Mann kann nie wieder sehenHeimtückischer Angriff mit Ameisensäure! Ex-Frau (27) muss zwölf Jahre hinter Gitter

Sie plante, ihren Mann zu töten!
Im Keller des Hauses übergießt Vivien F. (27) im vergangenen Jahr ihren Mann mit hoch konzentrierter Ameisensäure. Frederik F. (32) überlebt, wird aber nie wieder sehen können. Für die heimtückische Tat hat das Landgericht Braunschweig die 27-Jährige am Mittwoch (13. Mai) zu zwölf Jahren hinter Gittern verurteilt.
Angeklagte nimmt Urteil reglos entgegen
Bei der Urteilsverkündung heute war der Zuschauerraum bis auf den letzten Platz gefüllt. Während bei der Familie der Angeklagten viele Tränen flossen, nahm Vivien F. das Urteil regungslos entgegen. Das Gericht verurteilt die 27-Jährige wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit schwerer und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Außerdem muss sie 250.000 Euro Schmerzensgeld an ihren Ex-Mann zahlen.
Lese-Tipp: Wollte sie nur an sein Geld? Angeklagte (27) soll Ehemann mit Ameisensäure überschüttet haben
Im Video: Frederik F. schildert grausamen Säure-Angriff
„Sie kannte die Gefahr, die von der Ameisensäure ausging“
„Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die Angklagte mit Tötungsabsicht gehandelt hat”, sagt ein Sprecher des Gerichts zu RTL. „Sie kannte die Gefahr, die von der Ameisensäure ausging.“ Trotzdem habe Vivien F. mit der gefährlichen Flüssigkeit ganz gezielt das Gesicht ihres Ex-Mannes ausgewählt und das ganze Gefäß mit der Säure über ihn geschüttet.
Lese-Tipp: Erblindet nach Säure-Attacke? Opfer kämpft vor Gericht mit den Tränen
Die Angeklagte schildert dagegen beim Prozessauftakt eine eigene Variante. Sie wurde laut ihrer Aussage von ihrem Mann angegriffen. Die Säure sei dann ein Unfall gewesen. Eine Aussage, die das Gericht als Lüge überführt habe, erklärt der Richter am Mittwoch in der Urteilsbegründung.

Gericht sieht Mordmerkmal erfüllt
Das Landgericht Braunschweig sieht bei dem Tötungsversuch außerdem das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt. Frederik F. sei in dem Moment demnach arg- und wehrlos gewesen. Im Keller des Hauses reparierte er zum Tatzeitpunkt einen Kindersitz – und ahnte nichts von dem Angriff.
Lese-Tipp: Frau (26) übergießt Ex-Partner mit Ameisensäure
Der 32-Jährige hatte sich endgültig von ihr trennen wollen und dafür die Scheidung eingeleitet. Das Mordmerkmal der Habgier konnte in dem Zusammenhang jedoch nicht festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte Vivien F. zunächst vorgeworfen, sie habe in der Trennungsphase den Tod ihres Mannes geplant, um 400.000 Euro aus einer Risikolebensversicherung zu kommen.
Unzufrieden mit dem Urteil
Frederik F. ist selbst bei der Urteilsverkündung nicht dabei. Die Situation sei für seinen Mandanten zu belastend, erklärt Dominik Slotty, Nebenklagevertreter von Frederik F., im Gespräch mit RTL. Es gehe ihm den Umständen entsprechend schlecht. Der 32-Jährige habe sein Augenlicht verloren, große Teile seiner Haut wurden durch die Säure verätzt. 13 Operationen hat er bereits hinter sich. Nach aktuellem Stand wird nicht wieder richtig sehen und nur Hell und Dunkel unterscheiden können.
Er sei mit dem Urteil nicht zufrieden, erklärt Slotty. Die Nebenklage hatte eine lebenslängliche Freiheitsstrafe mit besonderer Schwere der Schuld gefordert. Slotty prüfe jetzt, ob er in Revision geht.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche

























