Sorge nach zwei schweren Krankheitsverläufen

Krankenschwester (49) stirbt nach Corona-Impfung - Österreich stoppt AstraZeneca-Charge

In Österreich ist eine 49-jährige Krankenschwester kurz nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff verstorben.
In Österreich ist eine 49-jährige Krankenschwester kurz nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff verstorben.
© dpa, Jfk, hef mka abl

11. März 2021 - 9:45 Uhr

Österreichs Behörden leiten Untersuchung nach AstaZeneca-Impfung ein

In Österreich ist eine 49-jährige Krankenschwester kurz nach der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff verstorben. Bei einer Kollegin (35) traten Komplikationen auf, berichten österreichische Medien am Sonntag. Die Behörden haben nun die betroffene Charge ABV 5.300 aus dem Verkehr gezogen und eine Untersuchung eingeleitet. Zahlreiche Impftermine wurden am Sonntagvormittag verschoben. Der Impfstoff von AstraZeneca soll aber weiter eingesetzt werden.

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Behörde: Aktuell kein Hinweis auf Zusammenhang zwischen Corona-Impfung und Tod

Mehr als 200.000 Österreicher seien bereits mit AstraZeneca geimpft worden, bislang ohne besorgniserregende Vorfälle, berichtet "Heute.at". Nun sei es bei den zwei Krankenschwestern zu schweren Komplikationen gekommen. Beiden war im Landesklinikum Zwettl in Niederösterreich die Charge ABV 5300 des Impfstoff von AstraZeneca verabreicht worden war. Die 49-Jährige starb eineinhalb Wochen später nach einer schweren Gerinnungsstörung auf der Intensivstation des AKH Wien; die 35-Jährige soll noch an den Folgen einer Lungenembolie leiden, befinde sich aber auf dem Weg der Besserung.

Eine Obduktion soll die Ursache für den Tod der Krankenschwester klären. Noch immer ist unklar, was der Grund für die schweren Krankheitsverläufe ist. "Aktuell gibt es noch keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung", erklärte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG). Der Stopp der Impfungen mit der Charge sei eine Vorsichtsmaßnahme.

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Teil der AstraZeneca-Charge bereits verimpft

Die Charge ABV 5300 sei bereits im ganzen Land verteilt worden, schreibt "Heute.at". Weil der Impfstoff nun aus dem Verkehr gezogen werden musste, sei es am Sonntagvormittag zu einem Termin-Chaos gekommen. Zahlreiche Menschen mussten von der Impfstraße im Messezentrum Klagenfurt weggeschickt werden, heißt es. "Ein Teil der Charge, die jetzt betroffen ist, ist auch nach Kärnten geliefert und auch verimpft worden", sagt Gert Kurath, Corona-Sprecher des Bundeslands, zum "ORF Kärnten". Die Impfungen seien vorerst gestoppt worden.

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AstraZeneca hilft bei Aufklärung der Impf-Vorfälle

AstraZeneca erklärte laut der Nachrichtenagentur APA, mit den Behörden im Kontakt zu stehen und die Untersuchungen voll zu unterstützen. "Wir wünschen uns im Interesse all jener, die sehnlich auf eine Impfung warten, eine möglichst rasche Untersuchung, um Klarheit zu haben, wie es zu diesem bedauernswerten Ereignis kommen konnte."

Der Impfstoff sei von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basierend auf einem globalen klinischen Programm mit 23.000 Teilnehmern zugelassen worden. "Alle diese Bewertungen haben ergeben, dass der Covid-19-Impfstoff AstraZeneca sicher und wirksam ist", betonte die Firma.

Medizinjournalist Dr. Specht im Talk

Auch in Deutschland wird bereits flächendeckend mit AstraZeneca geimpft. Mehrere Menschen klagten anschließend über Nebenwirkungen. Viele fragen sich nun: Soll ich mich da noch impfen lassen? Die Antwort gibt Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Video.

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