Eltern informieren ihre Kids jedes Mal, bevor sie miteinander schlafen

"Kinder, heute haben Mama und Papa Sex!"

14. Januar 2021 - 9:40 Uhr

Mama und Papa brauchen jetzt Zeit zu zweit

Na, das ist ja mal ein offener Umgang mit einem sonstigen Tabuthema. Das Ehepaar Cohen aus Pennsylvania in den USA sagt seinen Kindern jedes Mal Bescheid, wenn die beiden Sex haben. Die Kids wissen dann genau Bescheid, was zu tun ist. "Ich wollte nicht, dass die Kinder denken, für Sex müsste man sich wegschleichen. Es gibt ja schon einen Unterschied zwischen Diskretion und Privatsphäre", erklärt Mama Jamie Beth im RTL-Interview. Wie das im Alltag genau funktioniert, erzählen uns die beiden im Video.

Eindeutige Signale

Auch der Huffington Post erzählte Mama Jamie Beth Cohen bereits, wie sie ihren zwei Kindern über das anstehende Schäferstündchen mit ihrem Mann informiert: "Wenn ich die Tür schließe und den Ventilator im Flur einschalte, lasst ihr uns bitte in Ruhe. Wir haben Sex."

Ahja. Details, die bestimmt nicht alle Kinder von ihren Eltern erfahren wollen. Sehen die Cohens anscheinend anders, denn: Für das Ehepaar war das ein wichtiger Schritt.

Pandemie-Flaute in der Kiste

Schuld ist: na klar, Corona. Wegen der Pandemie und dem damit verbundenen Homeschooling war nämlich auf einmal Schluss mit der intimen Zweisamkeit, sobald die Kinder das Haus verlassen hatten. Das durfte ja plötzlich niemand mehr. Und die Cohens: schauten, wie viele andere Eltern vermutlich auch, in die Röhre.

Einerseits gab es natürlich zuhause erstmal viel mehr zu tun, wenn alle anwesend waren. Die wenige Zeit war aber nur das eine Problem. Es war viel mehr die Tatsache, nie ungestört zu sein, weil die Kinder seit der Pandemie ständig um sie herum sind.

Beth vermisst die gute, alte (kinderfreie) Zeit

Die Schriftstellerin erinnert sich daran, wie ihr Liebesleben war, bevor die Kinder kamen.

"Wir hatten Sex, haben ein Nickerchen gemacht und hatten danach nochmal Sex. Oder vielleicht auch nur ein wirklich langes Mittagsschläfchen und danach etwas zum essen bestellen. Ich liebe meine Kinder, aber ich vermisse diese Tage.", sagte sie der Huffington Post.

Es geht ihr aber nicht nur um die unbeobachtete Zeit. Sondern auch darum, dass sie selbst für lange Zeit ihr Sexleben nicht mehr genießen habe können, eben weil sie sich in Anwesenheit der Kinder (auch wenn die natürlich nicht im selben Raum waren) unwohl gefühlt habe, mit ihrem Mann zu schlafen. Das und die Angst, ihre Kinder würden selbst eine Art "verklemmtes" Verhältnis zu Sex entwickeln, habe sie den Entschluss fassen lassen.

Zuerst hätten die Kinder gekichert und sich gewunden – aber dann hätten sie sie alleine gelassen.

Endlich wieder unbeschwert

Bei den Cohens rappelt es jetzt wieder im Karton. Und die Kinder? Die rufen den Eltern manchmal freudig hinterher: "Tut nichts, was wir nicht tun auch tun würden!", erzählt Jamie Beth.