"Hormon-Papst" Prof. Dr. Johannes Huber erklärt

Das hilft wirklich gegen Wechseljahresbeschwerden

26. September 2019 - 8:30 Uhr

Katja Burkard brauchte eine Starthilfe, um in den Wechseljahren glücklich zu sein

In ihrem Buch "Wechseljahre? Keine Panik!" teilt RTL-Moderatorin Katja Burkard ihre eigenen Erfahrungen und räumt mit Irrtümern, Missverständnissen und Vorurteilen auf: Sie hatte wie viele Frauen Angst vor Hormonen und machte sich schlau bei Europas bekanntestem Hormonforscher, kämpfte gegen überschüssige Pfunde, befreite sich von alten Lasten und verliebte sich neu – in ihren Lebensgefährten, mit dem sie seit mehr als einundzwanzig Jahren zusammen ist.

Über ihr Wechselbad der Gefühle und warum die Hormon-Therapie für sie der richtige Weg war, erzäht Katja Burkard im Video.

Verschiedene Therapie-Methoden können gegen Wechseljahres-Beschwerden helfen

Mit dem Begriff Wechseljahre - auch Menopause genannt - wird das Ende der Monatsblutung bezeichnet, somit also auch das Ende der weiblichen Fruchtbarkeit. Die natürliche Menopause tritt in den meisten Fällen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren auf. Ursache für die Wechseljahre ist eine hormonelle Veränderung, die von den Eierstöcken ausgeht. Manche Frauen spüren keine schwerwiegenden Veränderungen während der Wechseljahre, andere klagen über Schlaflosigkeit, Hitzewallungen, schwere mentale Verstimmungen und Trägheit.

Hilft eine Therapie mit pflanzlichen Mitteln nicht, greift der Gynäkologe meist zu Hormonen, die den Zustand der Frauen erheblich verbessern können. Dabei unterscheidet man zwischen bioidentischen und synthetischen Hormonen. Erstere imitieren die körpereigenen Hormone, sind mit diesen identisch und viel verträglicher als die künstlichen Hormone, die zum Beispiel auch in Anti-Baby-Pillen vorkommen. Diese können Thrombosen verursachen und sich negativ auf die Brustdrüse auswirken und so die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen.

Auch Katja Burkard benötigte Hilfe, um ihren Hormonhaushalt wieder in Ordnung zu bringen. Unterstützt hat sie dabei der "Hormon-Papst", Prof. Dr. Johannes Huber, Europas bekanntester Hormonforscher. "Im Unterschied zum Mann, der nur ein Geschlechtshormon hat, nämlich das Testosteron, hat die Frau drei verschiedene Systeme, und diese ändern ihre Konzentration", erklärt Huber. Die Eierstöcke produzieren die Geschlechtshormone Öströgen, Progesteron und Testosteron.

"Der Arzt muss Kriminalinspektor werden"

Sport, regelmäßige Schlafzeiten und Alkoholverzicht haben einen positiven Effekt für Frauen in den Wechseljahren, bei Problemen werden oft auch pflanzliche Mittel wie Soja empfohlen. Wer die Beschwerden so nicht in den Griff kriegt, dem kann ein Spezialist helfen.

"Der Arzt muss Kriminalinspektor werden, und dann kann eine gezielte Behandlung Therapie vorbereitet werden", so Huber. Neben einer Blutuntersuchung können bestimmte Symptome verraten, welches Hormon fehlt, denn jedes spielt eine Rolle im weiblichen Körper:

  • Ö wie Östrogen: Östrogen ist wichtig für Haare und Haut. Ein Mangel führt zu den berühmt berüchtigten Hitzewallungen und Schlafstörungen.
  • P wie Progesteron: Das Progesteron ist das "Hormon der Seele", wie Huber weiß. Manche Frauen haben Stimmungsschwankungen, wenn der Progesteron-Spiegel sinkt.
  • Auch T wie Testosteron spielt tatsächlich eine Rolle: Zum einen für das Gewicht und gutes Bindegewebe, und zum anderen fehlt bei einem Mangel der Frau oft die Lust auf Sex.

Auch diese Hormone haben großen Einfluss auf den weiblichen Körper:

  • DHEA: Fördert die Vitalität und regt den Muskelaufbau an. Gleichzeitig ist es für den Fettabbau zuständig.
  • Cortisol: Das Stresshormon kann negative Auswirkungen auf unseren Körper haben und kann zudem den Aufbau von Bauchfett fördern.
  • Gestagene: Das "Schwangerschaftshormon" ähnelt in seiner Wirkung dem körpereigenen Progesteron: Sonst sind sie für die Entstehung und Erhaltung einer Schwangerschaft maßgeblich.
  • Melatonin: Das Melatonin friert laut Huber Zellenorgane und biochemische Reaktionen ein, es ist tatsächlich das Hormon des Winterschlafes, das für die Anti-Aging Strategien große Bedeutung bekommt.
  • Vitamin D: Das Vitamin D ist laut Huber ein Hormon, vergleichbar dem Gelbkörperhormon, dem Schilddrüsenhormon und manchen Hormonen der Nebenniere. Es ist für den Kalziumgehalt des Körpers mitverantwortlich. Deswegen hat es eine hohe Bedeutung für die Prävention der Osteoporose.

So läuft die Hormon-Behandlung in den Wechseljahren

Die Behandlung mit Hormonen kann in Form von Tabletten, Spritzen, oder Nasensprays erfolgen. Darüber hinaus gibt es Gele und Pflaster, mit deren Hilfe Hormone über die Haut aufgenommen werden können. Manchmal vertragen Frauen die Hormonzufuhr per Medikament anfangs nicht besonders gut, da sich der Körper erst auf die Veränderung einstellen muss.