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Annalena Baerbock: Das Schicksal dieser Frührentnerin berührt die Kanzlerkandidatin

Exklusiv bei RTL: „Am Tisch mit Annalena Baerbock“

Baerbock entsetzt über Zukunftsangst von Frührentnerin: „Das beklemmt einen ja total!“

Am Tisch mit Annalena Baerbock "Das beklemmt einen ja total"
02:15 min
"Das beklemmt einen ja total"
Am Tisch mit Annalena Baerbock

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Im Video: Zuschauerin spricht Grünen-Kanzlerkandidatin auf Altersarmut an

Im RTL-Format „Am Tisch mit Annalena Baerbock “ haben Zuschauer die Möglichkeit, der Kanzlerkandidatin der Grünen Fragen zu stellen. An diesem Tisch sitzt neben Baerbock auch Frührentnerin Christina Neufend, die die Chance nutzt, die 40-jährige Politikerin auf ihre Situation in der Altersarmut aufmerksam zu machen. Frau Neufend ist verzweifelt: Nach einem Unfall kann sie nicht mehr arbeiten und ist auf Hilfe vom Staat angewiesen. Doch auch damit reicht es vorne und hinten nicht. Mit der Aussage „Ich habe Angst vor der Zukunft“ berührt sie die Grünen-Politikerin sichtlich und lässt sie für einen kurzen Moment sprachlos wirken – im Video.

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Frührentnerin in finanzieller Notlage

Christina Neufend ist 63 Jahre alt und lebt in Münster. Sie ist Frührentnerin und unverschuldet in Armut gerutscht. Ein Arbeitsunfall hat sie in diese Situation gebracht. Körperlich ist sie eingeschränkt, im Video sieht man sie mit einem Rollator eine kurze Strecke gehen: „Längere Sachen gehen nicht mehr, nach 50 Metern ist Feierabend.“

Außerdem kümmert sie sich um ihre Mutter, pflegt diese sowie ehrenamtlich noch einige andere Rentnerinnen. Für die Pflege ihrer Mutter erhält sie einen Rentenzuschuss, der sich mit knapp sechs Euro im Monat auswirkt. Den Rest zum Lebensunterhalt muss die 63-Jährige beim Amt beantragen: „Ich kämpfe tagtäglich ums Überleben“. Die finanziellen Sorgen sind mittlerweile so groß, dass Christina Neufend Angst vor der Zukunft hat. Jeder Cent muss umgedreht werden, jede Anschaffung muss zuerst in einer Behörde beantragt werden und danach darauf gehofft werden, dass etwas genehmigt wird. Wie bezahle ich meine Medikamente? Solche Fragen stellt sie sich täglich.

"Ich hab wirklich Zukunftsangst!"

Annalena Baerbock bei RTL.
Annalena Baerbock beim RTL-Format "Am Tisch mit" am Dienstag.
RTL

Auch die Pläne der Grünen, die eine Einführung einer CO2-Steuer auch für Mieter betrifft, geben der Rentnerin zusätzlichen Grund zur Sorge: „Habe ich dann irgendwann noch eine Wohnung? Ich hab wirklich Zukunftsangst!“

Auf diese Aussage reagiert Baerbock sichtlich betroffen. Nach einer langen Pause, weiß sie zuerst nicht richtig auf diese Frage zu reagieren und erklärt dann auch warum: „Das ist ja was: zu hören ‚Ich hab Zukunftsangst‘. Ich habe das vor ein paar Tagen auch von einem Kind gehört. Das beklemmt einen ja total!“

Laut Baerbock seien diese Probleme bereits bekannt. Anscheinend hat die Rentnerin bei der Kanzlerkandidatin aber einen Punkt getroffen: „Das ist einer der Gründe warum ich gesagt habe: Ja, ich trete an. Ich trete auch an als Bundeskanzlerin.“ Weil Viele – ältere wie jüngere Menschen – nicht mehr wüssten, was die Zukunft bringt, weil sich aktuell eben nicht um deren Belange gekümmert werde.

Es gebe Themen, bei denen man eben einfach nicht mehr länger warten können. Das sei zum einen der Klimaschutz und zu anderen die Frage der Ungleichheit, die in Deutschland immer größer geworden sei, führt Baerbock ihre Gedanken weiter aus.

Baerbock will Hartz-IV-Satz erhöhen und Vermögensbesteuerung wieder einführen

In diesem Punkt möchte sie sich auch von den anderen Parteien und deren Spitzenkandidaten abgrenzen: Union und FDP wollen Spitzenverdiener entlasten, während Baerbock und die Grünen das genaue Gegenteil bewirken wollen: „Ich möchte, dass wir diejenigen, die ihr Leben lang arbeiten, die hart arbeiten, die sagen wie Sie: Ich pflege meine Angehörigen – dass wir die entlasten.“ Und spricht damit auch konkret die Sorgen von Christina Neufend an.

Entlasten möchte sie diese Leute durch die Aufstockung des Hartz-IV-Regelsatzes. Zahlen sollen das – wenn es nach Baerbock geht – vor allem diejenigen, die viel verdienen. Dazu soll die Vermögensbesteuerung wieder eingeführt werden, sowie der Spitzensteuersatz leicht angehoben werden.

Christina Neufend glaubt, dass sie sich die Grünen-Politik nicht leisten kann. Baerbock möchte da aber nochmal nachsetzen und auch nach der Sendung mit der Rentnerin ins Gespräch kommen, um die jetzige Situation zu ändern. Damit Frau Neufend positiver in die Zukunft blicken kann – egal, ob mit oder ohne grün-geführte Bundespolitik. (khe)