Anschlag auf offener Straße in HannoverGiftmord mit Regenschirm! Der rätselhafte Tod von Christoph B. (†40)

Christoph B. wurde am 15. Juli 2011 Opfer eines der bizarrsten Mordfälle der deutschen Kriminalgeschichte.
Christoph B. wurde am 15. Juli 2011 Opfer eines der bizarrsten Mordfälle der deutschen Kriminalgeschichte.
Polizei Hannover

Es ist einer der bizarrsten Mordfälle der deutschen Kriminalgeschichte!
Wer ist der Mörder des Familienvaters Christoph B. (†40)? Diese Frage ist auch fast 15 Jahre nach dem ebenso aufsehenerregenden wie rätselhaften Anschlag immer noch nicht geklärt. Das Besondere: eine ungewöhnliche Tatwaffe und eine sehr seltene, hochgiftige Substanz.

Nur drei ähnliche Fälle in den vergangenen 100 Jahren

„Es handelt sich um eine äußert seltene Vergiftung”, sagt Romey Leonhardt im Podcast „Aktenzeichen XY ... Unvergessliche Verbrechen” (jetzt auf RTL+ streamen). Die Kriminaloberkommissarin von der Kripo Hannover hat den Fall im Mai 2019 übernommen. „In der wissenschaftlichen Literatur der vergangenen 100 Jahre findet man nur drei Fälle.”

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Der 15. Juli 2011 wird Christoph B. völlig unerwartet zum Verhängnis: Der Familienvater – seine Kinder sind zu diesem Zeitpunkt drei und sechs Jahre alt – aus dem niedersächsischen Landkreis Celle verlässt seine Arbeitsstelle bei der Industriegewerkschaft für Bergbau, Chemie und Energie in Hannover. Dort arbeitet er als Softwareentwickler und Datenbankadministrator. Dann, auf dem Weg zu seinem Auto, schlägt der Unbekannte heimtückisch und perfide zu!

Es war ein Nervengift! Christoph B. stirbt zehn Monate nach Anschlag

B. spürt plötzlich einen stechenden Schmerz im Po. Ein Mann ist ihm unbemerkt gefolgt – und sticht ihn im Vorbeigehen von hinten mit einem schwarzen Regenschirm, an dem eine Spritze befestigt ist. So verabreicht er dem 40-Jährigen eine zunächst unbekannte Flüssigkeit. B. stellt den Mann zur Rede, bei dem Handgemenge fällt die Spritze zu Boden. Der Täter flüchtet.

Ein Bild von der Tatwaffe: Diese Spritze befand sich am Ende des Regenschirms.
Ein Bild von der Tatwaffe: Diese Konstruktion mit Spritze befand sich am Ende des Regenschirms.
Polizei Hannover

B. geht es anfänglich noch gut. Doch sieben Tage nach der Tat dann die tragische Wendung: B.s Zustand verschlechtert sich drastisch. Die Folge: Übelkeit, Schüttelfrost, Fieber, extremer Hautausschlag! Ende August 2011 fällt der 40-Jährige ins Koma. Zehn Monate nach dem Anschlag und nach langem Leiden stirbt er.

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Doch was war in der Spritze? Drogen? Betäubungsmittel? Nein! Ärzte stellen in B.s Blut noch vor dessen Tod einen extrem erhöhten Quecksilber-Wert fest – die Konzentration um das 2.000-fache erhöht. Der verabreichte Stoff kann dann genauer bestimmt werden: Dimethylquecksilber, eine hochgefährliche Chemikalie, ein Nervengift.

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Rätsel um das Motiv – war der Geheimdienst beteiligt?

Warum B. zum Opfer wird, ist bis heute unklar. Das mögliche Motiv bleibt ein Rätsel, es gibt sogar Theorien über die Beteiligung eines Geheimdienstes. Aber es gibt eine genaue Beschreibung des Täters – schließlich hat B. sogar noch mit dem Angreifer gesprochen. Er und weitere Zeugen beschreiben den Mann damals so: 1,75 bis 1,85 Meter groß, 40 bis 50 Jahre alt, schlank, dunkelblonde bis hellbraune, kurze Haare, gebräunte Haut, kleinere Narben im Gesicht. Die Ermittler sind sich zudem sicher: Der Täter hat chemische Kenntnisse – auch über die tödliche Wirkung des eingesetzten Gifts.

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Der Täter ist bis zum heutigen Tag nicht gefasst. Auch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst” im August 2022 bringt keinen entscheidenden Durchbruch. Doch es gibt einige Parallelen zu einem neueren Fall aus dem Raum Bielefeld in den Jahren 2016 bis 2018, bei dem auch Dimethylquecksilber verwendet wird – neue Hoffnung für Leonhardt und Co.! Die Ermittlungen, ob es tatsächlich einen Zusammenhang gibt, laufen noch.

Verwendete Quellen: „Aktenzeichen XY ... Unvergessliche Verbrechen”, Polizei Hannover