shutterstock_2415901975

Welche Hunderasse ist am teuersten zu versichern? Die Rassen mit den höchsten Kosten

Warum Kurzkopfrassen, schwere Hunde und Herzrassen bei der Versicherung am teuersten wegkommen, und weshalb keine Preistabelle nach Rasse existiert, obwohl die Diagnosen vorhersehbar sind.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.
Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Eine Kreuzbandoperation beim Berner Sennenhund kostet Sie realistisch 1.500 bis 3.000 Euro, und reißt Monate später das zweite Knie, zahlen Sie dieselbe Summe noch einmal. Bei einer Französischen Bulldogge sitzt das Risiko in den Atemwegen, und dort entscheidet die Klausel: ein Anbieter deckt das brachyzephale Syndrom voll, ein anderer schließt es aus. Welche Hunderasse ist am teuersten zu versichern? Die Antwort hängt an der typischen Diagnose der Rasse und an ihrer Behandlung im Vertrag.

Am teuersten zu versichern sind schwere große Hunderassen, Kurzkopfrassen, Herzrassen und Listenhunde, denn ihre typische Diagnose ist vorhersehbar und eine einzelne Operation kostet 1.500 bis 3.000 Euro. Wenn Sie so einen Hund haben, zählt weniger die Rangfolge als die Frage, ab wann und bis zu welchem Betrag Ihr Tarif die rassetypische Erkrankung zahlt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am teuersten sind die Rassen, deren typische Krankheit fast jeden Hund der Rasse trifft und im Ernstfall vierstellig wird.
  • Eine Preistabelle nach Rasse veröffentlicht kein Anbieter. Den Beitrag rechnet jeder erst im eigenen Online-Rechner aus.
  • Eine Kreuzbandoperation beim schweren Hund kostet 1.500 bis 3.000 Euro, ein zweites Knie später noch einmal so viel.
  • Bei Kurzkopfrassen zahlt ein Anbieter die Atemwegsbehandlung voll, ein anderer erst nach sechs Monaten, ein dritter gar nicht.
  • Am unkompliziertesten fahren Sie mit einem Tarif ohne Rasseliste: Lassie nimmt jede Rasse zu denselben Bedingungen auf.
Lassie: jede Rasse zu denselben Bedingungen
Lassie führt keine Rasseliste und nimmt Mops, Rottweiler und Berner Sennenhund zu gleichen Bedingungen auf. Erstattet werden bis zum vierfachen Satz der Gebührenordnung, im Tarif Maxi ohne Jahreshöchstgrenze ab dem ersten Jahr.

Welche Hunderasse ist am teuersten zu versichern? Die vier Risikogruppen

Eine Rangfolge in Euro pro Rasse kann Ihnen niemand seriös liefern, und das liegt nicht an fehlender Recherche: kein Anbieter veröffentlicht eine Preistabelle nach Rasse oder Gewicht. Jeder ermittelt den Beitrag erst im eigenen Online-Rechner, aus Rasse, Alter, Wohnort und gewähltem Tarif. Die Listen, die zu dieser Frage im Umlauf sind, sortieren Rassen deshalb nach Beliebtheit oder in eine Kostenklasse von eins bis drei.

Vergleichbar sind drei andere Dinge, und die entscheiden am Ende über Ihre Rechnung: welche teure Krankheit in der Rasse liegt, was ihre Behandlung tatsächlich kostet, und wie die Versicherer diese Krankheit im Vertrag behandeln. Danach sind die vier Gruppen hier geordnet. Was den Beitrag unabhängig von der Rasse treibt, also Alter, Selbstbeteiligung und Erstattungssatz, lesen Sie in unserem Beitrag zu den Kosten einer Hundekrankenversicherung.

1. Kurzkopfrassen: Mops, Französische Bulldogge, Bullmastiff

Diese Gruppe steht vorn, weil hier die Deckung selbst schrumpft. Das brachyzephale Syndrom, also die verengten Atemwege des Kurzkopfhundes, ist die einzige rassetypische Diagnose, bei der mehrere Anbieter ihre Bedingungen ausdrücklich ändern: mit einer Wartezeit von sechs oder zwölf Monaten, oder indem sie die Behandlung ganz aus dem Vertrag nehmen.

