Cold Case nach 35 Jahren gelöstDiese Kleinigkeit überführte den Mörder von Petra Nohl (†24)

Die Kölner Polizei hat einen Tatverdächtigen im Cold Case Petra Nohl festgenommen
Der Mord an Petra Nohl beschäftigte die Polizei 35 Jahre lang (Archivbild)
Polizei Köln

Grausame Tat auf offener Straße!
Der „Karnevalsmord“ an Petra Nohl (†24) mitten im jecken Treiben im Jahr 1988 erschüttert weit über Köln hinaus. Eine quälend lange Zeit können die Ermittler nur hoffen, den Mörder endlich zu finden. Bis sie den Fall dank eines unerwarteten Hinweises und eines klitzekleinen Details endlich aufklären – auf den Tag genau 35 Jahre nach dem brutalen Verbrechen.

„Der Obduktionsbericht war nichts für schwache Nerven”

Am Karnevalssamstag, 13. Februar 1988, verabredet sich Petra Nohl mit zwei Freundinnen zum Feiern. Das Ziel: ihre Stammdiscos im „Bierdorf”. Gegen 4 Uhr will sie alleine zu einer anderen Disco weiterziehen, dort kommt sie aber nie an.

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Um 8.50 Uhr machen zwei Frauen unweit der Wegstrecke des Karnevalsumzugs eine schreckliche Entdeckung: Auf der Albertusstraße in der Altstadt finden sie hinter einem Bierwagen Petra Nohls Leiche. Sofort deutet alles auf Fremdverschulden hin! Denn bevor die 24-Jährige starb, gab es einen Kampf, das Opfer war nach vielen Schlägen und Tritten schwer verletzt – besonders am Kopf – und verlor viel Blut. Petra Nohl erlitt mehrere Frakturen und Brüche.

„Der Obduktionsbericht war nichts für schwache Nerven und außergewöhnlich in diesem Fall”, sagt Kriminalhauptkommissar Markus Weber, der den Fall gemeinsam mit seinem Cold-Case-Team neu aufgerollt hat, im Podcast „Aktenzeichen XY … Unvergessene Verbrechen” (jetzt auf RTL+ streamen). Die offizielle Todesursache: Erwürgen!

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Mordfall Petra Nohl (†24): Durchbruch dank „Aktenzeichen XY... ungelöst”

Die Ermittler befinden sich über 30 Jahre lang in einer Sackgasse. 2022 unternehmen Markus Weber und Co. dann einen neuen Versuch – inklusive Auftritt in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst”. Mit Erfolg!

Noch während der Sendung meldet sich ein Mann und bringt Licht in den dunklen Fall: Er hat den Verdacht, dass ein damaliger Freund der Täter sein könnte. Der Beschuldigte ist Norbert K., der zweifache Familienvater wird verhört, streitet aber alles ab. Auf der Leiche gefundene Hautschuppen überführen ihn letztlich, sie stimmen mit seiner DNA überein.

Der Angeklagte (r.) kommt in den Gerichtssaal des Landgerichts. Hier beginnt der Mordprozess im sogenannten „Karnevalsmord” gegen einen Angeklagten, der an Karneval 1988 in der Kölner Altstadt eine Frau erwürgt haben soll. Die Ermittler hatten den 35 Jahre zurückliegenden Cold Case in der Sendung „Aktenzeichen xy...ungelöst” vorgestellt. Daraufhin meldete sich ein Zuschauer und gab den entscheidenden Hinweis auf den mutmaßlichen Täter.
Norbert K. (r.) wird 2024 für den Mord an Petra Nohl zu lebenslanger Haft verurteilt (Archivfoto).
picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Und so wird alles rekonstruiert: Norbert K. und sein Freund feiern in ihrer Todesnacht in derselben Diskothek wie Petra Nohl. Er folgt ihr, als sie zu Fuß von der einen in die andere Disco weiterziehen will, und greift sie dann an. Nach dem Mord klaut er ihre Handtasche. Für seine Tat muss Norbert K. lebenslang ins Gefängnis – er schweigt während des gesamten Prozesses. Beim Urteilsspruch ist er 57 Jahre alt.

Petra Nohl (†24) hinterlässt eine 20 Monate alte Tochter

Petra Nohl wird schmerzlich vermisst – vor allem von ihrer Tochter. Kati (Name geändert) ist, als ihre Mutter stirbt, erst 20 Monate alt. Sie erinnert sich an ihre schwere Kindheit ohne Mama zurück: „Ich habe immer nach ihr gefragt und habe viel geweint”, sagt sie im Podcast. Sie wächst sehr behütet und beschützt bei ihren Großeltern auf, auch ihr Papa ist für sie da, kümmert sich liebevoll. Doch oft wird ihr eben klar: Es fehlt etwas!

Dass am Ende die Gerechtigkeit siegt, ist für Kati eine große Erleichterung. „Als ich das Urteil gehört habe, ich konnte es überhaupt nicht fassen, ich bin in Tränen ausgebrochen.” Endlich ist der Mörder ihrer Mutter verurteilt! Auch die Revision wird später abgewiesen, endlich ein Abschluss! „Der muss seine Schuld absitzen und der kommt da nicht raus und das hat sich sehr gut angefühlt.”

Verwendete Quellen: Polizei Köln, „Aktenzeichen XY… Unvergessene Verbrechen”