„Es wird mich bestrafen!” Der bittere Preis des Erfolgs! Das geheime Familien-Verbot von Ana Ivanović

Ana Ivanović
Ana Ivanović musste sich während ihrer Profi-Karriere an strenge Regeln halten
picture alliance / SIPA | Jean-Marc Haedrich

Mit 20 ganz oben in der Tenniswelt!
Und doch privat auf Distanz zur eigenen Familie: Ana Ivanović (38), einstige Nummer eins der Welt, hat jetzt offenbart, welchen persönlichen Verzicht sie während ihres größten Erfolgs leisten musste. Ein strenges Verbot ihres Trainers griff dabei tief in ihr Privatleben ein – und prägte ihr Denken noch viele Jahre.

Ana Ivanović packt über strikte Regeln aus

2008 ist das Jahr, in dem Ana Ivanović Tennis-Geschichte schreibt: Sieg bei den French Open in Paris, anschließend die Nummer eins der Weltrangliste im Einzel. An ihrer Seite wie immer: ihre Eltern Dragana und Miroslav sowie ihr Bruder Miloš, die extra angereist waren, um sie von Beginn an zu unterstützten.

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Doch ausgerechnet in dieser triumphalen Phase musste die Serbin ihre Liebsten auf Abstand halten. Im Podcast „(Ne)uspjeh prvaka“ erzählt die heute 38-Jährige von einer bemerkenswerten Anweisung ihres damaligen Trainers. „Er sagte: ‚Ana, du darfst mit deinen Eltern nicht zu Abend essen, weil es dir zu viel Energie zieht.’” Die Botschaft war klar: Familie ja – aber bitte ohne Nähe, ohne gemeinsame Abende, ohne die gewohnte Geborgenheit.

Ana Ivanović
Ana Ivanović bei den French Open im Juni 2008
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | DAVID VINCENT

Hotelzimmer statt Familienabend

Während ihre Eltern und ihr Bruder in Paris waren, galt für Ana ein strenges Regime. Gemeinsame Abendessen mit Vater und Mutter waren tabu. Erlaubt waren lediglich Treffen mit ihrem Bruder Miloš und ihrem Fitnesstrainer.

Nach den Mahlzeiten im „immer gleichen Restaurant“ musste sie direkt ins Hotel zurückkehren. Dort teilte sie sich ein Zimmer mit ihrem Bruder – und auch die Abende waren genau getaktet. „Um neun Uhr saßen wir dann immer dort. Ich las meistens etwas, während er Fernsehen schaute“, erinnert sich Ana an die einsamen Abende vor den großen Matches.

Statt ausgelassener Stunden mit den Eltern dominierte eine Atmosphäre aus Ruhe, Kontrolle und Konzentration – alles im Zeichen des sportlichen Erfolgs.

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Fataler Glaubenssatz: „Verzicht wird mit Erfolg belohnt“

Die eiserne Disziplin zahlte sich sportlich aus – Ana holte den Grand-Slam-Pokal. Doch der Verzicht hinterließ tiefe Spuren in der Psyche der jungen Frau. In ihrem Kopf verankerte sich ein ungesunder Glaubenssatz: „In meinem Kopf verband ich Verzicht direkt mit Erfolg. Später in meiner Karriere, wenn ich ein wenig entspannen wollte oder privat irgendwo hingehen wollte, hatte ich immer das Gefühl, dass ich das nicht durfte.“

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Selbst einfache, alltägliche Dinge wurden für den Tennis-Star zur emotionalen Zerreißprobe. Ein Tag am Strand oder eine kleine Shopping-Tour lösten sofort ein schlechtes Gewissen aus: „Ich dachte: ‚Es wird mich einholen und mich bestrafen, wenn ich das mache. Ich werde müde sein. Ich werde nicht in der Lage sein, richtig Tennis zu spielen.’“ Ein Teufelskreis aus Druck und Verzicht, der ihre gesamte Karriere überschattete. Das schlechte Gewissen wurde zum ständigen Begleiter. „Es kam also ein Verzicht nach dem anderen“, erzählt Ana.

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Ein neues Leben im Zeichen der Familie

Heute, Jahre nach dem Ende ihrer Profikarriere, hat sich der Fokus von Ana spürbar verschoben. Mit ihrem früheren Partner Bastian Schweinsteiger (42), von dem sie seit Juli 2025 offiziell getrennt ist, hat sie eine eigene Familie gegründet. Ihre drei Söhne Luka, Leon und Theo sind längst der Mittelpunkt ihres Lebens.

Aus der jungen Frau, die vor großen Matches nicht einmal mit den eigenen Eltern zu Abend essen durfte, ist eine Mutter geworden, für die gemeinsame Zeit mit den Liebsten höchste Priorität hat. Auf die privaten Opfer von früher möchte sie heute nicht mehr zurückblicken, sondern nach vorne – mit einem klaren Bewusstsein dafür, was wirklich zählt: ihr Familienleben.

Verwendete Quellen: Abendzeitung, Bunte