Partnerschaft mit politischer BotschaftHendrik Wüst auf Polen-Reise – NRW-Ministerpräsident besucht Kattowitz und KZ Auschwitz
Currywurst und Krakauer, Industriegeschichte und Fußball: Nordrhein-Westfalen und Polen - insbesondere Schlesien und NRW - verbindet vieles. Seit 25 Jahren pflegen beide Regionen eine offizielle Partnerschaft. Aus diesem Anlass reist NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nach Kattowitz und Krakau – begleitet von politischen Erwartungen und einem Blick auf die Landespolitik.
Bundesland mit Gewicht in Europa
Für Politikwissenschaftler Oliver Lembcke ist klar, warum NRW international stark wahrgenommen wird. „NRW ist ein bedeutendes Bundesland mit vielen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Verbindungen in Europa“, sagt er. Ein Ministerpräsident sei deshalb stets ein gefragter Gesprächspartner – auch über die Landesgrenzen hinaus. Zugleich habe eine solche Reise auch eine innenpolitische Wirkung: Sie zeige Führungsanspruch und Präsenz.
Abflug aus Frankfurt – Presse begleitet die Reise
Am Dienstagmittag (19.05.) startet der Flieger in Frankfurt am Main – zumindest für die mitreisende Presse. Auch RTL WEST ist dabei. „Ein Großteil der Presse ist in Kattowitz gelandet. Der Ministerpräsident ist bereits seit dem Vormittag vor Ort und hat erste Termine wahrgenommen – noch hinter verschlossenen Türen“, berichtet Reporterin Vanessa Nikic. Inhaltlich gehe es vor allem um die deutsch-polnischen Beziehungen sowie um Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine.
Von Fernreisen zur Nachbarschaft
In den vergangenen Jahren führte Wüsts Auslandsagenda regelmäßig weit in die Ferne – nach Japan, in die USA oder in die Golfstaaten. Dieses Mal ist die Reise deutlich kürzer. Politikwissenschaftler Lembcke sieht darin auch einen strategischen Kurswechsel mit Blick auf die kommende Landtagswahl. „Die Kritik an früheren Reisen war, dass sie zu kostspielig und zu luxuriös gewesen seien“, so Lembcke. Nun solle offenbar ein Zeichen gesetzt werden: mehr Nähe zu den konkreten Herausforderungen im Land.
Partnerschaft stärken in Krisenzeiten
Im Mittelpunkt der Reise steht die Vertiefung der Beziehungen zwischen NRW und Schlesien. Besonders in Zeiten geopolitischer Unsicherheit soll die regionale Zusammenarbeit gestärkt werden. Wüst betont dabei vor allem den Blick nach vorn: „Wir wollen die Chancen aus unserer industriellen Vergangenheit nutzen, um gemeinsam Neues aufzubauen.“ Auch Themen wie Technologie, wirtschaftliche Transformation und europäische Zusammenarbeit spielen eine zentrale Rolle.
Besuch in Auschwitz als Mahnung
Ein zentraler Programmpunkt der Reise ist der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Für den NRW-Ministerpräsidenten steht dieser Termin im Zeichen der Erinnerung und des entschlossenen Kampfes gegen Antisemitismus. Die Reise verbindet damit politische Gespräche in der Gegenwart mit einem klaren Blick auf die historische Verantwortung Deutschlands.

































