Es ist ein Anblick, der sich bei Nico Haberkorn eingebrannt hat.
"Es wurden nachweislich elf Rehkitze geschreddert, regelrecht geschreddert."
Bereits Tage vorher hatten er und andere Anwohner die Agrarfirma darauf aufmerksam gemacht, dass sich auf dem Gelände Rehe mit Nachwuchs aufhalten.
Als ihm ein Nachbar dann von den Mäharbeiten erzählt, fährt Nico Haberkorn sofort los. Mit dem Auto versucht er, die Mähfahrzeuge zu stoppen — vergeblich.
"Ich konnte nur noch Verteilerfahrzeuge, die sozusagen das Gras dann breitwirbeln, stoppen und habe dort auch unmittelbar einen Fahrer angesprochen. // Er hat zu mir gesagt, dass es ihm egal sei. Also ich hatte ihn vorher angesprochen darauf, dass hier Kitze gerade geschreddert worden sind, getötet worden sind. Es sei ihm egal. Er macht ja nur seine Arbeit."
Dabei wäre das alles vermeidbar gewesen.
Denn das Problem ist bekannt: Rehe lassen ihre Kitze oft allein im hohen Gras, vermeintlich in Sicherheit. Doch wenn ein Mähdrescher kommt, ducken die sich weg, und fliehen nicht. Deshalb werden Wiesen und Felder eigentlich seit Jahren vor dem Mähen abgesucht – mit Helfern, Drohnen und Wärmebildtechnik. Warum ist das nicht auch in Auerswalde passiert?
Wir wollen die Firma heute Morgen mit den Vorwürfen konfrontieren.
Nico Haberkorn hat inzwischen Strafanzeige gegen die Firma gestellt.
Auf Anfrage bestätigt uns die Polizei:
"In dem von Ihnen angesprochenen Vorfall hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz in Tateinheit mit Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen."
Für Nico Haberkorn zählt jetzt nur eins.
"Dass so ein großes Unheil, was hier für die Tierwelt entstanden ist, nie wieder passiert."
Denn es wäre doch so leicht gewesen, das Leben der 11 Rehkitze zu retten...