Beim Ja-Wort schrillt plötzlich der AlarmEhebeginn unter Sirenen: Braut im Kleid muss zum Einsatz ausrücken

In Bayern trauten sich 2024 weniger Paare zum Standesamt. (Symbolbild)
Statt Hochzeitstorte gibt’s Alarm: Das frisch vermählte Paar rückt zum Feuerwehreinsatz aus. (Symbolbild)
Uwe Anspach/dpa
von Martina Lewinski, Nadine Schulz und Johanna Kroke

Statt Sektempfang hieß es: Ausrücken!
Eigentlich wollten Eske und Niklas Kämmerer nach ihrer standesamtlichen Trauung einfach nur ihre Liebe feiern – mit Familie, Kameradinnen und Kameraden, Grill und einem Glas Sekt im Feuerwehrhaus. Doch kurz nachdem das frisch vermählte Paar in der Feuerwache angekommen war, schrillten plötzlich Melder und Sirene.

Sirene statt Sektempfang

Mitten in den Vorbereitungen ging plötzlich der Alarm los: Eine Brandmeldeanlage im Nachbarort hatte ausgelöst. Mehrere Feuerwehren wurden alarmiert – auch die Freiwillige Feuerwehr Ovelgönne aus dem Landkreis Wesermarsch im Norden Niedersachsens.

„Wir wollten gerade eine Flasche Sekt aufmachen zum Anstoßen”, sagt Ekse Kämmerer im Interview mit RTL. „Das konnten wir dann gar nicht mehr machen.” Für das frischgebackene Ehepaar sei sofort klar gewesen: Sie rücken mit aus. Aus dem geplanten Sektempfang wurde innerhalb weniger Minuten ein Feuerwehreinsatz.

Einsatz im Hochzeitsoutfit

Während der Bräutigam sich noch im Eiltempo aus dem Anzug in die Einsatzkleidung schälte und unter Atemschutz ausrückte, übernahm seine frisch angetraute Ehefrau im Einsatzleitwagen eine ganz besondere Aufgabe – in ihrem weißen Brautkleid. Eske Kämmerer kümmerte sich um die Einsatzdokumentation, während draußen die Fahrzeuge der Feuerwehr ausrückten. Ein Anblick, den so schnell niemand vergessen wird.

Auch die Feuerwehr Ovelgönne betont diesen besonderen Moment in ihrem Instagram-Post: „Ein besonderer Moment, der einmal mehr zeigt, was Zusammenhalt und Engagement in der Feuerwehr bedeuten.“

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„Einsatz geht vor – auch am Hochzeitstag“

Vor Ort stellte sich der Notruf glücklicherweise als Fehlalarm heraus. Doch der Einsatz sorgte trotzdem für viel Gesprächsstoff: Die Feuerwehr Ovelgönne war als eine der ersten am Einsatzort. „Nachdem alle gesehen haben, dass mehrere Kameraden doch deutlich schicker gekleidet sind unter ihren Einsatzklamotten, kam kurz die Frage auf, was los sei”, erinnert sich Krämmerer.

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Für das Paar war die Entscheidung für den Einsatz selbstverständlich. „Wir haben uns für das Ehrenamt entschieden. Und wir waren in der Nähe“, so der Bräutigam. Auch für die Familie spiele die Feuerwehr seit Jahren eine große Rolle. „Mein Vater, mein Partner, Onkel, mein Opa – die sind alle in der Feuerwehr”, erklärt Kämmerer.

Hochzeit, die keiner vergisst

Auch online sorgt die Geschichte für viele Reaktionen. Unter dem Beitrag der Feuerwehr finden sich zahlreiche Kommentare, die den Einsatz des Brautpaares loben: „Man weiß nie, ob gerade jemand in Lebensgefahr steckt und da finde ich es echt lobenswert, dass sie selbst an ihrer Hochzeit keine Ausnahme machen, um anderen zu helfen.“ Ein anderer Nutzer kommentiert kurz und treffend: „Feuer und Flamme für den Einsatz.“

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Nach zahlreichen Glückwünschen direkt am Einsatzort ging es schließlich zurück nach Ovelgönne – wo die Feier dann ganz in Ruhe nachgeholt werden konnte, mit Wurst, Sekt und vielen Gesprächen über diesen außergewöhnlichen Tag.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Instagram/feuerwehr.ovelgoenne,