axel Heep.

Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

Am 11. Juni sei die Polizei informiert worden, sie habe am selben Tag Ermittlungen aufgenommen. Eingeschaltet worden seien unter anderem auch das Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg sowie die beiden niedersächsischen Ministerien für Ernährung und für Gesundheit. Mitarbeiter überprüften die Frühchen-Intensivstation am vergangenen Donnerstag.

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Ursache der Verunreinigung unklar

Warum die Milch mit dem Umweltkeim "Cronobacter spezies" verunreinigt war, ist noch nicht bekannt. Sowohl die Milchküche, als auch die Zubereitung der Nahrung unterläge strengen Hygieneauflagen, so die Aussage des Vorstandes. Es seien alle Abläufe bei der Nahrung für Neu- und Frühgeborene überprüft worden, allerdings werde als Schutzmaßnahme bis auf weiteres auf die Zubereitung mittels Milchpulver verzichtet. Im Bedarfsfall werde eine nach Herstellerangaben sterile trinkfertige Flüssigmilch verwendet.

Keim kann für Kinder bis 12 Monate gefährlich werden

Der Umweltkeim kann sich im Staub, auf dem Boden, im Ab- und Trinkwasser und auch auf Oberflächen befinden. Während er bei Erwachsenen nicht, beziehungsweise selten zu Erkrankungen führt, kann er für Säuglinge und Kinder bis zum 12. Monat eine Gefahr bedeuten, so das Klinikum Oldenburg.

Klinikum Oldenburg erschüttert über den Vorfall

Der Vorstand und der Direktor des Klinikums Oldenburg zeigten sich erschüttert über den Vorfall. "Wir bedauern den Vorfall zutiefst und stehen in engem Kontakt mit der Familie", sagt Klinikdirektor Professor Axel Heep. Auch das gesamte Personal der Klinik sei tief betroffen.

Es wurden Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen, so die Staatsanwaltschaft Oldenburg: "Die Ermittlungen richten sich zunächst gegen unbekannte Täter. Aktuell ist die Polizei damit betraut, die Lieferkette der Säuglingsnahrung nachzuvollziehen." (eli)

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