True Crime auf RTL+Kinder mussten beim Sex zusehen – die verstörende Wahrheit über die Sekte Gloriavale

Die Serie gibt erschütternde Einblicke in die Sekte „Gloriavale”
Die Serie gibt erschütternde Einblicke in die Sekte „Gloriavale”
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Macht, Angst, Kontrolle.
Frauen ohne eigene Stimme, Kinder als Zuschauer beim Sex der Erwachsenen und ein Anführer, der seine Macht für sexuelle Übergriffe missbraucht haben soll: Die RTL+-Doku „Escaping Utopia – Die Sekte des Bösen“ gibt erschütternde Einblicke in das Leben der neuseeländischen Sekte Gloriavale.

Sex als Machtinstrument

„Vor der Hochzeit wollte er uns zeigen, wie man das macht. Wir guckten zu, wie er und Mum Sex hatten.“ Mit diesen Worten beschreibt ein Aussteiger in der RTL+-Doku „Escaping Utopia – Die Sekte des Bösen“ eine Kindheit, die Außenstehenden kaum vorstellbar erscheint. Mehrere ehemalige Mitglieder berichten, dass Kinder regelmäßig zusehen mussten, wenn Erwachsene Geschlechtsverkehr hatten. Der damalige Anführer soll Sexpraktiken vor anderen Mitgliedern demonstriert und seine Macht über Jahre auch für sexuellen Missbrauch ausgenutzt haben.

Ein weiterer Zeuge berichtet, der Sektenführer habe Jungen gezeigt, wie sie masturbieren sollten. Aus seiner Sicht seien christliche Regeln zum Thema Sexualität zu streng gewesen. Unter dem Vorwand, anderen Menschen Sex beizubringen, soll er sich über Jahre selbst sexuell befriedigt und zahlreiche Frauen missbraucht haben.

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Ein Leben voller Angst

Doch die Doku zeigt nicht nur den erschütternden Umgang mit Sexualität. Ehemalige Mitglieder schildern eine Gemeinschaft, in der Kontrolle den gesamten Alltag bestimmte. Frauen hätten den Männern dienen, arbeiten und möglichst viele Kinder bekommen sollen. Schon Mädchen sei beigebracht worden, dass sie keine eigene Stimme hätten und sich den Männern unterzuordnen hätten.

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Eine Aussteigerin erzählt, sie habe oft nicht mehr als vier Stunden geschlafen, bevor sie wieder arbeiten musste. Zeitungspapier sei lange das einzige Fenster zur Außenwelt gewesen. Bevor die Zeitungen verteilt wurden, seien jedoch alle Berichte ausgeschnitten worden, die die Mitglieder nicht lesen sollten. „Rückblickend drehte sich alles nur um Kontrolle. Ich hatte immer Angst“, erinnert sie sich.

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„Gloriavale basiert auf Angst“

Besonders eindrücklich schildert der Sohn des früheren Anführers, wie Menschen in der Gemeinschaft festgehalten worden seien. Wer das Gelände verlasse, verliere seine Seele und lande in der Hölle – diese Botschaft sei den Mitgliedern immer wieder eingetrichtert worden. „Gloriavales Religion basiert auf Angst. Mit Angst kann man Menschen gut manipulieren“, sagt er.

Auch ein heutiges Mitglied beschreibt den enormen psychischen Druck. Allein vor der Kamera zu sprechen, sei für ihn lebensgefährlich. Seine Familie könne dafür schwer bestraft werden. Die größte Hürde sei nicht das Tor der Siedlung, sondern die Angst davor, gegen Gottes Willen zu handeln.

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Die ganze Geschichte erzählt erst die Doku

Neben ehemaligen Mitgliedern kommen in „Escaping Utopia – Die Sekte des Bösen“ auch Angehörige, Aussteigerhelfer und Menschen zu Wort, die noch immer in der Gemeinschaft leben. Sie berichten von körperlichem, psychischem, sexuellem und spirituellem Missbrauch – und davon, wie schwer es vielen bis heute fällt, die Sekte zu verlassen.

Die dreiteilige RTL+-Dokumentation begleitet außerdem Menschen, die den Ausstieg wagen und zeigt, warum das gedankliche Gefängnis der Sekte für viele schwerer zu überwinden ist als jedes verschlossene Tor.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, RTL+