Hund tötete seinen Besitzer American Bully Sam besteht Wesenstest – so geht es jetzt mit dem Hund weiter

Antonio Vella setzt sich für Hund Sam ein.
Antonio Vella setzt sich erfolgreich für Hund Sam ein.

Zweite Chance für Sam.
American Bully „Sam“ tötet Anfang Januar im niedersächsischen Lohne-Brockdorf seinen 33-jährigen Halter. Während Sam zunächst als Todeshund gilt, kämpfen Zehntausende mit einer Petition für eine zweite Chance. Jetzt besteht Sam den entscheidenden Wesenstest.

Was genau passierte, ist bis heute unklar

Anfang Januar findet eine Passantin im Lohner Stadtteil Brockdorf einen 33-jährigen Mann leblos in einem Graben. Neben ihm sitzt sein Hund Sam, ein American Bully. Der Rüde lässt Rettungskräfte zunächst kaum an den Körper heran. „Jedes Mal, wenn die Einsatzkräfte versuchten, sich der Person zu nähern, baute sich der Hund dann auch wieder auf“, sagt Polizeisprecher Christoph Schomaker damals zu RTL.

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Nach der Obduktion steht fest: Der Mann stirbt an schweren Gesichtsverletzungen durch Bisse. Die Polizei spricht von einer „körperlichen Auseinandersetzung“ zwischen Halter und Tier. Wie genau die Situation eskaliert, bleibt unklar. Augenzeugen gibt es nicht. Sam wird sichergestellt und in einer Tierschutzeinrichtung in Diepholz untergebracht. Experten sollen über seine Zukunft entscheiden, im schlimmsten Fall droht die Einschläferung.

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Zehntausende setzen sich für Sam ein

Kurz nach dem Vorfall startet im Netz eine Petition, mit dem Ziel, Sams Einschläferung zu verhindern. Innerhalb weniger Tage unterzeichnen zehntausende Menschen die Petition. Mittlerweile haben sich rund 64.000 Unterstützer angeschlossen. Die Welle der Unterstützung sorgt dafür, dass die Familie des Getöteten stärker in die Entscheidungsprozesse eingebunden wird. Besonders der Bruder des Verstorbenen begleitet gemeinsam mit Tierexperten die nächsten Schritte.

Unterstützt wird die Familie auch von Antonio Vella, Unternehmer und CEO von Dogprotect24. Er steht im engen Austausch mit den Angehörigen und setzt sich öffentlich für Sam ein. „Die ganze Familie des Getöteten nimmt den Hund als sehr liebevoll wahr, aggressiv sei er zuvor nie gewesen“, sagt Vella im Gespräch mit RTL.

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Sam reagiert nicht aggressiv

Und nun die überraschende Wendung: Sam besteht den entscheidenden Wesenstest des Landkreises. Antonio Vella teilt die Nachricht am Wochenende auf Instagram. Der Rüde meistert dabei 36 verschiedene Alltagssituationen ohne jegliche Auffälligkeit. Der Gutachter bescheinigt Sam keinerlei aggressives Verhalten gegenüber Menschen oder anderen Hunden. Statt anzugreifen, weiche der American Bully in Bedrohungssituationen aus.

Laut Nordwest-Zeitung soll Sam künftig einen Maulkorb tragen und eine Hundeschule besuchen. Landkreis und Familie beraten weiterhin über seine Zukunft. Der Bruder des Verstorbenen würde Sam gerne zu sich nehmen, erzählt Vella im Gespräch mit RTL. Bis eine endgültige Entscheidung fällt, bleibt der Rüde jedoch in der Tierschutzeinrichtung in Diepholz.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Instagram/Antonio Vella, Nordwest-Zeitung