Angeklagter soll Krankem eine Überdosis Morphium verabreicht habenPatient totgespritzt? Prozessauftakt gegen Pfleger in Münster
Ein ehemaliger Krankenpfleger steht seit Donnerstag (23.04.) wegen versuchten Totschlages vor dem Landgericht Münster. Er soll einem schwerkranken Patienten im Endstadium zu viel Morphium gegeben haben. Wenige Stunden später starb der Mann.
Patient Überdosis gegeben?
Der 28-jährige Angeklagte hat als Pfleger gearbeitet und einen 91-jährigen Krebspatienten betreut. Laut Staatsanwaltschaft hat er dem Mann eine Überdosis Schmerzmittel verabreicht. Der Patient starb noch am selben Tag. Ob die Überdosis oder die schwere Krankheit die Ursache war, lässt sich im Nachhinein nicht mehr klären. Deshalb geht es vor Gericht um versuchten Totschlag. Mordmerkmale wie Heimtücke konnten nicht festgestellt werden.
Wollte er Schmerzen lindern?
Der Angeklagte sagt, er habe den Patienten nicht töten wollen. Es sei ihm darum gegangen, starke Schmerzen zu lindern. Dabei spielte auch die Patientenverfügung des Mannes eine Rolle. Darin soll festgehalten gewesen sein, dass er keine lebensverlängernden Maßnahmen möchte. Laut Verteidigung habe sich der Zustand des Patienten stark verschlechtert. Ein Arzt sei in dem Moment nicht erreichbar gewesen. Der Angeklagte arbeitet inzwischen in einem anderen Beruf. Sollte er verurteilt werden, muss er mit bis zu elf Jahre Haft rechnen. Das Urteil wird Ende Mai erwartet.

