Teuer wird es auch ohne den großen Eingriff. Jede Korrektur an Nase oder Gaumensegel läuft unter Intubationsnarkose, und die kostet je nach abgerechnetem Satz 73,52 bis 220,56 Euro, dazu kommt die Überwachung mit 52,96 Euro. Kommt die Wirbelsäule dazu, wie bei der Französischen Bulldogge häufig, brauchen Sie vor jeder Entscheidung eine Bildgebung: ein MRT liegt bei 700 bis 2.100 Euro.

Unser Rat für diese Gruppe: lassen Sie sich vor der Unterschrift schriftlich bestätigen, dass das brachyzephale Syndrom mitversichert ist, und ab welchem Tag. Eine mündliche Zusage am Telefon ist hier wertlos, weil die Anbieter diese eine Diagnose so unterschiedlich handhaben wie keine zweite.

2. Große und schwere Rassen: Berner Sennenhund, Deutsche Dogge, Rottweiler, Schäferhund

Hier entstehen die höchsten Einzelrechnungen. Hüft- und Ellbogendysplasie, Kreuzbandriss und Magendrehung gehören zum Risikoprofil schwerer Rassen, und der Kreuzbandriss ist der Posten, der Halter am häufigsten überrascht: die Operation kostet realistisch 1.500 bis 3.000 Euro. Danach hört es nicht auf, denn zur Nachsorge gehört Physiotherapie über Wochen, mit 60 bis 135 Euro für den Ersttermin und 35 bis 55 Euro je halbstündige Folgesitzung. Eine Magendrehung wiederum passiert typischerweise nachts, und im Notdienst gilt mindestens der zweifache Satz, dazu eine Pauschale von 50 Euro netto.

Das Körpergewicht rechnet in fast jeder Position mit. Narkose, Infusion und Medikamente skalieren mit Kilogramm, weshalb dieselbe Leistung bei einer Deutschen Dogge eine andere Rechnung ergibt als beim Dackel. Wie groß eine Rasse laut Standard wird, können Sie in den Rasseporträts des VDH nachsehen. Die einzelnen Positionen mit ihren Beträgen stehen in unserer Tabelle der Tierarztkosten für Hunde.

Daraus folgt eine klare Empfehlung: prüfen Sie bei einer schweren Rasse zuerst die Jahreshöchstleistung des ersten Jahres, nicht die des dritten. Viele Tarife deckeln das erste Jahr bei 500, 1.000 oder 1.500 Euro und zahlen erst ab dem zweiten Jahr unbegrenzt. Ein Kreuzbandriss im ersten Vertragsjahr sprengt jeden dieser Deckel, und genau in dieses Jahr fällt bei einem jungen, sportlichen Hund ein guter Teil des Risikos.

3. Herzrassen: Dobermann, Boxer, Deutsche Dogge

Bei der dilatativen Kardiomyopathie sammelt sich das Geld in vielen kleinen Rechnungen über Jahre. Die wiederkehrenden Positionen sind überschaubar und immer dieselben:

  • Basisechokardiografie: 67,20 bis 201,60 Euro
  • Doppler zusätzlich: 53,86 Euro
  • Ruhe-EKG: 44,00 Euro
  • Langzeit-EKG: 209,42 Euro

Dass für dieselbe Untersuchung so unterschiedliche Beträge herauskommen, liegt am Satzrahmen der Gebührenordnung, den die Bundestierärztekammer mit dem ein- bis dreifachen Satz beschreibt. Die Praxis darf innerhalb dieses Rahmens frei wählen, ohne das begründen zu müssen.

Rechnen Sie diese Kontrollen zweimal im Jahr über mehrere Jahre, dazu die tägliche Medikation, und Sie sehen, warum bei einer Herzrasse zwei Vertragsdetails wichtiger sind als der Monatsbeitrag: die Jahreshöchstleistung und die Selbstbeteiligung. Ein Tarif mit 20 Prozent Eigenanteil auf alle Leistungen fällt bei einer einmaligen Operation kaum auf und kostet Sie bei einer lebenslangen Kontrolle spürbar Geld. Eine reine Operationsversicherung zahlt hier übrigens gar nichts, weil überhaupt nicht operiert wird.

