Umstrittene Thesen von der Epidemiologin Spelsberg

Ex-Frau meint "Corona keine große Gefahr" - So reagiert Karl Lauterbach

07. September 2020 - 7:40 Uhr

Im Video: So reagiert Karl Lauterbach auf die Aussagen von Angela Spelsberg

"Wir brauchen ein Abbrechen der Maßnahmen und müssen zum Alltag, zur Normalität zurückkehren," sagt Angela Spelsberg. Die Ärztin und Epidemiologin ist die Ex-Frau von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Wie der auf die Thesen seiner Ex-Gattin reagiert, sehen Sie im Video.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Karl Lauterbach zum Theme Corona: "Wir sind am Beginn einer zweiten Welle"

Der SPD-Gesundheitsexperte erklärt im RTL-Interview, der Herbst werde noch einmal eine Belastung werden, weil sich im Innenraum mehr Leute infizierten. "Wir sind am Beginn einer zweiten Welle", schätzt Lauterbach den Stand Deutschlands im Kampf gegen die Pandemie ein. Das zeigt, wie deutlich seine Position der seiner Ex-Frau Angela Spelsberg gegenüber steht.

Angela Spelsberg: "Wir befinden uns nicht mehr in der Pandemie“

Das Coronavirus in Deutschland sei wie eine ganz normale Grippe verlaufen, erklärt Spelsberg im RTL-Interview. Wie sie ihre umstrittene These ausführlich begründet, sehen Sie im Video.

In Deutschland sei unser Gesundheitssystem gut auf die Pandemie vorbereitet gewesen, es müsse weiter daran festgehalten werden, so viele Kapazitäten bereitzustellen. Sie ist außerdem der Meinung, dass nicht der Lockdown dazu geführt habe, dass die Infektionsausbreitung eingebremst wurde. "Unser Immunsystem hat das vermocht. Das hat eine Zeit gedauert. Zuerst haben wir Fälle gehabt, auch Todesfälle. Aber seit Mai haben wir keine neuen Todesfälle mehr und keine steigenden Krankheitsfälle mehr", erklärt Angela Spelsberg.

Stimmt das wirklich? Nein, leider nicht. Die Infektionszahlen sind in Deutschland zuletzt wieder gestiegen und auch Todesfälle, die bei uns zwar im weltweiten Vergleich auf einem niedrigen Niveau sind, hat es seit Mai noch gegeben. Zum Vergleich: Ende Mai lag die Zahl der im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen bei 8.525. Inzwischen liegt die Zahl bei 9.320. (Stand 4. September) Aktuelle Zahlen zu Corona-Infektionen, Todesfällen und Genesenen in Deutschland können Sie hier nachlesen.

Laut Spelsberg: Veranstaltungen seien ab sofort möglich

Veranstaltungen im Freien, im Fußballstadion oder auch den Zugang zu Schulen könnte man laut Spelsberg wieder so stattfinden lassen, wie vor der Pandemie. Die Epidemiologin versteht auch die aktuelle Vorgehensweise der Politik nicht: "Warum wollen sie 300 zulassen und nicht 1.000? Warum wollen sie 1.000 zulassen und nicht 10.000?" Jeder selbst sollte darauf achten, nicht mit Corona-Symptomen zu einer Veranstaltung zu gehen, erklärt Spelsberg.

Lauterbach wiederspricht im RTL-Interview dieser These: "Wir wissen aus den Studien, dass bei großen Veranstaltungen – insbesondere im Innenraum – sich mehr als achtzig Prozent der Neuinfektionen abspielen." Es seien daher oft sogenannte Superspreader-Events für Neunfektionen verantwortlich. Solche Veranstaltungen seien daher zu vermeiden, so der Spelsberg-Ex-Mann.

Videoplaylist: Alles, was Sie über das Coronavirus wissen sollten