Codes mit FolgenWer Feld 12 im Führerschein ignoriert, riskiert Bußgeld oder Fahrverbot

Einmal ausgestellt, nie wieder beachtet?
So geht es vielen in Sachen Führerschein. Doch es gibt ein Feld, auf das es sich lohnt, mal einen Blick zu werfen. Denn neben eurem Namen, eurem Geburtstag, dem Ablaufdatum und den Führerscheinklassen finden sich auf vielen Führerscheinen auch sogenannte Schlüsselzahlen – und wer darüber nicht Bescheid weiß, riskiert bei einer Polizeikontrolle eine empfindliche Strafe.
Warum Feld 12 auf dem Führerschein so wichtig ist
Schlüsselzahlen sehen aus wie Zahlencodes und können eure Fahrerlaubnis einschränken oder an bestimmte Bedingungen knüpfen. Besonders wichtig ist, was in Feld 12 steht.
Wie der ADAC erklärt, handelt es sich bei den Schlüsselzahlen um kodierte Zusatzangaben. Sie dokumentieren unter anderem Auflagen und Beschränkungen der Fahrerlaubnis. Steht der Code neben einer bestimmten Führerscheinklasse, gilt er nur für diese. Betrifft er alle Klassen, findet ihr ihn laut ADAC in der untersten Zeile – in Feld 12.
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01 im Führerschein – dann geht es um eure Augen
Eine der wohl bekanntesten Schlüsselzahlen betrifft die Sehhilfe. Der ADAC schlüsselt die verschiedenen Codes genauer auf:
01.01 bedeutet, dass ihr beim Autofahren eine Brille tragen müsst.
01.02 steht für Kontaktlinsen.
01.06 erlaubt Brille oder Kontaktlinsen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer solchen Auflage und einer Beschränkung der Fahrerlaubnis. Bei einer Auflage dürft ihr grundsätzlich Fahrzeuge eurer Führerscheinklasse fahren, müsst dabei aber eine bestimmte Bedingung erfüllen.
Setzt ihr euch beispielsweise trotz eingetragener Brillenpflicht ohne Sehhilfe ans Steuer, begeht ihr laut ADAC eine Ordnungswidrigkeit. Dafür drohen 25 Euro Verwarnungsgeld.
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Nach dem Augenlasern muss die Brillenpflicht raus
Auch wenn ihr eure Augen lasern lasst und anschließend keine Sehhilfe mehr benötigt, verschwindet die Brillenpflicht nicht automatisch aus eurem Führerschein. Wie der ADAC erklärt, muss die Auflage offiziell gestrichen werden. Dafür benötigt ihr einen neuen Nachweis über euer Sehvermögen. Bei der Führerscheinklasse B reicht in der Regel ein neuer Sehtest, bei bestimmten anderen Klassen kann ein augenärztliches Gutachten erforderlich sein. Anschließend wird ein neuer Führerschein ohne die bisherige Auflage ausgestellt.
Auch beim Wechsel zwischen Brille und Kontaktlinsen solltet ihr einen Blick auf euren Code werfen. Aus den unterschiedlichen Schlüsselzahlen ergibt sich: Steht dort beispielsweise ausschließlich 01.01 für Brille, deckt dieser Eintrag Kontaktlinsen nicht ab. Wer flexibel zwischen beiden Sehhilfen wechseln möchte, benötigt den entsprechenden Eintrag 01.06. Welche Nachweise für die Änderung im konkreten Fall erforderlich sind, solltet ihr mit der zuständigen Führerscheinstelle klären.
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Auch Hörhilfe, Prothese oder Orthese können eingetragen sein
Nicht nur die Augen können zu einer Auflage im Führerschein führen. Die Schlüsselzahl 02 steht nach Angaben des ADAC für eine vorgeschriebene Hör- beziehungsweise Kommunikationshilfe. Unter 03 werden dagegen Prothesen oder Orthesen der Gliedmaßen vermerkt.
Solche Eintragungen bedeuten, dass die entsprechende Hilfe beim Führen des Fahrzeugs vorgeschrieben ist.
Schlüsselzahl 78 kann richtig teuer werden
Besonders aufmerksam solltet ihr werden, wenn auf eurem Führerschein die Zahl 78 vermerkt ist.
Sie bedeutet laut ADAC, dass die Fahrerlaubnis auf Fahrzeuge mit Automatikgetriebe beschränkt ist. Anders als bei einer vergessenen Brille geht es hier nicht lediglich um eine persönliche Auflage, sondern um eine tatsächliche Beschränkung der Fahrerlaubnis.
Wer trotz Schlüsselzahl 78 einen Schaltwagen fährt, begeht nach Angaben des ADAC deshalb nicht bloß eine Ordnungswidrigkeit. Das kann als Fahren ohne Fahrerlaubnis nach Paragraf 21 Straßenverkehrsgesetz gewertet werden. Es drohen eine Geldstrafe und die Entziehung der Fahrerlaubnis.
Das bedeutet die Schlüsselzahl 197 auf dem Führerschein
Besonders leicht lassen sich die Schlüsselzahlen 78 und 197 verwechseln. Doch ihre Bedeutung unterscheidet sich stark.
Die Zahl 197 dokumentiert, dass die praktische Prüfung auf einem Auto mit Automatikgetriebe abgelegt wurde. Trotzdem dürfen Autofahrer mit dieser Eintragung laut ADAC auch Schaltwagen fahren. Diese Nummer dient lediglich der Dokumentation und stellt keine Automatik-Beschränkung wie die Schlüsselzahl 78 dar.
Zwei oder drei Ziffern – auch das macht einen Unterschied
Als Faustregel lohnt sich außerdem ein Blick auf die Länge des Codes. Zweistellige Schlüsselzahlen gelten laut ADAC EU-weit. Deshalb müsst ihr beispielsweise die mit 01 vorgeschriebene Sehhilfe auch bei einer Autofahrt in einem anderen EU-Land tragen.
Dreistellige Codes sind dagegen grundsätzlich nationale Schlüsselzahlen und gelten normalerweise nur in Deutschland. Die Schlüsselzahl 197 bildet dabei eine Ausnahme.
Wer also bislang noch nie auf Feld 12 seines Führerscheins geschaut hat, sollte das ruhig einmal nachholen. Denn ein unscheinbarer Zahlencode kann darüber entscheiden, unter welchen Voraussetzungen und mit welchem Fahrzeug ihr tatsächlich fahren dürft.
Verwendete Quelle: ADAC
































