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Bullmastiff: Gesundheit, Kosten und der richtige Schutz

Beim Bullmastiff kommt das größte Gesundheitsrisiko spät, oft erst, wenn Versicherer keine neuen Hunde mehr aufnehmen. Genau das entscheidet, wie früh ein Vertrag stehen sollte.

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Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Ein Bullmastiff-Rüde wiegt 50 bis 59 Kilogramm, und dieses Gewicht taucht in drei Formularen wieder auf: im Beitragsrechner der Krankenversicherung, in der Wartezeitenklausel für Kurzköpfe und im Antrag der Hundehaftpflicht. Teuer wird es an einer vierten Stelle, und zwar spät. Das größte Gesundheitsrisiko dieser Rasse fällt in ein Alter, in dem die meisten Versicherer keine neuen Hunde mehr aufnehmen. Wenn Sie sich einen Bullmastiff gerade anschaffen, ist das die Reihenfolge, die zählt. Bei der Krankenversicherung führt für uns die HanseMerkur.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bullmastiff hat eine kurze Schnauze und wiegt bis zu 59 Kilo, und beides macht ihn schwerer zu versichern als andere Hunde.
  • Sein größtes Gesundheitsrisiko ist Krebs, und es beginnt spät: meist erst ab dem achten oder neunten Lebensjahr.
  • Eine Krebsbehandlung kostet mit Operation und Nachsorge 3.000 bis über 7.000 Euro.
  • Die meisten Versicherer nehmen keine Hunde mehr auf, die älter als acht oder neun Jahre sind.
  • Schließen Sie den Vertrag früh ab, wir empfehlen die HanseMerkur, und fragen Sie ausdrücklich nach der Regelung für kurzköpfige Rassen.
Unsere Versicherungsempfehlung für Ihren Bullmastiff
Die HanseMerkur schließt rassespezifische Erkrankungen ein und wartet nur einen Monat, wichtig beim späten Krebsrisiko mit 3.000 bis über 7.000 Euro Behandlungskosten.

Bullmastiff im Überblick

  • Größe (Widerrist): Rüden 64 bis 69 cm, Hündinnen 61 bis 66 cm
  • Gewicht: Rüden 50 bis 59 kg, Hündinnen 41 bis 50 kg
  • Lebenserwartung: bis zu 12 Jahre. Für Riesenrassen nennt die unabhängige Literatur häufig 8 bis 10 Jahre, planen Sie also nicht mit der Obergrenze.
  • Listenhund: Bayern und NRW Kategorie 2, Hamburg gefährlich, Hessen nicht gelistet (Stand 2026). Was daraus folgt, steht im Ratgeber zur Hundehaftpflicht.

Wofür der Bullmastiff anfällig ist

Mastzelltumor: ein Risiko ohne Prozentzahl

Der Bullmastiff wird unter den Rassen mit erhöhter Prädisposition für Mastzelltumoren geführt, gemeinsam mit Boxer, Dackel, Shar-Pei, Rhodesian Ridgeback, Weimaraner, Labrador und Berner Sennenhund; am stärksten prädisponiert ist der Boxer. Eine Prävalenz speziell für den Bullmastiff gibt es nicht, und wir setzen hier keine Zahl hin, die es nicht gibt. Belegt ist der zeitliche Verlauf: Die Wahrscheinlichkeit steigt deutlich ab dem achten bis neunten Lebensjahr, wie das Merkblatt von AniCura darlegt. Das Risiko fällt damit in das letzte Lebensdrittel, also in den Zeitraum, in dem ein Neuabschluss bei den meisten Anbietern nicht mehr möglich ist.

Kurze Nase, mittlere Last

Der Bullmastiff ist ein Kurzkopf, aber kein extremer: Der Kopfbau bringt eine moderate Atemwegsbelastung mit sich, deutlich unterhalb dessen, was bei der Französischen Bulldogge dokumentiert ist. Versicherungstechnisch zählt das trotzdem, denn eine Kurzkopf-Klausel knüpft an die Rasse und nicht an den Befund Ihres Hundes an. Ein Bullmastiff, der nie Atemprobleme hatte, fällt genauso darunter.

Gelenke und Magen

HD und ED sind bei diesem Gewicht ein Dauerthema, ohne dass eine Bullmastiff-spezifische Häufigkeit belegt wäre. Dasselbe gilt für die Magendrehung, die alle großen, tiefbrüstigen Hunde trifft. Die häufigsten Diagnosen im Überblick stehen bei den Hundekrankheiten.