4. Listenhunde: Rottweiler, Pitbull, Staffordshire Bullterrier, Cane Corso

Diese Gruppe ist gesundheitlich nicht die teuerste, aber sie ist die teuerste in der Summe aller Verträge. Denn zur Krankenversicherung kommt eine Hundehaftpflicht, die in vielen Bundesländern für Listenhunde vorgeschrieben ist, und dort wird die Rasse zum Ausschlussgrund. ARAG nennt Cane Corso, Rottweiler, Bullmastiff und Pittbull Terrier namentlich auf seiner Ausschlussliste und lässt Ausnahmen nur im Einzelfall zu. Bavaria Direkt schließt den Rottweiler namentlich aus, Barmenia Direkt hält in der eigenen Beitragsrechnung „Kampfhunde ausgeschlossen“ fest, und Pet Protect nimmt in der Haftpflicht mehrere Rassen namentlich heraus. Auf ihrer eigenen Seite bestätigen bisher nur Uelzener und Agila, dass sie Listenhunde aufnehmen.

Der Listenstatus selbst ist beweglicher, als die meisten Halter annehmen. Welche Rassen als Listenhund gelten, regelt jedes Bundesland selbst, die Listen ändern sich, und einzelne Länder haben sie inzwischen ganz abgeschafft. In der zweiten Kategorie handelt es sich ohnehin nur um eine widerlegbare Vermutung, die ein bestandener Wesenstest aufhebt. Klären Sie die Haftpflicht deshalb zuerst und die Krankenversicherung danach. In der umgekehrten Reihenfolge haben Sie den einen Vertrag und beim anderen kaum noch Auswahl.

Zuschlag, Wartezeit, Ausschluss: was bei Risikorassen wirklich im Vertrag steht

Beim brachyzephalen Syndrom lässt sich der Unterschied zwischen den Anbietern schwarz auf weiß nachlesen, und er ist größer als jede Beitragsdifferenz. Die Spanne reicht von voller Deckung ohne gesonderte Begrenzung über Fristen von sechs oder zwölf Monaten bis zum harten Ausschluss als angeborene Anomalie.

AnbieterBrachyzephales Syndrom (verengte Atemwege beim Kurzkopfhund)
Cleosvollständig mitversichert, ohne gesonderte Begrenzung
Agilamitversichert nach einer Wartezeit von sechs Monaten
Getsafeals versichert genannt, in einer Liste mit einer Frist von zwölf Monaten
Pet Protectzahlt nicht
Pandaausgeschlossen als angeborene Anomalie

Ein Zuschlag auf den Beitrag ist dabei nicht das Instrument, das die Anbieter offen einsetzen. Keiner der hier verglichenen Tarife weist einen Rassezuschlag aus, und mehrere werben ausdrücklich damit, alle Rassen zum gleichen Preis zu nehmen. Gesteuert wird über die Zeit und über den Leistungsumfang: über die Wartezeit für rassetypische Erkrankungen, über den Deckel im ersten Vertragsjahr und über die Frage, ob Erbkrankheiten überhaupt und bis zu welchem Betrag mitversichert sind.

Rechnen Sie bei einer bekannten rassetypischen Diagnose mit längeren Fristen als den üblichen 30 Tagen. Einzelne Tarife dehnen die Wartezeit für bestimmte Erkrankungen auf bis zu 18 Monate, andere verzichten in bestimmten Fällen ganz darauf, etwa bei einem lückenlosen Wechsel von einem Vorvertrag. Fragen Sie beide Punkte gezielt ab, und zwar mit dem Namen der Erkrankung, nicht mit der Frage, ob „Rassekrankheiten“ gedeckt sind. Diese allgemeine Formulierung bestätigt Ihnen jeder Anbieter.

