Welche Berufe werden NICHT durch KI ersetzt? Diese Jobs haben 2026 noch Zukunft

Einfluss künstlicher Intelligenz auf Jobs
Künstliche Intelligenz scheint immer mehr Jobs übernehmen zu können. Doch bei einigen Fähigkeiten kommt KI noch an ihre Grenzen.
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Büro, Pflege oder doch lieber Handwerk?
Wer heute über seine berufliche Zukunft oder die seiner Kinder nachdenkt, steht durch den KI-Boom vor völlig neuen Herausforderungen – und insbesondere der Frage: Welche Berufe werden zukünftig eben nicht durch KI ersetzt? Wir verraten euch, welche menschlichen Fähigkeiten jetzt noch ein Karriere-Vorteil sind!

Diese Kriterien entscheiden! Kann KI meinen (Traum-)Beruf ersetzen?

Kreativ sein, lange studieren, einen anspruchsvollen Job wählen – lange galt all das als guter Schutz vor Automatisierung. Doch KI verändert die Regeln. Sie schreibt, programmiert und erstellt Bilder und kann damit inzwischen Aufgaben übernehmen, die noch vor wenigen Jahren als schwer ersetzbar galten.

Doch was macht einen Job heute noch schwer ersetzbar? Die Untersuchungen liefern drei entscheidende Hinweise:

  1. Der Job braucht echten menschlichen Kontakt: Vertrauen aufbauen, Stimmungen erkennen, Menschen individuell betreuen – all das lässt sich schwer automatisieren. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe – unter anderem auch im Gesundheitsbereich – als besonders schlecht ersetzbar.

  2. Der Job verlangt körperliches Handeln: Anfassen, reparieren, improvisieren – sobald Menschen körperlich auf wechselnde Situationen reagieren müssen, wird es für Maschinen schwieriger, wie das Profiling Institut offenlegt.

  3. Der Mensch muss urteilen und Verantwortung übernehmen: Nur weil sich eine Aufgabe technisch automatisieren lässt, wird sie noch lange nicht einer Maschine überlassen. Wie das IAB erklärt, können etwa rechtliche Vorgaben oder ethisch-moralische Abwägungen dagegen sprechen.

Aber welche Berufsgruppen fallen noch unter diese Kriterien – und aus welchen Gründen?

Erzieher, Lehrer und Co. – KI kann soziale Berufe am wenigsten ersetzen

Ein Kind trösten, einen Streit schlichten oder bemerken, dass sich jemand plötzlich zurückzieht: Gerade in sozialen Berufen besteht die Arbeit aus Dingen, die sich nicht einfach nach einem festen Schema abarbeiten lassen. Und das zeigt sich deutlich in den Zahlen.

Wie ein IAB-Kurzbericht aus dem Jahr 2024 zeigt, könnten bei sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen gerade einmal 13,5 Prozent der Tätigkeiten potenziell von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden. Das ist der niedrigste Wert aller in der Untersuchung verglichenen Berufssegmente. Das IAB erklärt den niedrigen Wert unter anderem damit, dass ein Großteil der Beschäftigten hier in Bildung, Erziehung und Sozialwesen arbeitet – Bereiche, in denen häufig nur wenige Tätigkeiten substituierbar sind.

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Welche Jobs das konkret betrifft, machen die Doktoren Britta Matthes und Katharina Grienberger in einem aktuellen Interview auf dem IAB-Forum deutlich. Dazu gehören unter anderem Altenpfleger, Ärzte oder auch Erzieher.

Lehrerin im Klassenzimmer
Berufe, die zwischenmenschliche Interaktionen erfordern, sind laut aktueller Studienlage mit am besten vor KI geschützt.
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Eine eigene Auswertung des Profiling Instituts wird noch konkreter: Von 478 untersuchten Berufen gehören Erzieher dort zu den Jobs mit dem geringsten Anteil automatisierbarer Arbeitszeit. Dieser liegt demnach bei 17 Prozent, bei Lehrern sind es 20 Prozent.

KI dürfte trotzdem auch Kita und Klassenzimmer verändern. Sie kann beispielsweise bei Vorbereitung, Dokumentation oder der Erstellung von Materialien unterstützen. Die eigentliche Arbeit mit Menschen – Beziehungen aufbauen, motivieren und spontan auf schwierige Situationen reagieren – bleibt aber der entscheidende menschliche Teil des Jobs.

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Video-Tipp: Künstliche Intelligenz als Job-Killer? Diese Berufe sind besonders gefährdet

Friseur, Maurer und Co.: KI kann noch nicht selbst Hand anlegen

Haare schneiden, eine Heizung reparieren oder eine Mauer hochziehen: Bei vielen praktischen Berufen reicht es nicht, die richtige Lösung zu kennen. Menschen müssen selbst anpacken und dabei ständig auf Situationen reagieren, die jedes Mal anders aussehen. Genau solche körperlich geprägten Tätigkeiten sind bislang vergleichsweise wenig von KI betroffen. Wie das Kiel Institut berichtet, zählen Arbeiter zu den Berufsgruppen mit geringer KI-Exposition. Die Forscher erklären das unter anderem damit, dass diese Berufe körperliche Fähigkeiten verlangen.

Eben diese praktische Handarbeit lässt sich offenbar besonders schwer automatisieren. Das zeigt die Auswertung des Profiling Instituts: Bei Friseuren gelten demnach nur 17 Prozent der Arbeitszeit als automatisierbar. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik kommen auf 20 Prozent, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik sowie Maurer auf jeweils 21 Prozent. Bei Malern und Lackierern sind es 22 Prozent.

