Hoher Schaden im neunstelligen BereichNach Tesla-Anschlag wird Produktion die ganze Woche stillstehen
„Vulkangruppe Tesla abschalten!“ bekennt sich zu Anschlag!
Gegen 4.50 Uhr brennt ein Strommast nahe der Tesla-Fabrik. Rund eine Stunde vor Schichtbeginn fällt der Strom in der Autofabrik aus. Auch die umliegenden Gemeinden sind betroffen.
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Produktionsstopp ist hoher wirtschaftlicher Schaden
„Wir sind tief besorgt darüber, was hier passiert ist“, sagt Werksleiter Andre Thierig auf einer Pressekonferenz. Die Produktion muss vermutlich für Tage stillstehen, erklärt der Tesla-Mitarbeiter weiter. Er rechne nicht damit, dass die Fertigung in dieser Woche wieder hochgefahren werden könne. Ob das Anfang kommender Woche geschehen könne, sei noch unklar. Tesla entstehe durch den Produktionsstopp ein wirtschaftlicher Schaden im hohen neunstelligen Bereich. Pro Tag könne das Unternehmen nun mehr als 1000 Fahrzeuge nicht produzieren.
Stromausfälle rund um Tesla-Werk: „Perfider Anschlag“ auf Infrastruktur
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) geht nach dem Stromausfall von einem Anschlag aus: „Sollten sich die ersten Erkenntnisse bestätigen, handelt es sich um einen perfiden Anschlag auf unsere Strominfrastruktur.“ Auch die Polizei geht von einer vorsätzlichen Tat aus und hat die Ermittlungen aufgenommen.
Stübgen weiter: „Das wird Konsequenzen haben. Hier wurden tausende Menschen von der Grundversorgung abgeschnitten und in Gefahr gebracht“. Über die Täter könne aber noch nichts gesagt werden. „Deshalb warne ich vor voreiligen Spekulationen“.
Unbekannte Täter setzten nach Ministeriumsangaben am frühen Dienstagmorgen einen Hochspannungsmast zwischen Steinfurt, einem Ortsteil von Gosen-Neu Zittau, und Hartmannsdorf, das zu Spreenhagen gehört, mutwillig in Brand. Dieser soll nach Angaben eines Polizeisprechers frei auf einem Feld gestanden haben.
Das Feuer habe die Hochspannungsleitung so beschädigt, dass die Stromversorgung für die umliegenden Ortschaften und das nahe Tesla-Werk ausgefallen sei. Die Polizei geht nach eigenen Angaben dem Verdacht vorsätzlicher Brandstiftung nach und prüfen ein Bekennerschreiben. Die linksextremistisch eingestufte „Vulkangruppe“ hatte sich zuvor in einer Mail zu einem Anschlag auf die Stromversorgung bekannt. Sie wirft Tesla „extreme Ausbeutungsbedingungen“ vor.
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Tesla-Chef Elon Musk „Die dümmsten Öko-Terroristen der Welt“
Auch Tesla-Chef Elon Musk hat jetzt auf den Anschlag reagiert und macht auf X seinem Ärger Luft: „Das sind entweder die dümmsten Öko-Terroristen der Welt oder sie sind Marionetten derer, die keine guten Umweltziele haben.“ Dazu schreibt der Milliardär: „Die Produktion von Elektrofahrzeugen zu stoppen, anstatt von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen, ist extrem dumm.“
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Tesla-Produktion bei Berlin steht still
Wie es bei Tesla hieß, wurden alle Maßnahmen zur Sicherung der Produktionsanlagen getroffen. Nach Rücksprache mit dem Stromanbieter Edis gehe das Unternehmen nicht von einem schnellen Wiederanlaufen der Produktion aus.
Rund 80 bis 100 Umweltaktivisten halten seit Donnerstag einen Teil des Landeswaldes in Brandenburg nahe dem Tesla-Werk besetzt, den das Unternehmen im Falle einer Erweiterung seines Geländes roden will. Die Aktivisten haben um die zehn Baumhäuser in mehreren Metern Höhe errichtet und kündigten an, möglichst lange ausharren zu wollen. Auch die Bürgerinitiative Grünheide spricht sich gegen die Erweiterungspläne von Tesla aus und zeigt sich mit den Besetzern solidarisch.
Inzwischen läuft zumindest die Versorgung der umliegenden Gemeinden seit dem späten Dienstagvormittag wieder. Die Industrieanlage selbst ist aber noch ohne Strom.
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Bekennerschreiben aufgetaucht
„Wir haben heute Tesla sabotiert“, heißt es inzwischen in einem Bekennerschreiben der „Vulkangruppe Tesla abschalten!“ Tesla sei ein Symbol für „grünen Kapitalismus“ und einen „totalitären technologischen Angriff auf Gesellschaft.“ Den Anschlag nennen die Aktivisten ein „Leuchtfeuer gegen Kapital, Patriarchat, Kolonialismus und Tesla.“ Der Stillstand der Produktion der Automobilindustrie sei der Anfang vom Ende einer Welt der Zerstörung. „Gemeinsam zwingen wir Tesla in die Knie.“
Tesla-Werk in Grünheide
In Grünheide steht die einzige europäische Fabrik des Unternehmens von Milliardär Elon Musk. Tesla hatte die Produktion östlich von Berlin vor knapp zwei Jahren begonnen. Als Ziel für die erste Ausbauphase gab Tesla aus, 10.000 Autos in der Woche mit rund 12.000 Beschäftigten zu bauen. Zuletzt wurden mehr als 6.000 Autos in der Woche gebaut. Derzeit arbeiten dem Unternehmen zufolge 12.500 Menschen bei Tesla. (sbl/dka, mit dpa)
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