Welche Versicherung für eine Risikorasse? Vier Empfehlungen

Bei einer Risikorasse entscheidet eine andere Eigenschaft als der niedrigste Beitrag, nämlich ob die Rasse überhaupt zu denselben Bedingungen aufgenommen wird. Danach sind die folgenden vier Tarife geordnet. Lassie steht vorn, weil dort keine Rasseliste existiert. Agila ist die Wahl, wenn Ihr Hund auf einer Landesliste steht. Petolo passt, wenn Sie sofortigen Schutz brauchen, DA Direkt, wenn in Ihrer Rasse eine bekannte Erbkrankheit liegt. Die vollständige Marktübersicht steht in unserem Überblick zur Hundekrankenversicherung.

Lassie: keine Rasseliste, alle Rassen zu denselben Bedingungen

Lassie unterscheidet beim Zugang nicht nach Rasse. Es gibt keine Liste, auf der Ihr Hund stehen könnte, und damit auch keine Verhandlung im Einzelfall, wie sie in der Haftpflicht üblich ist. Wenn Ihre Rasse woanders Rückfragen auslöst, ist das der praktische Vorteil, und deshalb steht Lassie hier auf Platz eins.

Der Leistungsrahmen passt zu großen und schweren Hunden. Erstattet wird bis zum vierfachen Satz der Gebührenordnung, den Erstattungssatz wählen Sie mit 60, 80 oder 100 Prozent, die Selbstbeteiligung mit 0, 20 oder 40 Prozent. Wichtig für das Risikoprofil aus Gruppe 2: im Tarif Maxi gilt schon ab dem ersten Jahr keine Jahreshöchstgrenze, im Tarif Midi ab dem dritten, während Mini bei 1.000 Euro endet. Die Wartezeit beträgt 30 Tage, bei einem Unfall zwei Tage, und wer innerhalb von 120 Tagen lückenlos wechselt und ein Gesundheitszeugnis vorlegt, hat keine.

Lassie Maxi: ohne Jahreshöchstgrenze ab dem ersten Jahr
Der Tarif Maxi zahlt vom ersten Vertragsjahr an ohne Jahresobergrenze, mit einem Erstattungssatz von bis zu 100 Prozent und einer Selbstbeteiligung von 0 Prozent. Wer lückenlos wechselt und ein Gesundheitszeugnis vorlegt, ist ab dem ersten Tag versichert.

Agila: alle Rassen zum gleichen Preis, auch Listenhunde

Agila bestätigt die Aufnahme von Listenhunden auf der eigenen Seite und nimmt alle Rassen zum gleichen Preis. Für den Halter eines Rottweilers, Cane Corso oder Staffordshire Bullterriers entscheidet genau dieser Satz darüber, ob es überhaupt zu einem Vertrag kommt.

Der Einstieg liegt bei 23,90 Euro im Monat für den Tarif Tierkrankenschutz 24. Der sieht allerdings 20 Prozent Selbstbeteiligung auf alle Leistungen vor und deckelt die Jahreshöchstleistung bei 2.500 Euro. Für eine schwere Rasse ist das zu knapp, und wir sagen das offen: schon ein Kreuzband allein liegt über diesem Deckel. Sinnvoll ist der Tarif Exklusiv für 53,90 Euro, der unbegrenzt zahlt und den Eigenanteil auf Operationen und Nachbehandlungen ab dem fünften Geburtstag beschränkt. Beim brachyzephalen Syndrom leistet Agila nach sechs Monaten Wartezeit.

Agila: alle Rassen zum gleichen Beitrag
Der Tarif Exklusiv kostet 53,90 Euro im Monat, zahlt ohne Jahreshöchstgrenze und erstattet bis zum vierfachen Satz der Gebührenordnung. Listenhunde nimmt Agila zu denselben Bedingungen auf wie jede andere Rasse.

Petolo: Leistung ab dem ersten Vertragstag, ab dem zweiten Jahr ohne Jahresgrenze

Petolo verzichtet vollständig auf Wartezeiten. Das ist die richtige Wahl in einer bestimmten Situation: Ihr Hund gehört zu einer Risikorasse, ist noch gesund, und Sie wollen nicht 30 Tage oder sechs Monate darauf hoffen, dass in dieser Zeit nichts passiert. Versichert wird nach eigener Aussage jede Hunderasse, Rassezuschläge nennt der Anbieter nicht.

