Jugendlicher sollte seine Schwester töten!Vater (46) versucht, Sohn (17) zum Mord anzustiften – Gericht fällt Urteil!
Es sollte wie ein Unfall aussehen!
Ein geplanter Mord, der zum Glück nie stattfindet. Weil Ali A. unzufrieden mit dem Lebenswandel seiner Tochter Randa (19) ist, versucht er, seinen Sohn zum Mord an der jungen Frau anzustiften. Doch stattdessen geht der Jugendliche zur Polizei – und bringt seinen Vater hinter Gitter.
Fünf Jahre und sechs Monate Haft
Das Landgericht Stade sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte Ali A. versucht hat, seinen Sohn zum Mord anzustiften. Dafür wird der Vater zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er muss außerdem die Kosten des Verfahrens tragen. Seine Familie war zur Urteilsverkündung nicht anwesend.
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Während des Prozesses hatten sich Vater und Sohn gegenüber gesessen. In seiner Zeugenaussage erklärte der Jugendliche, dass seinem Vater jeglicher Kontakt seiner Töchter zum anderen Geschlecht ein Dorn im Auge gewesen sein soll. Für den 46-Jährigen zerstört Tochter Randa mit ihrem Verhalten die Familienehre. Dafür sollte die 19-Jährige sterben.

Randa sollte sterben – wegen Kontakt zu Männern
Es ist ein Dienstag im September 2015, an dem der 17-Jährige eine Polizeidienststelle in Cuxhaven aufsucht. Seine zehnköpfige Familie flüchtete 2019 aus Syrien nach Norddeutschland und lebt in der Gemeinde Wurster Nordseeküste (Landkreis Cuxhaven). Das Familienleben soll immer wieder angespannt gewesen sein. Laut des 17-Jährigen habe sein Vater zwei Wochen lang nicht in die gemeinsame Wohnung kommen dürfen. Grund war ein Vorfall häuslicher Gewalt, zu dem die Polizei gerufen wurde.
Wie der Jugendliche weiter erzählt, sei der Vater unzufrieden mit dem Lebenswandel der Tochter gewesen. Randa habe mit Männern telefoniert und sogar eine sexuelle Beziehung geführt, obwohl der 46-Jährige ihr jeglichen Kontakt zu Männern untersagt hatte.
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Sein Vater habe seine Schwestern daher streng kontrolliert und mit Gewalt bestraft. Bei einem Treffen auf einem Parkplatz habe der Vater seinem Sohn mitgeteilt, dass er das Problem mit Randa lösen werde. Der 46-Jährige habe den Jugendlichen über seinen Plan informiert, wie ein sogenannter Ehrenmord ablaufen könnte.
„Ehrenmorde“ haben mit Ehre nichts zu tun
Der Begriff Ehrenmord ist umstritten, weil er ein ehrenhaftes Motiv suggeriert. Das Bundeskriminalamt definiert eine solche Tat als „vorsätzlich begangene versuchte oder vollendete Tötungsdelikte, die im Kontext patriarchalisch geprägter Familienverbände oder Gesellschaften vorrangig von Männern an Frauen verübt werden, um die aus Tätersicht verletzte Ehre der Familie oder des Mannes wiederherzustellen“.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, Bundeskriminalamt
