Was die Behandlung kostet

Eine Zahl vorweg, weil sie jede Schätzung verschiebt: Der GOT-Tagessatz für die stationäre Aufnahme beträgt 19,08 Euro und deckt nur die Unterbringung. Real kostet ein Tag mit Überwachung, Infusionen und Personal 500 bis 1.000 Euro. Die Sätze regelt die GOT 2022.

PostenKosten
Erstdiagnostik: Untersuchung, Zellprobe, Blutbild200 bis 400 Euro
Operation inklusive Narkose und Histologie800 bis 2.500 Euro, je nach Größe und Lage
Nachbehandlung: Bestrahlung oder Chemotherapie, falls nötig1.500 bis über 5.000 Euro
Gesamt, aufwendiger Fall3.000 bis über 7.000 Euro

Der mittlere Verlauf ist der häufigere, und der kostet auch schon: Ein Grad-3-Tumor mit Operation, Histologie und Nachsorge liegt ohne Bestrahlung bei 1.500 bis über 3.000 Euro. Bei einem 59-Kilo-Hund kommt hinzu, was in Tabellen selten steht, nämlich der am Körpergewicht bemessene Narkose- und Medikamentenbedarf. Alles, was oberhalb des erstatteten GOT-Faktors abgerechnet wird, bleibt Ihre Rechnung.

Versicherung für den Bullmastiff: worauf es ankommt

Drei Punkte zählen. Erstens die Wartezeit auf rassetypische Leiden, die je nach Tarif bis zu 18 Monate erreicht. Zweitens das Eintrittsalter, weil das Hauptrisiko dieser Rasse erst ab dem achten Lebensjahr auffällt. Drittens die Kurzkopf-Klausel, wo die Bandbreite vom ausdrücklichen Einschluss bis zum harten Ausschluss reicht und längst nicht jeder Anbieter überhaupt Stellung bezieht. Die drei folgenden Tarife nehmen alle Rassen an, unterscheiden sich in diesen Punkten aber erheblich, und keiner deckt alle drei gleich gut ab.

HanseMerkur: ein Monat allgemeine Wartezeit, kein Jahreslimit in Premium plus

Die HanseMerkur setzt in allen drei Stufen eine allgemeine Wartezeit von einem Monat an, bei Unfällen keine, und benennt den Einschluss rassespezifischer Erkrankungen ausdrücklich als Leistung. Premium plus erstattet bis zum vierfachen GOT-Satz inklusive Notdienstgebühren und ohne Jahreshöchstbetrag, Komfort und Premium liegen beim dreifachen Satz mit 2.500 beziehungsweise 5.000 Euro. Für einen Hund, dessen teuerste Diagnosen einzeln vierstellig werden, ist die fehlende Jahresgrenze der stärkste Punkt. Das Risiko trägt der Versicherer selbst.

HanseMerkur Premium plus
Ein Monat Wartezeit in allen Stufen, rassespezifische Erkrankungen eingeschlossen, in Premium plus vierfacher GOT-Satz ohne Jahreshöchstbetrag.

Rassebedingte Erkrankungen im Tarif

Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen den Anbietern, und für einen Bullmastiff sind zwei Zeilen entscheidend: die Kurzkopf-Klausel und die Wartezeit auf HD und ED.

HanseMerkurCleosDalma
Wartezeit allgemein1 Monat in allen Stufen, Unfall keine30 Tage, Unfall keineHeilbehandlung 30 Tage, OP 14 Tage, Unfall 2 Tage
Wartezeit rassetypischrassespezifische Erkrankungen als Leistung benannt6 Monate für benannte Leiden und große Operationen12 Monate für rassespezifische Leiden inklusive HD und ED, 18 Monate Patellaluxation
Eigene Aussage zu Kurzköpfenrassespezifische Erkrankungen sind als Leistung benanntbrachyzephales Syndrom ausdrücklich und ohne gesonderte Begrenzung mitversichertalle Hunde- und Katzenrassen versicherbar
ErstattungKomfort und Premium 3-facher, Premium plus 4-facher GOT-Satzbis 100 Prozent, Basis 3-facher, Rundum und Rundum Plus 4-facher Satz80 bis 100 Prozent, bis 4-facher Satz
Jahreshöchstgrenze2.500, 5.000 Euro, Premium plus unbegrenzt3.000, 10.000 Euro, Rundum Plus unbegrenztOP unbegrenzt, Krankenversicherung 3.000 Euro bis unbegrenzt
Eintrittsalterab 8 Wochen bis 8 Jahre, danach lebenslangNeuaufnahme auch mit 8 Jahren und älterab 2 Monaten bis unter 9 Jahre

