Die unglaubliche Wende im Fall Werner RümmerJustiz-Beben in den USA! Mordurteil gegen Deutschen nach 32 Jahren gekippt!
Lebenslang verurteilt wegen Mordes!
Der Deutsche Werner Rümmer sitzt seit mehr als 30 Jahren in den USA im Knast. Er beteuert aber immer wieder: Ich bin unschuldig. RTL hat mit Anwälten und Strafverteidigern gesprochen ‒ und stieß bei den Recherchen auf mögliche Fehler im damaligen Prozess. Das führte zu einer unglaublichen Wendung in dem Fall! Eine Geschichte über ein gestohlenes Leben, eine Familie, die nie die Hoffnung aufgab, und ein Justizsystem auf dem Prüfstand.
Werner Rümmer wurde 1995 wegen Mordes verurteilt
„Mein Name ist Werner Rümmer und ich bin unschuldig.“ Dieser Satz ist seit Jahrzehnten der Anker im Leben des heute 66-jährigen Deutschen. Seit 1995 sitzt er eine lebenslange Haftstrafe im US-Bundesstaat North Dakota ab. Verurteilt für einen Mord, den er, so seine stete Beteuerung, nie begangen hat. Für die Justiz war die Sache lange abgeschlossen. Doch nun, nach 32 Jahren, gibt es eine dramatische Wende, die den Fall zu einem der umstrittensten in der Geschichte North Dakotas macht. Ein Gericht hat das Urteil aufgehoben.
Die Geschichte beginnt am 10. August 1986, als in einem Waldgebiet in Devils Lake die Leiche von Gilbert Fassett entdeckt wird – übersät mit mehr als 100 Stichwunden. Neun Jahre lang tappten die Ermittler im Dunkeln. Erst Anfang der 1990er-Jahre melden sich plötzlich Zeugen: Mitgefangene von Werner Rümmer, der wegen kleinerer Delikte einsaß. Sie behaupten, Rümmer habe ihnen gegenüber den Mord gestanden.
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Es gibt keine Fingerabdrücke, keine DNA, keine Tatwaffe, keine direkten Augenzeugen. Nur das Wort von Kriminellen. Diese Aussagen allein, ohne physische Beweise oder Augenzeugen, reichten der Staatsanwaltschaft für eine Anklage. 1995 fiel das Urteil: lebenslänglich. Für Rümmer brach eine Welt zusammen. Seine Söhne David und Marc waren damals erst zwei und drei Jahre alt. Er sah sie nie wieder in Freiheit aufwachsen. „Sie haben mir mein Leben genommen – für etwas, das ich nicht getan habe“, sagt Rümmer heute.
Von Bamberg nach Amerika: Eine Kindheit voller Gewalt
Werner Rümmer wurde in Deutschland geboren. 1968, mit sieben Jahren, zog er mit seiner Familie aus Bamberg nach Devils Lake. Seine Mutter hatte einen in Deutschland stationierten US-Soldaten geheiratet. Doch das neue Leben in Amerika wurde zum Albtraum. Der Stiefvater, so erzählt es Rümmer, war gewalttätig. Er schlug und schrie ihn an, verbot ihm, Deutsch zu sprechen.
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„Als Werner damals nach Devils Lake kam, fiel er mit seinem deutschen Akzent auf. Zudem hat ihn sein Stiefvater misshandelt”, erklärt der amerikanische Investigativ-Journalist Patrick Springe, der den Fall gut kennt. „Das alles hat ihn sicherlich geprägt. Ich glaube, das erklärt, warum er auch an die falschen Leute geriet und schließlich dann mit Alkohol und Drogen in Berührung kam.“ Rümmer geriet auf die schiefe Bahn, landete wegen kleinerer Delikte im Gefängnis. Ein Ort, der sein Schicksal besiegeln sollte. Denn dort lernte er auch sein späteres, angebliches Opfer Gilbert Fassett kennen.

Wie das „Innocence Project“ den Fall neu aufrollte
Jahrzehntelang kämpfte Rümmer allein um seine Rehabilitierung, schrieb unzählige Briefe aus seiner Zelle. Schließlich wurde die gemeinnützige Organisation „Great North Innocence Project“ auf ihn aufmerksam, die sich für unschuldig Verurteilte einsetzt. Anwalt James Mayer erkannte sofort die Schwachstellen des Falls: „Es gab keinerlei belastende Beweise. Die Anklage stützte sich nur auf Zeugenaussagen von Mitinsassen. Und alle Zeugen hatten in irgendeiner Form etwas von ihrer Aussage zu gewinnen.“
Das neue Verteidigungsteam deckte unglaubliche Versäumnisse auf. Schon damals gab es mehrere Zeugen, die Gilbert Fassett Tage nach der angeblichen Tatnacht mit Rümmer noch lebend gesehen hatten. Diese entlastenden Aussagen kamen im Prozess nie zur Sprache. Strafverteidiger Dane DeKrey bringt es auf den Punkt: „Es ist unmöglich, dass jemand erst getötet, dann fünf Tage später lebend gesehen wird. Es sei denn, er ist Jesus Christus.“
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Zudem soll Rümmer laut Anklage Fassett in stark alkoholisiertem Zustand getötet haben. Die toxikologischen Ergebnisse zeigten jedoch, dass Fassett zum Todeszeitpunkt keinen Alkohol im Blut hatte. Es kann also nicht die Tatnacht gewesen sein. Mit diesen neuen Beweisen gelang dem Team das Unfassbare: Ein Gericht hob das Mordurteil nach fast 32 Jahren auf. Eine Entscheidung, die Rümmer unter Tränen aufnahm.
Ein Sieg ohne Freiheit: Die bittere Ungewissheit bleibt
Die Aufhebung des Urteils ist ein historischer Sieg. Doch die Erleichterung währte nur kurz. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt. Solange das Verfahren läuft, bleibt Werner Rümmer hinter Gittern. Ein genaues Entlassungsdatum ist ungewiss. Sollte die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung Erfolg haben, könnte er für immer im Gefängnis bleiben.
Seine Familie, die ihn all die Jahre unterstützt hat, ist verzweifelt. „Lasst ihn gehen und die Zeit, die er noch hat, mit seiner Familie verbringen. Nehmt ihm das nicht auch noch weg“, fleht seine Schwester Silvia Beckedahl. Seine Mutter, Marita Lien, sagt: „Ich möchte nur, dass er bei mir ist, bevor ich sterbe. Ich warte seit über 30 Jahren.“
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Inzwischen wird Rümmer sogar von Elizabeth Prelogar vertreten, einer ehemaligen Top-Anwältin der US-Regierung. Auch sie ist von seiner Unschuld überzeugt. Doch ob und wann der 66-Jährige die Gefängnismauern als freier Mann verlassen wird, steht in den Sternen. Eine Entschädigung für die verlorenen Jahre gibt es in North Dakota ohnehin nicht. Die Zeit, die man ihm genommen hat, kann ihm niemand zurückgeben. Sein Verteidiger Dane DeKrey sagt bewundernd: „Dass Werner keinen Hass und keine Rache verspürt, ist unglaublich. ER ist der wahre Held dieser Geschichte.“
Verwendete Quellen: RTL
