Bezahlt wird dieser Verzicht mit einer Obergrenze im ersten Jahr:

  • Komfort ab 34,90 Euro, im ersten Jahr maximal 500 Euro
  • Premium ab 47,90 Euro, im ersten Jahr maximal 1.000 Euro
  • Premium Plus ab 60,90 Euro, im ersten Jahr maximal 1.500 Euro

Ab dem zweiten Jahr zahlen alle drei Tarife unbegrenzt, jeweils bis zum vierfachen Satz. Unsere Einschätzung: für eine schwere Rasse lohnt der Sprung zu Premium Plus, weil der Deckel des ersten Jahres dort am höchsten liegt. Für einen Kurzkopfhund wiegt die fehlende Wartezeit ohnehin schwerer als jeder Deckel, weil die Atemwegsdiagnose oft schon im ersten Jahr kommt.

Petolo: Leistung ab dem ersten Vertragstag
Petolo verzichtet auf jede Wartezeit und leistet vom ersten Vertragstag an, im Tarif Komfort ab 34,90 Euro im Monat. Ab dem zweiten Vertragsjahr entfällt die Jahreshöchstgrenze in allen drei Tarifen.

DA Direkt: Erbkrankheiten mitversichert, bis 2.500 Euro je Fall

DA Direkt ist der Tarif, der die für Rassehunde entscheidende Position ausdrücklich benennt: Erbkrankheiten sind mitversichert, und zwar bis 2.500 Euro je Erbkrankheit. Versichert werden alle Rassen einschließlich Mischlingen, auf Wartezeiten verzichtet der Anbieter.

Diese 2.500 Euro sind die Zahl, die Sie gegen die Rechnung Ihrer Rasse halten sollten. Eine Patellaluxation gilt als Erbkrankheit und kostet je Knie 1.600 bis 2.500 Euro, der Betrag ist also nach einem einzigen Knie aufgebraucht. Bei einer Rasse mit einem bekannten Erbrisiko halten wir den Tarif deshalb für eine gute Wahl. Liegen in der Rasse mehrere teure Anlagen, greifen Sie besser zu einem Tarif ohne diese Teilgrenze.

Preislich beginnt DA Direkt bei 38,90 Euro für Komfort, Premium kostet 51,90 Euro und Premium Plus 60,90 Euro. Den vierfachen Satz erstatten alle drei Tarife, und nach einer tierärztlichen Online-Erstberatung steigt der Erstattungssatz um 20 Prozentpunkte.

DA Direkt: Erbkrankheiten bis 2.500 Euro je Fall
Erbkrankheiten sind in allen Tarifen bis 2.500 Euro je Erkrankung mitversichert, Wartezeiten gibt es keine, und der vierfache Satz der Gebührenordnung gilt vom Komfort-Tarif ab 38,90 Euro an.

Was Sie vor der Unterschrift klären sollten

Bei einer Risikorasse hängt die Erstattung an Details, die im Beitragsvergleich nicht auftauchen. Klären Sie sie vor der Unterschrift, nicht nach der ersten Rechnung.

  1. Lassen Sie sich die rassetypische Erkrankung namentlich bestätigen, samt der Frist, ab der der Schutz für sie greift. Eine allgemeine Zusage zu „Rassekrankheiten“ hilft Ihnen im Leistungsfall nicht.
  2. Prüfen Sie die Jahreshöchstleistung des ersten Vertragsjahres und halten Sie sie gegen die teuerste realistische Rechnung Ihrer Rasse.
  3. Schließen Sie ab, bevor ein Befund in der Patientenakte steht. Eine Diagnose, die vor Vertragsbeginn dokumentiert ist, gilt als Vorerkrankung und bleibt ausgeschlossen. Wie Sie damit umgehen, wenn es schon zu spät ist, steht in unserem Beitrag zur Hundekrankenversicherung mit Vorerkrankung.
  4. Fragen Sie nach dem erstatteten Satz der Gebührenordnung. Ein Tarif, der nur den zweifachen Satz zahlt, lässt Sie bei einer Rechnung zum dreifachen auf der Differenz sitzen; welcher Satz wann gilt, erklären wir bei den GOT-Tierarztkosten.
  5. Bei einem Listenhund klären Sie die Haftpflicht zuerst, weil dort die Auswahl kleiner ist als in der Krankenversicherung.