Von den drei Tarifen nennt allein Cleos das brachyzephale Syndrom beim Namen und schließt es ausdrücklich ein. Wie weit die Antworten im Markt auseinandergehen, zeigt der Gegenfall: Pet Protect leistet bei brachyzephalem Syndrom grundsätzlich nicht. Für den Bullmastiff scheidet dieser Tarif damit aus, obwohl er in anderer Hinsicht gut ist. Fragen Sie deshalb bei jedem Angebot ausdrücklich nach der Kurzkopf-Regelung, und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Sie steht nicht in jedem Leistungsvergleich.

Was das Gewicht am Beitrag ändert

Und hier die unbequeme Wahrheit über die veröffentlichten Preise: Was eine Versicherung für den Bullmastiff gegenüber einem kleinen Hund kostet, veröffentlicht kein Anbieter im deutschen Markt. Alle Hundebeiträge laufen über den Rechner, und die genannten Eingangsgrößen sind Rasse, Geschlecht, Alter und Wohnort. Die Einstiegspreise, die Sie in Vergleichen lesen, gelten also für irgendeinen Hund, nicht für einen 59 Kilogramm schweren Bullmastiff.

Kurz gesagt: Behandeln Sie jede Ab-Angabe als Untergrenze und holen Sie zwei bis drei echte Berechnungen ein, bevor Sie eine Rate einplanen. Genau eine Ausnahme ist belegt, und sie steht weiter unten: In der Hundehaftpflicht gilt bei Agila derselbe Preis für alle Rassen.

Weitere Tarife für den Bullmastiff

Wer die Krankenversicherung für den Bullmastiff breiter vergleichen will, findet hier zwei Alternativen. Beide betreffen einen Punkt, an dem die HanseMerkur nicht die beste Antwort hat.

Cleos: brachyzephales Syndrom ausdrücklich vollständig mitversichert

Cleos versichert alle Hunderassen und schließt rassetypische Erkrankungen einschließlich HD, ED, Patellaluxation und brachyzephalem Syndrom vollständig mit ein, ohne gesonderte Begrenzung. Das ist die klarste Aussage zur Kurzkopf-Frage, die wir in diesem Marktsegment gefunden haben, und für den Bullmastiff der stärkste Einzelpunkt. Rundum Plus erstattet bis zu 100 Prozent und bis zum vierfachen GOT-Satz ohne Jahresgrenze, die Einstiegsstufen liegen bei 23,99 Euro (Basis), 31,19 Euro (Rundum) und 32,99 Euro (Rundum Plus). Auf benannte Leiden und große Operationen gelten sechs Monate Wartezeit, die beim Wechsel aus einem vergleichbaren Vorvertrag entfällt. Eine Neuaufnahme ist auch mit acht Jahren oder älter möglich, was bei dieser Rasse mehr wert ist als bei jeder anderen in dieser Reihe.

Cleos Rundum Plus
Brachyzephales Syndrom und rassetypische Leiden ohne gesonderte Begrenzung, Einstieg ab 23,99 Euro, Neuaufnahme auch ab acht Jahren.

Dalma: getrennte OP-Versicherung ab 7,99 Euro

Dalma trennt OP-Versicherung und Krankenversicherung, und das ist die realistische Notlösung, wenn das Budget für einen Vollschutz bei einer Riesenrasse nicht reicht: Die OP-Deckung kostet ab 7,99 Euro, die Krankenversicherung ab 15,99 Euro, erstattet werden 80 bis 100 Prozent bis zum vierfachen GOT-Satz, und die OP-Leistung ist nicht auf einen Jahresbetrag begrenzt. Damit ist die teure Tumoroperation abgedeckt, die Chemotherapie oder Bestrahlung danach nicht. Aufgenommen werden Hunde ab zwei Monaten bis unter neun Jahre, alle Rassen. Die Wartezeiten sind die längsten in diesem Vergleich: zwölf Monate auf rassespezifische Leiden inklusive HD und ED. Dahinter stehen die Risikoträger Seyna und Axeria, die Marke gehört zu Ollie SAS.

Dalma OP-Versicherung
Ab 7,99 Euro für die OP-Deckung ohne Jahreshöchstgrenze, 80 bis 100 Prozent Erstattung bis zum vierfachen GOT-Satz.

