Frauen sollen mehr arbeitenSteuerschock für Ehepaare? Lars Klingbeil (SPD) könnte das Ehegattensplitting abschaffen

Lars Klingbeil (SPD) spricht am Mikrofon.
Lars Klingbeil (SPD) will und braucht wieder frischen Wind in seiner Partei. (Archivbild)
IMAGO/Jens Schicke

SPD auf der Suche nach Identität!
Nach der Wahlniederlage in Baden-Württemberg verliert die SPD nun auch in Rheinland-Pfalz an Stimmen. Die Führung der Sozialdemokraten muss etwas ändern. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) kündigt indes große Reformen an, darunter könnte auch die Abschaffung des Ehegattensplittings fallen.

Lars Klingbeil will das Ehegattensplitting abschaffen

Finanzminister Lars Klingbeil denkt offenbar darüber nach, das Ehegattensplitting abzuschaffen. Das berichtet Bild. Dahinter steckt die Idee, dass sich Arbeiten für viele Frauen künftig stärker lohnen soll und sie eher (wieder) in den Job einsteigen. So könne insgesamt mehr gearbeitet werden – das würde auch der Wirtschaft neuen Schwung geben. Am Mittwochnachmittag (25. März) hat Klingbeil in Berlin eine Rede zu den Reformen geplant.

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Nachteil für viele Frauen

Das Ehegattensplitting ermöglicht verheirateten Paaren gegenüber unverheirateten einen Steuervorteil. Dieser Vorteil ist besonders groß, wenn nur einer der beiden Eheleute ein Einkommen hat; dieses wird dann insgesamt geringer besteuert. Expertinnen und Experten kritisieren, dass Frauen deshalb häufiger aus der Arbeit gehalten werden, weil ihr – statistisch oft geringeres – Einkommen beim Hinzuverdienst relativ hoch besteuert würde. Dadurch entstehen weitere Nachteile für Frauen, etwa geringere Karrierechancen und höhere finanzielle Abhängigkeit.

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Mehr Geburten durch Abschaffung?

Eine kürzlich vorgestellte Studie kommt zudem zu dem Schluss, dass ein Ende des Ehegattensplittings zu mehr Geburten in Deutschland führen kann. Die Analyse der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) zeigt: „Die Geburtenrate könnte um 5,7 Prozent höher liegen, wenn das Ehegattensplitting abgeschafft und Steuervorteile nicht mehr an die Heiratsurkunde gebunden würden, sondern an die Kinder“, fasste RFBerlin-Projektleiterin Hanna Wang die Ergebnisse zusammen. (dst)

Verwendete Quellen: Bild, ntv, bpb