Seine Mutter hatte die Klingel nicht gehörtNeunjähriger kollabiert unbemerkt im Auto

Notarzt und Rettungswagen
Das Deutsche Rote Kreuz hatte den Jungen bis zur Haustür gebracht. (Symbolbild)
js jai, Julian Stratenschulte/dpa, Julian Stratenschulte

Er war mehrere Stunden im Wagen gefangen!
Ein neunjähriger Junge wird in Neugraben-Fischbek (Hamburg) nach der Schule vom Deutschen Roten Kreuz nach Hause gebracht. Zuhause kommt er aber nicht rein. Stattdessen setzt er sich ins 42 Grad heiße Familienauto.

Defekte Tür wird zur Falle

Nach Angaben der Polizei wird das Kind am Donnerstag (25. Juni) gegen 13 Uhr vom DRK bis vor die Haustür gebracht. Weil seine Mutter die Klingel nicht hört, setzt sich der Junge laut Polizeiangaben ins Auto. Zwar ist der Wagen verschlossen, doch eine der hinteren Türen ist defekt und lässt sich öffnen. Für den geistig eingeschränkten Neunjährigen wird das zur Falle: Er kommt nicht mehr allein aus dem Auto heraus.

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Im Auto sind es 42 Grad

Erst Stunden später, kurz vor 16 Uhr, schlägt die Mutter Alarm. Ihr Sohn taucht nicht zu Hause auf, also greift sie zum Telefon, ruft beim DRK und in der Schule an, dort heißt es, er müsste schon seit Stunden da sein. Sie sucht das ganze Grundstück ab und findet ihn schließlich im Auto.

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Als sie den Jungen auf der Rückbank entdeckt, ist er nicht mehr ansprechbar. Der Junge erleidet in dem rund 42 Grad heißen Wagen einen schweren Sonnenstich und wird im komatösen Zustand in ein Kinderkrankenhaus gebracht. Inzwischen hat sich sein Zustand stabilisiert. Laut Polizei könnte der Neunjährige das Krankenhaus möglicherweise schon am Wochenende wieder verlassen. „Der Junge hat richtig Glück gehabt“, sagt ein Sprecher.

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Hat das DRK die Aufsichtspflicht verletzt?

Die Polizei Hamburg bestätigt RTL: „Fakt ist, wir haben einen Bericht geschrieben und der obliegt jetzt der Prüfung, inwieweit das Deutsche Rote Kreuz seine Aufsichtspflicht vernachlässigt hat.” Im Raum steht damit die Frage, ob der Junge nach dem Transport ausreichend betreut und übergeben wurde.

Verwendete Quellen: dpa, eigene Recherche