Fall spaltet SpanienSterbehilfe für Noelia (25) – wäre das auch in Deutschland möglich?

Ihr Schicksal bewegt die Welt!
In Spanien ist aktive Sterbehilfe seit 2021 erlaubt. Dennoch spaltet der Sterbehilfe-Fall der 25-jährigen Noelia Castillo das Land. Wie ist die Rechtslage in Deutschland?
Sterbehilfe in Deutschland: Was ist erlaubt und was nicht?
Noelia Castillo erhielt am Donnerstagabend in einem Krankenhaus in Sant Pere de Ribes bei Barcelona gegen den Willen ihrer Eltern eine tödliche Spritze, die ihr Leben sofort beendete. Die 25-Jährige hatte eine Querschnittlähmung, die auf einen Suizidversuch nach sexuellen Übergriffen im Jahr 2022 zurückging.
Ihr junges Alter und auch die Tatsache, dass - anders als bei typischen Sterbehilfe-Fällen - ein psychisches Leiden nach schwerem Trauma eine zentrale Rolle spielte, löste in Spanien scharfe Kritik unter anderem von konservativen Politikern, Medien und der katholischen Kirche aus.
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Im Gegensatz zu Spanien ist aktive Sterbehilfe in Deutschland strafbar. Erlaubt ist lediglich der Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen, wenn das dem Willen des Patienten entspricht. Gleiches gilt für indirekte Sterbehilfe. Davon wird gesprochen, wenn es um die Schmerzlinderung geht und Patienten infolge der Medikamente früher sterben.
Auch die Beihilfe zur Selbsttötung ist straffrei - sie kann in der Beschaffung oder Bereitstellung eines tödlichen Mittels bestehen, das der Patient allerdings selbst einnimmt. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, spricht von einem „organisierten assistierten Suizid, der noch vollkommen ungeregelt ist”.
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Doch den Fall Noelia sieht auch Byrsch zwiegespalten. „Ohne Zweifel ist das Schicksal von Noelia Castillo tragisch”, beurteilt Brysch den spanischen Sonderfall auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
„Jeder Mensch hat das Recht, seine Therapie zu beenden, auch wenn diese Entscheidung zum Tode führt. Dabei gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, das Sterben zu begleiten”, sagte Brysch. „Wenn jedoch ein Parlament Tötung auf Verlangen gesetzlich zulässt, befeuert es die gesellschaftliche Spaltung. Die Reaktionen in Spanien zeigen das zweifelsohne.” (jve)
Verwendete Quellen: dpa