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Doch auch körperliche Berufe abseits des Handwerks schneiden in der Auswertung gut ab: So seien bei Physiotherapeuten laut dem Profiling Institut aktuell erst 21 Prozent der Arbeitszeit automatisierbar. Der Job-Futuromat des IAB geht sogar noch weiter und spricht von einem 0-prozentigen Substituierbarkeitspotenzial (Stand: September 2026). Hierbei handelt es sich um ein Tool, welches den Anteil der typischen Kerntätigkeiten eines Berufs, die durch KI oder andere digitale Technologien ersetzt werden können, widerspiegelt.

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Arzt, Rechtsanwalt und Co – Jobs mit Verantwortung können von KI nicht vollständig ersetzt werden

Eine Diagnose stellen, über die richtige Behandlung entscheiden oder Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen: Manche Aufgaben lassen sich nicht allein danach beurteilen, ob eine KI sie technisch erledigen könnte. Wie das IAB erklärt, bedeutet ein hohes Automatisierungspotenzial ausdrücklich nicht, dass Tätigkeiten tatsächlich ersetzt werden.

Neben Kosten und Qualität können rechtliche Vorgaben oder ethisch-moralische Abwägungen dagegen sprechen. Als konkretes Beispiel nennen die Forscher die Pflege. Das spielt gerade Berufen in die Karten, in denen Menschen beurteilen, abwägen und Verantwortung tragen müssen. Dazu passen auch die bereits genannten Ärzte, die das IAB ausdrücklich zu den derzeit schlecht ersetzbaren Berufen zählt.

Berufe im Gesundheitswesen sollen aktuell nicht stark durch künstliche Intelligenz gefährdet sein.
Berufe im Gesundheitswesen, die soziale Aufgaben oder eine Verantwortungsübernahme einschließen, sind aktuell weniger durch künstliche Intelligenz gefährdet.
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Wie stark Verantwortung einen Unterschied machen kann, zeigt auch die Auswertung des Profiling Instituts: Bei Verantwortung tragenden Rechtsanwälten gelten 33 Prozent der Arbeitszeit als automatisierbar, bei zuarbeitenden Rechtsanwaltsfachangestellten dagegen 74 Prozent. Das zeigt: Je stärker ein Beruf von menschlichem Urteil und persönlicher Verantwortung lebt, desto schwieriger wird es, ihn vollständig an KI abzugeben.

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Technisch möglich heißt also noch lange nicht menschlich ersetzbar. Gerade wenn Entscheidungen Folgen für andere Menschen haben, kann die Verantwortung selbst zu einer Grenze für die Automatisierung werden.

Immer mehr gefährdete Berufe? Diese Jobs sind plötzlich nicht mehr so KI-sicher!

Kreativ sein, programmieren können oder einen Hochschulabschluss haben – all das galt lange als ziemlich guter Schutz vor Automatisierung. Doch ausgerechnet generative KI stellt diese Annahme auf den Kopf.

Wie das IAB berichtet, kann KI inzwischen Tätigkeiten übernehmen, die noch vor wenigen Jahren als schwer automatisierbar galten. Besonders deutlich wird das bei Journalisten und Schriftstellern: Ihr Substituierbarkeitspotenzial stieg innerhalb von drei Jahren von 20 auf 40 Prozent.

Bei Softwareentwicklern und Medieninformatikern ging es sogar um rund 30 Prozentpunkte nach oben. Laut dem Job-Futuromat kann der Beruf des Softwarentwicklers aktuell bis zu 40 Prozent automatisiert werden, der des Medieninformatikers sogar bis zu 45 Prozent (Stand: September 2026).

Noch drastischer fällt die Veränderung in einem kreativen Beruf aus: Bei Gestaltern für Bekleidung und Mode sprang der Wert laut IAB von 50 Prozent (2019) auf 88 Prozent (2022). Der Grund: Generative KI kann längst nicht mehr nur Daten verarbeiten, sondern auch Texte, Bilder, Videos oder andere Inhalte erzeugen.

Diese vergangene Entwicklung zeigt: Was heute noch als KI-sicher gilt, kann sich mit dem nächsten Technologiesprung schnell ändern. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der ganze Beruf verschwindet – oft verändert sich vielmehr, was Menschen darin tun, wie IAB-Forscherin Dr. Britta Matthes betont.

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Welchen Beruf also 2026 noch wählen?

Nur noch Berufe auszuwählen, die heute als möglichst KI-sicher gelten, hält das IAB für den falschen Weg. Denn auch ein aktuell niedriges Automatisierungspotenzial kann sich mit der nächsten technologischen Entwicklung verändern. Jungen Menschen raten die Forscherinnen deshalb, einen Beruf zu wählen, der zu den eigenen Stärken und Interessen passt – und sich darauf einzustellen, auch nach Ausbildung oder Studium immer wieder Neues zu lernen.

Wer zusätzlich auf Zukunftsfähigkeit achten will, kann die drei Kriterien im Hinterkopf behalten: menschliche Beziehungen, praktische Fähigkeiten in wechselnden Situationen sowie Urteilskraft und Verantwortung sind nach heutigem Stand besonders schwer vollständig zu automatisieren.

Der sicherste Beruf der Zukunft ist damit womöglich gar nicht der, in dem KI keine Rolle spielt – sondern einer, in dem Mensch und KI zusammenarbeiten, ohne dass der Mensch dabei überflüssig wird.

Verwendete Quellen: IAB-Kurzbericht, IAB-Forum, Job-Futuromat, Kiel Institut, Profiling Institut