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Cannabis als Medizin: DAS ist Deutschlands größte legale Plantage

Heilpflanze hilft ADHS-Patient Florian

Cannabis als Medizin: DAS ist Deutschlands größte legale Plantage

Deutschlands erste legale Cannabis-Plantage Cannabis als Medizin
06:33 min
Cannabis als Medizin
Deutschlands erste legale Cannabis-Plantage

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von Marius Olion

Seit 2017 dürfen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland medizinisches Cannabis verschreiben. Zahlreiche Patienten, bei denen herkömmliche Therapieformen keine Wirkung erzielen, profitieren davon. Einer von ihnen ist Florian (29). Der Familienvater hat ADHS und Cannabis ermöglicht ihm ein besseres Leben. RTL-Reporter Marius Olion hat Florian getroffen und wollte außerdem wissen: Wo wächst denn das medizinische Cannabis überhaupt? Die Antwort gibt’s im Video.

Leben mit ADHS: "Einfache Aufgaben sind nicht möglich."

Florian
Florian nimmt Cannabis, um die Symptome seiner ADHS-Erkrankung in den Griff zu bekommen.
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„Einfache Aufgaben sind nicht möglich. Man fängt etwas an, wird durch etwas abgelenkt und irgendwer muss hinterher räumen“, beschreibt Florian seinen Alltag mit ADHS. Das Rauchen beziehungsweise Inhalieren von medizinischem Cannabis schaffe Ruhe in seinen Gedankenabläufen und fahre ihn runter, so der 29-Jährige. „Das ist wie so ein Loch, da kommt den ganzen Tag viel Info raus und das bekommst du nicht sortiert. Und Cannabis ist wie ein Stöpsel, wie ein Schwamm, der das vorsortiert.“

Lese-Tipp: Diese Apotheke versorgt schwerkranke Menschen mit Cannabis

Cannabis ist mehr als eine Partydroge

Seit 2019 nutzt Florian Cannabis als Medikament. „Ich wusste, das nehmen Leute abends, um sich lustig zu fühlen, zu quatschen, auf Partys, das ist eine Partydroge. Das wusste ich vorher. Und das hat sich 2019 maßgeblich geändert.“ Ja, Cannabis ist eine Partydroge. Allerdings unterscheidet sich illegales stark von streng kontrolliertem. Zwar ist auch darin der psychoaktive Wirkstoff Tetrahydrocannabinol enthalten, jedoch ist die illegale Droge häufig gestreckt und mit anderen Substanzen vermengt.

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Großes Problem für Cannabis-Patienten: Stigmatisierung

Für Florian ist das Medikament kein Spaßfaktor: „Das ist nicht mein Ziel, ich will gerne mein Leben in den Griff kriegen, arbeiten gehen und die Gesellschaft besser machen.“ Eine Gesellschaft, von der er sich – auch wegen des Cannabis – manchmal ausgeschlossen fühlt. „Wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin, da wird man schon mal schief angeguckt. Das verstehe ich auch, weil man sieht ja nicht, dass es für den medizinischen Gebrauch ist.“ Und genau deswegen ist Florian auch FÜR die Legalisierung für alle – trotz legalem Rezept. Er möchte den „Kiffer“-Stempel in der Öffentlichkeit loswerden und plädiert für eine besser Aufklärung statt ein Verbot.

Cannabis ist nicht gleich Cannabis

Florian bekommt sein Medikament ausschließlich in der Apotheke – THC ist enthalten. Ist es aber ohne rauschgefährdende Substanzen, und nur mit dem zweiten Wirkstoff CBD, darf Hanf angebaut und verkauft werden – auch ohne Apotheke. Das hessische StartUp Green Pioneers macht genau das. Wie das Geschäft läuft, sehen Sie im Video.

Hanf-Startup aus Fulda freut sich auf mögliche Legalisierung Raus aus der kriminellen Cannabis-Ecke
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Große Herausforderungen für Cannabis-Patienten in Deutschland

CBD-Produkte, wie das StartUp sie herstellt, gibt es inzwischen an jeder Ecke. In allen Großstädten gibt es CBD-Shops. Für Patienten ist es hingegen oft schwierig, an ihr Medikament zu kommen. Die erste Hürde besteht schon bei den Ärztinnen und Ärzten. Patienten müssen Mediziner finden, die keine Berührungsängste mit medizinischem Cannabis haben. Die scheinen auch fünf Jahre nach der Erlaubnis, es zu verordnen, noch da zu sein. Ist das geschafft, heißt es meist erst einmal: Selbst zahlen! Und das geht ordentlich ins Geld. Für viele dürfte das Medikament damit kaum leistbar sein, wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt. Das war auch für Florian ein harter Weg. Doch als wir ihn treffen hat er tolle Neuigkeiten, wie er oben im Video verrät.