Tipp: Wenn Sie zwischen einem OP-Tarif und einem Vollschutz wählen müssen, nehmen Sie bei dieser Rasse den OP-Tarif und nicht die abgespeckte Vollversicherung mit 3.000-Euro-Deckel. Gefährlich wird es beim Bullmastiff durch einzelne große Eingriffe, nicht durch die Summe der kleinen Rechnungen. Die Unterschiede beider Produktarten haben wir in der OP-Versicherung für Hunde gegenübergestellt. Welche Tarife ganz ohne Karenzzeit auskommen, steht bei der Hundekrankenversicherung ohne Wartezeit.

Hundehaftpflicht: welcher Versicherer den Bullmastiff annimmt

In Bayern und Nordrhein-Westfalen ist der Bullmastiff der Kategorie 2 zugeordnet, in Hamburg als gefährlich gelistet, in Hessen dagegen nicht gelistet (Stand 2026). Diese Einstufung ist kein Haltungsverbot, sondern eine Vermutung, die ein bestandener Wesenstest ausräumt. Weil einzelne Länder ihre Listen ändern, Brandenburg hat seine zum 1.7.2024 abgeschafft, prüfen Sie die aktuell geltende Verordnung Ihres Bundeslandes.

Praktisch wichtiger ist etwas anderes, und darauf sind die meisten Halter nicht vorbereitet: Ein Teil des Marktes nimmt diese Rasse nicht an. Der Bullmastiff gehört zu den 45 Rassen, die ARAG in der Haftpflicht nicht ohne Weiteres annimmt; eine Ausnahme gibt es nur im persönlichen Gespräch. Im Preisbeispiel von Barmenia Direkt steht der Zusatz „Kampfhunde ausgeschlossen“, und Pet Protect zählt in der Haftpflicht 14 ausgeschlossene Rassen auf. Wenn in Ihrem Bundesland eine Haftpflicht vorgeschrieben ist, klären Sie die Rassefrage vor dem Antrag und nicht danach.

Agila: alle Rassen zum gleichen Preis

Agila formuliert es in der Hundehaftpflicht als Zusage: alle Rassen zum gleichen Preis. Eine Rasse wird namentlich nicht genannt, eine Ausschlussklausel gibt es nicht, ein Zuschlag ebenfalls nicht. Das ist bei einem 59-Kilo-Molosser die klarste Aussage im Markt. Die Stufen kosten 4,08 Euro (Schutz 24), 6,60 Euro (Schutz) und 8,80 Euro pro Monat (Exklusiv, mit Kombi-Rabatt 4,40 Euro), die Deckungssummen liegen bei 10, 16 und 20 Millionen Euro. Die Selbstbeteiligung beträgt 80 Euro in Schutz 24 und Schutz, für Exklusiv ist keine gelistet. Im Ausland gilt der Schutz zwei Monate in Schutz 24 und zwölf Monate in den beiden höheren Stufen, Mietsachschäden sind an die Deckungssumme gekoppelt.

Eine Lücke bleibt, und wir schreiben sie hin, statt sie zu überspielen: Ob ein Verstoß gegen Leinen- oder Maulkorbzwang den Versicherungsschutz berührt, sagt die Anbieterseite nicht, und wir behaupten es in keine Richtung. Für einen Kategorie-2-Hund ist genau das die Klausel, die im Ernstfall über die Zahlung entscheidet. Verlangen Sie den Auszug aus dem Bedingungswerk, bevor Sie unterschreiben.

Agila Hundehaftpflicht
Alle Rassen zum gleichen Preis, ab 4,08 Euro im Monat, Deckungssummen von 10 bis 20 Millionen Euro.

Vorbeugen und beim Züchter nachfragen

Gegen Mastzelltumoren gibt es keine Vorsorge, nur Früherkennung, und die läuft über Ihre Hände. Tasten Sie Ihren Hund monatlich systematisch ab, Hals, Achseln, Leisten, Gliedmaßen, und notieren Sie jede neue Verdickung mit Datum und Größe. Fotografieren Sie sie mit einem Maßstab daneben, etwa einer Münze. Das kostet nichts, verkürzt die Diagnostik und ist bei einem Hund, dessen Risiko ab dem achten Lebensjahr steigt, das Einzige, was Sie selbst in der Hand haben.

Vor dem Welpenkauf sollten Sie klären:

  • Die HD- und ED-Befunde beider Elterntiere mit Gradangabe, schriftlich.
  • Ob im Zuchtstamm Tumorerkrankungen bekannt sind und in welchem Alter sie auftraten.
  • Wie die Elterntiere bei Belastung atmen. Bei einem Kurzkopf ist das die aussagekräftigste Beobachtung, die ein Käufer selbst machen kann.
  • Wie alt die Tiere der letzten Generationen geworden sind. Bei Riesenrassen weicht die tatsächliche Lebensdauer oft nach unten von den Rassestandardangaben ab.