Ein praktischer Punkt für die Abrechnung: die Rechnung Ihrer Praxis muss die abgerechnete Position der Gebührenordnung und den angewendeten Satz ausweisen. Fehlt beides, prüft der Versicherer nach, und die Erstattung verzögert sich um Wochen. Fotografieren Sie außerdem sichtbare Befunde vor dem Termin, das hilft bei Unfallmeldungen mit kurzer Frist.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wie hoch das Risiko bei Ihrem Hund tatsächlich ist, ob eine Atemwegskorrektur, ein Gelenkeingriff oder eine Herzuntersuchung nötig wird und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, entscheidet allein die behandelnde Praxis.

Häufige Fragen

Gibt es eine Preistabelle für die Hundeversicherung nach Rasse?

Nein. Kein Anbieter legt seine Beiträge nach Rasse oder Gewicht offen, die Summe entsteht erst im Online-Rechner. Am weitesten geht HanseMerkur mit zwei Beispielrechnungen, für einen Jack Russell und einen Australian Shepherd, die zwischen 28,19 und 40,17 Euro liegen. Den Tarif bildet der Anbieter dort nach Rasse und Alter bei Vertragsbeginn, Mischlinge ordnet er nach Schulterhöhe ein. Eine vollständige Rassetabelle ist auch das nicht.

Warum sind manche Hunderassen in der Versicherung teurer?

Weil ihre typische Diagnose gleichzeitig teuer und wahrscheinlich ist. Eine Kreuzbandoperation kostet 1.500 bis 3.000 Euro, und bei einer schweren, gelenkbelasteten Rasse kalkuliert der Versicherer sie als absehbaren Fall ein. Dazu skalieren Narkose, Infusion und Medikamente mit dem Körpergewicht, sodass dieselbe Behandlung beim großen Hund mehr kostet als beim kleinen.

Welche Rassen lehnen Versicherer ab oder verlangen einen Zuschlag?

In der Krankenversicherung nennt keiner der vier empfohlenen Tarife eine Rasseliste, und einen ausgewiesenen Rassezuschlag verlangt keiner. Am nächsten kommt dem Santevet, das den Beitrag ausdrücklich nach Rasse und Alter bildet, ohne die Staffel dahinter zu veröffentlichen. Die echten Absagen fallen in der Haftpflicht, wo ARAG, Bavaria Direkt, Barmenia Direkt und Pet Protect einzelne Rassen namentlich ausschließen.

Zählt ein Mischling als Risikorasse?

Das hängt vom Anbieter ab, und die Regeln unterscheiden sich deutlich. Santevet ordnet Mischlinge nach der dominanten Rasse ein, HanseMerkur nach der Schulterhöhe, DA Direkt versichert alle Rassen einschließlich Mischlingen ohne diese Unterscheidung. Wenn Sie einen Mischling mit sichtbarem Kurzkopf- oder Molosseranteil haben, fragen Sie vor dem Abschluss nach, welche Zuordnung der Anbieter vornimmt.

Lohnt sich eine Versicherung noch, wenn die rassetypische Diagnose schon gestellt ist?

Für diese Diagnose nicht mehr, für alles andere schon. Ein dokumentierter Befund gilt als Vorerkrankung und bleibt vom Schutz ausgenommen, während der Rest des Risikoprofils versicherbar bleibt. Bei einer Rasse mit mehreren teuren Anlagen, etwa einer Deutschen Dogge mit bestätigter Dysplasie, kann sich der Vertrag deshalb trotzdem rechnen. Prüfen Sie in diesem Fall besonders genau, wie weit der Ausschluss reicht: manche Bedingungen nehmen auch Folgeerkrankungen des bekannten Befundes heraus.