Das ändert sich für KundenDeutsche Post offiziell umbenannt! Ab heute heißt der Konzern DHL

ARCHIV - 13.01.2025, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Fahnen des Logistikkonzerns DHL und seiner Brieftochter Deutsche Post (M) wehen vor der Konzernzentrale an Masten. Der Konzern hat sich von Deutsche Post AG zu DHL AG umbenannt. (zu dpa: «Bonner Logistikkonzern heißt jetzt DHL statt Deutsche Post») Foto: Wolf von Dewitz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Schluss mit „Deutsche Post”! Jetzt heißt der Konzern DHL.
Wolf von Dewitz/dpa

Ein großer Name verschwindet – zumindest ganz oben im Konzern.
Seit dem 1. September heißt die Deutsche Post AG offiziell DHL AG. Doch was bedeutet der Namenswechsel für Briefe, Pakete, Filialen und Packstationen in Deutschland?

Aus Deutsche Post AG wird offiziell DHL AG

Es ist ein historischer Schritt für einen der bekanntesten deutschen Konzerne: Seit Dienstag, 1. September, heißt die bisherige Deutsche Post AG offiziell DHL AG. Wie das Unternehmen laut dpa mitteilt, ist der entsprechende Eintrag ins Handelsregister erfolgt. Damit wird ein Beschluss der Hauptversammlung vom Mai umgesetzt.

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Der Schritt hatte sich bereits angekündigt: Schon vor drei Jahren änderte der Konzern seinen Außenauftritt von Deutsche Post DHL Group zu DHL Group. Rechtlich und an der Börse blieb damals aber noch alles beim alten Namen. Jetzt ist auch damit Schluss: Die Aktien werden künftig unter dem Namen DHL gehandelt.

Ganz verschwinden wird die Deutsche Post trotzdem nicht. Das bekannte gelbe Brief- und Paketgeschäft in Deutschland steckt künftig in einer Tochtergesellschaft – und die trägt weiterhin den Namen Deutsche Post AG.

Warum heißt die Deutsche Post jetzt DHL?

Hinter dem Namenswechsel steckt vor allem die internationale Ausrichtung des Konzerns. „In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unser Unternehmen von der ehemaligen Deutschen Bundespost zu einem weltweit führenden Logistikkonzern entwickelt”, sagte Konzernchef Tobias Meyer damals. Während die Deutsche Post hierzulande noch immer für Briefe, Briefkästen und gelbe Zustellautos steht, verdient der Konzern sein Geld längst ganz woanders.

Das zeigt auch ein Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen: Im ersten Halbjahr 2026 machte das deutsche Stammgeschäft mit Briefen und Paketen laut dpa nur noch rund 20 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus. Die restlichen rund 80 Prozent kamen aus Bereichen wie Express, Lieferketten, Fracht und E-Commerce.

Beim Gewinn ist der Unterschied noch krasser: Gerade einmal zwölf Prozent des operativen Gewinns entfielen auf Post & Paket Deutschland. Das weltweite Express-Geschäft wiederum sorgte im ersten Halbjahr für gut 30 Prozent des Umsatzes – aber für satte 60 Prozent des operativen Gewinns!

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Der entscheidende Schritt dafür liegt mehr als 20 Jahre zurück: 2002 übernimmt die damalige Deutsche Post den US-Logistiker DHL. Danach wächst vor allem das internationale Geschäft – und eben da liegt das Problem.

Konzernchef Tobias Meyer hatte den Schritt in der Vergangenheit sinngemäß damit begründet, dass der Name zum Geschäft passen müsse. Während DHL weltweit bekannt sei, könnten viele internationale Geschäftspartner mit Deutsche Post wenig anfangen.

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Was ändert sich für Kunden der Deutschen Post?

Für Verbraucher in Deutschland soll sich durch den Namenswechsel praktisch nichts ändern. Briefe und Pakete werden weiterhin wie gewohnt zugestellt, auch Filialen, Briefkästen, Packstationen und Poststationen bleiben bestehen.

„Die neue Struktur ist keine Herabstufung der Deutschen Post“, betont ein Konzernsprecher laut dpa. Das deutsche Geschäft werde lediglich in einer eigenständigen Tochter gebündelt. Auch für die Beschäftigten soll sich nichts ändern. „Für unsere Beschäftigten ergeben sich keinerlei Nachteile, ihre Interessen bleiben vollständig gewahrt – inklusive Lohn, Arbeitszeit und Schutzregeln”, betonte Konzernchef Meyer damals bereits.

ARCHIV - 13.01.2025, Nordrhein-Westfalen, Bonn: Auf dem Dach der Konzernzentrale des Logistikkonzerns DHL ist ein Posthorn-Logo installiert. Die Deutsche Post AG wurde in DHL AG umbenannt.  (zu dpa: «Deutsche Post verschwindet aus Konzernnamen») Foto: Wolf von Dewitz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Posthorn-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale soll trotz Namensänderung bleiben.
Wolf von Dewitz/dpa

Selbst am Bonner Firmensitz bleibt ein Stück Deutsche Post deutlich sichtbar: Das bekannte Posthorn soll weiterhin auf dem Dach zu sehen sein. Auch Fahnen mit dem Schriftzug Deutsche Post sollen dort weiterhin wehen.

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37 Millionen Euro für den Wechsel zu DHL

Ganz billig ist der Umbau hinter den Kulissen allerdings nicht. Die Umbenennung und neue Konzernstruktur kosteten nach Unternehmensangaben rund 37 Millionen Euro. Unter anderem mussten IT-Systeme getrennt und juristische Arbeiten erledigt werden. Hinzu kommen künftig rund drei Millionen Euro zusätzliche Kosten pro Jahr für die Tochtergesellschaft.

Kritik kommt auch aus der Politik. SPD-Bundestagsabgeordneter Sebastian Roloff bedauert laut dpa, dass mit Deutsche Post eine starke Marke aus dem internationalen Geschäft verschwindet. Entscheidend sei jedoch, dass sich für die Menschen in Deutschland nichts ändere und die Verpflichtungen der Post als Universaldienstleister bestehen blieben.

Verwendete Quellen: dpa