Brandserie erschüttert ein kleines Dorf in Schleswig-HolsteinWer ist der Feuerteufel von Kudensee?

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Ein Feuerteufel sorgt seit Jahresanfang für Ausnahmezustand im beschaulichen Dorf Kudensee.
RTL
von Henrike Laing und Katharina Steinhöfel

Es ist ein Leben in Angst!
In Kudensee am Nord-Ostsee-Kanal (Schleswig-Holstein) hat es seit Jahresbeginn sechs Feuer an Einfamilienhäusern gegeben. Vier Häuser wurden vollständig zerstört, zwei Brände konnten rechtzeitig gelöscht werden. Mittlerweile kommen die Feuer in immer kürzeren Abständen.

„Ich habe sehr viel Glück gehabt”

Sechs Brände in dreieinhalb Monaten in Kudensee, das letzte Mal am vergangenen Dienstag (5. Mai). Das Haus ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der schlafende Bewohner konnte sich gerade noch rechtzeitig vor den Flammen retten und wohnt nun bei Nachbarn in einer Ferienwohnung.

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Ulrich Bösl hat Kameras an seinem Haus angebracht.
RTL

Im Dorf herrscht längst ein unheimliches Gefühl, wie Anwohner Lutz Otto im Gespräch mit RTL sagt: „Derjenige, der es war, macht es am hellichten Tag. Da vorne ist alles einsehbar. Ich habe eine Viertelstunde, bevor es ungefähr angefangen hat zu brennen, da vorne noch mein Auto geparkt.” Der Brandstifter habe sich nicht davon beirren lassen, dass rund um das Haus die ganze Zeit Betrieb gewesen sei. „Das ist unglaublich dreist”, so Otto. Sein Nachbar Ulrich Bösl ist selbst nicht zu Hause, als bei ihm am Haus plötzlich Feuer ausbricht. Seine Nachbarn entdecken den Brand und löschen ihn mit Feuerlöschern, die Feuerwehr muss anschließend noch Brandnester suchen und öffnet dafür das Dach. Damit kommt Ulrich Bösl noch glimpflich davon: „Also ich habe sehr viel Glück gehabt. Andere weniger.”

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Fast zehn Prozent des Dorfes angezündet

Nicht nur zu Ulrich Bösl muss plötzlich die Feuerwehr ausrücken. Am 27. Januar brennt in Kudensee das erste Haus komplett nieder. Beim zweiten Brand an der Rückseite eines Hauses kann das Feuer rechtzeitig gelöscht werden. Haus drei wird wieder total zerstört. Der Besitzer des vierten Feuer-Hauses hat Glück im Unglück. Haus fünf und sechs brennen nieder. Seit dem letzten Brand ist die Polizei nonstop vor Ort, um Patrouille zu gehen und den Brandstifter zu finden. „Das ist tatsächlich für die Bevölkerung eine Katastrophe. Wir sind hier in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein am Kanal mit 100 Einwohnern und fast 10 Prozent der Häuser haben hier angefangen zu brennen”, sagt Polizeihauptkommissar Marco Mein.

Ist der Feuerteufel ein Insider?

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat jetzt eine Belohnung von 2.000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Tataufklärung führen. Die Polizei sucht auch nach einer bislang unbekannten Person, die am 2. Mai von Zeugen fotografiert wurde. Das Dorf Kudensee hat inzwischen aufgerüstet und viele Videokameras installiert. Doch nicht alle sind bisher angeschlossen, was der Täter anscheinend weiß, vermutet Bürgermeisterin Dagmar Pries: „Das eine Mal waren Schilder aufgehängt, die Kameras hingen noch nicht. Das zweite Mal war es nur ein Dummy. Und deswegen haben wir so ein bisschen die Befürchtung, dass das vielleicht auch Insiderwissen ist. Dass er wusste, da kann ich unbedenklich durchlaufen.”

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Dreieinhalb Monate dauert die Brandserie schon an und sorgt für einen Ausnahmezustand im Dorf. Für die Bewohner ist die Situation eine enorme Belastung, weiß die Bürgermeisterin: „Wir sind alle völlig aufgelöst. Wir haben Angst. Wir haben die letzten Tage sehr, sehr schlecht geschlafen.” Durch die erhöhte Polizeipräsenz hoffen sie, zeitnah die Brandserie zu stoppen. Verletzt wurde durch die Feuer bisher zum Glück niemand.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche