Noelia (†25) starb durch aktive SterbehilfeMit diesem Video wollte ihr Vater sie noch vom Leben überzeugen

Es ist eine Minute, in der alle Qualen offensichtlich werden!
Noelia Castillo (25) ist nach aktiver Sterbehilfe tot. Jetzt ist ein neues Video aufgetaucht – es zeigt die junge Frau aus Spanien, die an ihrem kaputten Körper verzweifelt und nicht mehr leben möchte.
Vater macht Video von Noelia Castillo auf Krücken
Das Video, das Noelia nach ihrem Suizidversuch bei zaghaften Gehversuchen an Krücken zeigt, liegt der spanischen Digitalzeitung Okdiario vor. „Action!“, feuert Noelias Vater Geronimo auf dem Video an, als sie aus dem Rollstuhl aufsteht und mühsam geht. Sie lächelt nur kurz und schüchtern, bevor sie den Blick auf den Boden richtet, um sich auf ihre Bewegungen zu konzentrieren.
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Weiter sagt Geronimo in dem Video: „Vorsicht, was für eine Powerfrau. Wir spazieren durch Badalona (Ort in Spanien, Anm. d. Red.), sie ist ganz stolz, gleich rennt sie schon… Schau mich an, schau, was für eine Powerfrau.” Später ermutigt er: „Eine Minute Aufnahme, nicht mehr. Sehr gut, sehr gut. Nicht rennen, ganz langsam. Schau mich an, die Zeit ist fast um. Ein Küsschen, wirf einen Kuss. Tschüss, meine Schöne.“

Ausgerechnet Noelias Vater machte diese Aufnahmen, der sie zwar bei der Genesung unterstützte, sich aber auch aktiv gegen die Sterbehilfe-Pläne seiner Tochter wehrte. In einem fast zwei Jahre langen Rechtsstreit gegen ihren Vater setzte Noelia letztlich durch, dass sie sterben darf.
Im Video: Noelia Castillo ist tot – Sterbehilfe-Fall spaltet Spanien
Eltern von Noelia Castillo waren gegen Sterbehilfe!
Am vergangenen Donnerstagabend war es dann soweit: In einem Krankenhaus in Sant Pere de Ribes bei Barcelona erhielt Noelia gegen den Willen ihrer Eltern eine tödliche Spritze, die ihr Leben sofort beendete. Medien berichteten, vor ihrem Tod habe sie sich von ihren Eltern, ihrer Oma mütterlicherseits, ihren beiden Schwestern, von zwei Freundinnen und einer Nonne, die sie unterstützt habe, länger als geplant verabschiedet. Deshalb habe sich der Vollzug verzögert.
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Die 25-Jährige hatte eine Querschnittlähmung, die auf einen Suizidversuch zurückging. Im Jahr 2022 soll sie Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden sein. Nur Tage danach versuchte sie, sich das Leben zu nehmen, überlebte jedoch schwer verletzt. Seitdem saß sie im Rollstuhl. Auch als sie jünger war, wurde sie mehrfach sexuell missbraucht, wie Noelia erzählte.
„Ich kann nicht mehr mit all dem, was mich in meinem Kopf quält, was ich erlebt habe”, hatte Noelia in einem letzten Interview mit dem Fernsehsender Antena 3 gesagt. Hintergrund: ihr schweres (psychisches) Leiden und Trauma. Sie wolle „endlich gehen, aufhören zu leiden” und sich „endlich ausruhen”, sagte sie mit leiser, aber fester, sicherer Stimme. Ärzte hätten ihr gesagt, sie werde vielleicht irgendwann wieder laufen können – sie habe sich jedoch dagegen entschieden. „Und ich bereue es nicht.” (mit dpa)
Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen
Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.
Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.
Verwendete Quellen: Okdiario, New York Post, DPA