Und die Reihenfolge, die Geld spart: erst versichern, dann untersuchen lassen. Ein Befund, der vor Vertragsbeginn erhoben wurde, gilt als Vorerkrankung und bleibt aus dem Vertrag draußen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Die Entscheidung, ob eine Hautveränderung punktiert oder gleich mit Sicherheitsabstand entfernt wird, ob nach der Histologie eine Bestrahlung oder Chemotherapie folgt und wie eine Narkose bei einem Kurzkopf dieses Gewichts geführt wird, trifft die behandelnde Praxis an Ihrem Hund.

Häufig gestellte Fragen zum Bullmastiff

Wie groß und schwer wird ein Bullmastiff?

Rüden erreichen 64 bis 69 cm Widerristhöhe bei 50 bis 59 Kilogramm, Hündinnen 61 bis 66 cm bei 41 bis 50 Kilogramm. Das Gewicht ist mehr als eine Rassenotiz: Es bestimmt den Narkose- und Medikamentenbedarf mit, es beeinflusst die Verfahrenswahl bei Gelenkerkrankungen, und es steht in jedem Beitragsrechner.

Wie alt wird ein Bullmastiff?

Für die Rasse werden bis zu zwölf Jahre angegeben. Das ist das optimistische Ende, denn für Riesen- und Molosserrassen nennt die unabhängige Literatur häufig 8 bis 10 Jahre. Rechnen Sie deshalb bei der Frage, wie lange sich ein Vertrag lohnt, nicht mit der Obergrenze, und bedenken Sie, dass das kostenintensive Lebensdrittel früher beginnt als bei einem mittelgroßen Hund.

Was kostet die Behandlung eines Mastzelltumors beim Hund?

Mit Erstdiagnostik von 200 bis 400 Euro, Operation einschließlich Narkose und Histologie von 800 bis 2.500 Euro und einer Nachbehandlung durch Bestrahlung oder Chemotherapie von 1.500 bis über 5.000 Euro liegt ein aufwendiger Fall realistisch bei 3.000 bis über 7.000 Euro. Ein Grad-3-Tumor mit Operation, Histologie und Nachsorge kostet auch ohne Bestrahlung schon 1.500 bis über 3.000 Euro.

Ist der Bullmastiff ein Listenhund?

In Bayern und Nordrhein-Westfalen ist er der Kategorie 2 zugeordnet, in Hamburg als gefährlich gelistet, in Hessen nicht gelistet (Stand 2026). Diese Einstufung lässt sich mit einem bestandenen Wesenstest ausräumen, die Pflicht zur Haftpflichtversicherung bleibt in der Regel bestehen. Die Rasselisten sind Landesrecht und ändern sich, prüfen Sie also die geltende Verordnung.

Welche Versicherung ist für den Bullmastiff sinnvoll?

Zwei, und in dieser Reihenfolge. Die Hundehaftpflicht zuerst, weil sie in mehreren Bundesländern Pflicht ist und weil mehrere große Anbieter diese Rasse namentlich ablehnen, die Suche also Zeit kosten kann. Dann die Krankenversicherung, und zwar bevor Ihr Hund acht wird, weil die meisten Versicherer danach niemanden mehr neu aufnehmen. Reicht das Budget nicht für einen Vollschutz, nehmen Sie den reinen OP-Tarif. Bei dieser Rasse sind es die einzelnen großen Eingriffe, die wehtun, nicht die Summe der kleinen Rechnungen.

Zahlt die Tierkrankenversicherung rassetypische Erkrankungen?

Ja, mit unterschiedlichen Fristen und in einem Fall gar nicht. Die HanseMerkur benennt den Einschluss rassespezifischer Erkrankungen als Leistung bei einem Monat allgemeiner Wartezeit, Cleos schließt HD, ED, Patellaluxation und brachyzephales Syndrom ohne gesonderte Begrenzung ein und setzt sechs Monate an, Dalma zwölf Monate auf rassespezifische Leiden. Pet Protect dagegen leistet bei brachyzephalem Syndrom grundsätzlich nicht. Welche Tarife rassetypische Leiden wie weit einschließen, vergleichen wir im Überblick zur Hundekrankenversicherung.

Autorin: Laura Schneider, Redaktion Tierversicherung.