Mordprozess im Fall Fabian (†8): Angeklagte Gina H. stellt sich den Fragen – und gerät in Erklärungsnot!
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Jetzt spricht Gina H.! Die Angeklagte im Fall Fabian (†8), die den Jungen brutal ermordet haben soll, steht an diesem Prozesstag mehr denn je im Fokus. Sie beantwortet Fragen. Ihre Aussagen werden mit Spannung erwartet. Eindrücke aus dem Gericht gibt es im Video.
Die Menschenschlange ist lang am Morgen vor dem Gerichtsgebäude in Rostock. Seit Stunden warten sie – in der Hoffnung, Gina H. heute zuhören zu können. Der Frau, die sich heute den Fragen stellt. Möglicherweise auch unangenehmen.
„Das ist jetzt mal interessant zu sehen, was passiert, wenn sie mal ein bisschen freier spricht. Beim letzten Mal ist ja nicht so viel bei rausgekommen."
„Ich möchte heute vielleicht Klarheit gewinnen. Zu den Widersprüchen, die ja jetzt schon festgestellt wurden."
Gina H. wirkt nervös und blass. Dass sie heute Fragen beantwortet, war keine Idee ihrer Verteidiger.
„Nun haben wir die Sicht von Zeugen gehört, aber eben noch nicht die Sicht der Angeklagten. Und da war es wirklich ein Bedürfnis der Angeklagten, die Situation, so wie sie aus ihrer Sicht stattgefunden hat, auch mal zu erzählen. (...) Sie ist natürlich aufgeregt und angespannt. Es ist, weil man ja auch nicht weiß, welche Fragen kommen."
Richter Holger Schütt fragt Gina H. nach ihrer Beziehung zu Fabians Vater und dem Jungen selbst. Da wird deutlich, dass es immer wieder Gewalt gegeben haben soll und auch Fabian aggressiv gewesen sein soll.
Auch Fabians Mutter ist wieder im Gerichtssaal. Sie will eigentlich nur eins wissen, von der Frau, die ihren Sohn hier an diesem Tümpel getötet haben soll.
„Die Frage, die ich beantwortet haben möchte, die wird sie nicht beantworten, weil sie ja der Meinung ist, sie ist unschuldig. Also meine Frage ist halt immer noch: Warum hast du das getan?"
Ein wichtiger Punkt bei den Ermittlungen: Die Handydaten von Gina H. Dabei fällt nämlich etwas auf: In den Tagen rund um Fabians Verschwinden am 10. Oktober verschickte Gina H. rund 1.100 Sprachnachrichten, führte über 200 Telefonate, schrieb mehr als 3.000 Nachrichten und mehr als 80 E-Mails. Sie selbst spricht von einer Handysucht. Ausgerechnet im möglichen Tatzeitraum aber war ihr Handy ausgeschaltet.
„Der Tattag am 10. Oktober ist bisher noch nicht Thema. Doch auffällig: Die Angeklagte erklärt Fabians Blutspur in ihrem Auto mit einem Badeunfall: Fabian sei auf eine Muschelscherbe getreten, sie habe seine blutende Fußsohle mit einer kompletten Rolle Küchenpapier versorgt. Auf Nachfragen des Richters blieb sie aber vage – etwa dazu, welcher Fuß verletzt war und warum sie das Blatt der Küchenrolle nicht abgerissen habe."
Zur Stunde wird Gina H. weiterhin befragt. Ob ihre Antworten heute tatsächlich für mehr Klarheit sorgen – oder weitere Fragen aufwerfen, bleibt abzuwarten. Spätestens im Oktober soll das Urteil fallen.
